„Der VfL Wolfsburg befindet sich in einer Spirale der Mittelmäßigkeit”. Mit diesem Satz wurde der letztjährige Beitrag der alljährlich erscheinenden Analyse zum VfL Wolfsburg eingeleitet. Doch die vergangene Spielzeit des niedersächsischen Clubs hatte wenig mit Mittelmäßigkeit zu tun, sondern endete mit dem ersten Abstieg der Clubgeschichte in die zweite Bundesliga – und das ausgerechnet ein Jahr, in dem der Verein sein 80-jähriges Bestehen gefeiert hat und eine Saison vor der 30. Bundesliga-Spielzeit. Ziel dieses Artikels war es bislang nahezu immer, den VfL auf ein erfolgreiches Bundesligajahr mit einer Europacup-Qualifikation auszurichten. Heute soll es hingegen vor allem um andere Zielsetzungen, eine komplexe Neuausrichtung des Kaders sowie der Führungsebene und damit um eine neue Chance gehen.
Mit den Zinnen in eine bessere Zukunft?
„Europa – wir sind da“ heißt es in der Vereinshymne „Immer nur du, VfL!“. Ein Ziel, das der Verein seit 2021 in jeder Saison verfehlte – und das durch Missmanagement sogar so deutlich, dass es eine Spielzeit brauchte, in der es nicht mehr reichen würde, einfach mehr finanzielle Mittel als der Rest zu haben und damit die miserable Arbeit auszugleichen. Das zweitgrößte Etat und der siebtteuerste Kader der Liga laut der Plattform Transfermarkt schafften es die Wolfsburger Gefolgschaft sogar so zu enttäuschen, dass eine historisch schlechte Rückrunde gespielt wurde und den Verein in eine tiefe Existenzkrise zu stürzen.
Es herrschte eine Form der Lethargie in diesem besonderen Verein, der doch so stark mit Werk und Stadt verbunden ist, dass dies stolz in der Choreografie zum 80-jährigen Vereinsjubiläum präsentiert wurde. Grundsätzlich etwas so Klares und Gutes für die Stadt Wolfsburg, die aber aktuell nicht nur auf einen kriselnden Fußballverein blicken muss. Jener ist bekanntlich stark mit dem Volkswagen-Konzern verbunden, der sich in einem Zustand der Meta-Krise befindet. Dauerhaft treffen neue Rückschläge ein und die Geschäftsprognosen versprechen auf jeden Fall keine akuten Besserungen. Die Stadt Wolfsburg, in der nahezu jeder irgendetwas mit dem Automobilbauer zu tun hat oder jemanden kennt, der dort angestellt ist, kriegt diese katastrophale Stimmung selbstverständlich mit. Trotz alledem bleibt der Clubeigner dem VfL treu, aber bei einer Sache müssen sich alle Beteiligten einig sein: So kann es nicht weitergehen, wenn an erfolgreichere Zeiten angeknüpft werden soll.
Und eine große Veränderung gab es auch noch, die Club und Fans wenigstens wieder näher zusammenrückte. Am 9. Mai 2026 beim Heimspiel gegen den FC Bayern München wurde kurz vor Anpfiff bekannt gegeben, dass man zum Zinnenwappen, welches für die Fans immer noch das wahre Wappen des Vereins ist, zurückkehrt. Ein erster Schritt zur Mitbestimmung und einer Kehrtwende des Vereins für Leibesübungen.
Neue Aufstellung im Aufsichtsrat, der sportlichen Leitung und auf dem Trainerstuhl
Eines sollte klar sein: Es geht beim VfL nicht darum, einen Fehler ausfindig zu machen, sondern den Verein komplett auf links zu drehen und keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Vom Aufsichtsrat, über die sportliche Leitung, zum Trainerstaff und der Mannschaft.
Der Aufsichtsrat ist der erste Bereich, der von Grund auf umstrukturiert werden müsste. Ein Blick auf die Zusammensetzung zeigt schnell: Fußballerische Fachexpertise ist kaum vorhanden. Exemplarisch dafür stehen Dr. Sebastian Rudolph (Leiter für Konzernkommunikation der Volkswagen AG) als Vorsitzender des Aufsichtsrats, Oliver Blume (Volkswagen-Vorstand) oder Dennis Weilmann (Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg). Einzig Diego Benaglio hat einen klaren fußballerischen Hintergrund und verkörpert als früherer Kapitän echte Identifikation. Grundsätzlich ist es verständlich, dass VW beim eigenen Projekt Mitspracherecht haben möchte – allerdings kann ein Verein nicht wie ein Konzern geführt werden. Es bräuchte einige Fachleute, um den Verein entsprechend aufzustellen und ihn von oben gut zu führen. Am passendsten wären Fachpersonen, die das Umfeld Wolfsburg wie Benaglio kennen, aber noch mehr Wissen im fußball-administrativen Kontext als dieser mitbringen.
Seit Jörg Schmadtke Ende Januar 2023 nach fast fünf Jahren sein Amt als Sport-Geschäftsführer niederlegte, sucht Wolfsburg vergeblich nach einer funktionierenden Lösung für den Posten des sportlichen Bosses. Zunächst übernahm Marcel Schäfer, zuvor Sportdirektor unter Schmadtke und als Vereinslegende eigentlich der ideale Kandidat. Der ehemalige Wolfsburger Sebastian Schindzielorz rückte als Stellvertreter in die zweite Reihe. Doch unter dem neuen Führungsduo blieb der erhoffte Erfolg aus. Nachdem Niko Kovac nach eineinhalb durchwachsenen Saisons im März 2024 gehen musste, verließ kurz darauf auch Marcel Schäfer den Verein. Bis heute ist nicht vollständig klar, wie der Abschied des Ur-Wolfsburgers zustande kam. Nur wenige Monate später wechselte er dann zu RB Leipzig. Gemeinsam mit Kovac-Nachfolger Ralph Hasenhüttl machte der VfL unter der Direktion von Schindzielorz den Klassenerhalt klar und verkündeten, dass Peter Christiansen vom FC Kopenhagen der starke Mann an der Spitze sein soll. Doch auch hier passte es nicht. Im März 2026 trennte man sich von ihm. Und Schindzielorz? Der musste bereits zusammen mit dem gemeinsam ausgewählten Coach Paul Simonis gehen. Dass es aber schlichtweg sportlich nicht funktionieren sollte, reicht aber bei dieser düsteren Bilanz noch nicht aus: Der VfL Wolfsburg und seine ehemalige Führungsspitze befinden sich noch in einem Rechtsstreit um Abfindungszahlungen. Bei Christiansen einigten sich Club und PC außergerichtlich, mit Schindzielorz gibt es nach wie vor keine Lösung und selbst bei Paul Simonis tauchten Schlagzeilen auf, dass es in diesem Bereich Unstimmigkeiten gibt.
Inzwischen ist der frühere Bundesliga-Spieler Pirmin Schwegler in einer Führungsrolle installiert worden. Zuvor arbeitete er nach seiner Karriere für die TSG 1899 Hoffenheim, FC Bayern München und Eintracht Frankfurt in den unterschiedlichsten Rollen. Zusätzlich gab Wolfsburg bereits die Verpflichtung von Maximilian Englert als Leiter Kaderplanung und Recruitment zum 1. Mai bekannt. Beide Personalien sollen in Zukunft Teil der Lösung sein. Schwegler musste im Januar 2026, kaum im Amt, eine Transferperiode verantworten, in der versucht werden musste, den schlecht zusammengestellten Kader zu retten. Zudem ließen ihn die Vorbereitungen von Christiansen als Schweizer weitgehend im Regen stehen. Englert kommt von RB Leipzig, wo er als Head of Scouting tätig war.
Dieses Duo wird jedoch auch weitere Verstärkung und vor allem einen neuen Boss erhalten. Die Position des Geschäftsführer Sports galt es neu zu besetzen. Eine Rückkehr von Schäfer oder Schmadtke wurde immer wieder in den Medien diskutiert, doch ob diese Lösungen realisierbar waren, war stark zu bezweifeln. Anders als im Aufsichtsrat wären hier vermutlich eine Lösung mit frischem Wind die richtigen gewesen. Andreas Schicker (TSG 1899 Hoffenheim) war bereits mehrfach im Gespräch. Ole Book wäre grundsätzlich einer der passendsten Kandidaten gewesen – er ist allerdings bereits beim BVB untergekommen. Schlichtweg ist es als Zweitligist auch schwieriger größere Fische an Land zu ziehen, weshalb Wolfsburg noch Ende Mai kurzen Prozess machten und Dieter Hecking vom Feuerwehrmann zum Sport-Geschäftsführer beförderten.
Auf der einen Seite eine verständliche Entscheidung: Der Abstieg geht nicht auf Dieter Heckings Kappe. Er holte noch wenigstens das Minimalziel Relegation heraus und beruhigte das Umfeld bis zu jenem Abend als der VfL Wolfsburg in Paderborn erstmalig nach 29 Jahren in die zweite Bundesliga abstieg. Mit klarer Kommunikation und seiner Art brachte er Ruhe in die Mannschaft, die so unfassbar verunsichert in die finalen Wochen der Saison ging. Außerdem kennt er den Fußballstandort wie kein anderer, weswegen ein besseres Feingefühl für Personalentscheidungen die Zukunft bestimmen könnte. Das sollte auch nun das Ziel sein, wenn es darum geht die Wölfe in der zweiten Liga wieder aufzustellen. Andererseits ist Heckings Vita als Manager nicht die beste. In Nürnberg traf er einige schlechte Entscheidungen, mischte sich zu stark ins Trainerwesen und in die Kaderplanung ein, sodass die ambitionierten Franken nicht in Richtung Bundesliga planen konnten. Das Dreigestirn Hecking/Schwegler/Englert muss also besser harmonieren und es sollte eine klare Aufgabenteilung geben. Nur dann kann Hecking als Sport-Geschäftsführer in Wolfsburg funktionieren.
Der Trainerstuhl war in den letzten Jahren ein heißer Posten und stand kaum für Konstanz. Entscheidend ist vor allem, einen Trainer zu finden, der – wie beim Hamburger SV (2025) oder dem FC Schalke 04 (2026) – ein solides Fundament aufbaut und den Weg zurück in die erste Liga direkt mitgehen kann. Für die Position gibt es selbstverständlich verschiedene Lösungsansätze, aber jetzt ein Talent zu installieren, der auch bei einem potenziellen Aufstieg eine gute Lösung ist, wäre womöglich die beste. Es hat sich ein Kandidat als die beste Lösung (und vor allem meine Wunschlösung) herauskristallisiert und wird neuer Wölfe-Coach:
Tobias Strobl – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen früheren Bundesliga-Profi vom FC Augsburg oder Borussia Mönchengladbach – ist der Shooting-Star unter den deutschen Trainern. Der Coach des SC Verl holte mit den Ostwestfalen eine historisch gute Platzierung in der dritten Liga, gewann den Westfalenpokal und schnupperte sogar an den Aufstiegsrängen. In seiner Vita spielte er wie unter anderem Fabian Hürzeler für den FC Pipinsried in Bayern und kam dann über einige Trainerstationen bei Zweitvertretungen von Profivereinen im Jahr 2025 in Verl unter.
Fußballerisch steht Strobl für einen Ballbesitz-orientierten Fußball. Während der Saison 2025/26 war Strobls Verl die Mannschaft in der dritten Liga, die den mit Abstand höchsten Ballbesitz hatte. Erst einmal ganz nett, aber es gibt bekanntlich auch regelmäßig Mannschaften, die aus ihrem Ballbesitz zu wenig herausholen. Strobls Mannschaft jedoch nicht: Verl hat ebenfalls den höchsten Field-Tilt-Wert, den sechsthöchsten Expected-Thread-Wert, die meisten Pässe in die Box und einen Open Play Expected-Goals-Wert von 1,77 (Rang 6). Gegen den Ball kombiniert man dies mit einem effizienten Pressing. Abzulesen ist dies statistisch im Passes per defensive action-Wert, wo man auch klarer Tabellenführer in der dritten Liga ist.
Realtaktisch ist es jedoch schwer, eine klare Formation zu benennen. Oft wurde der SC Verl in einem 4-2-2-2 aufgeführt, agierte dabei aber extrem flexibel in den Positionen – insbesondere im Aufbau und in der letzten Linie. Strobl sagte selbst im Podcast From Coach To Coach, dass er nicht auf ein festes System zurückgreife. Um das Spiel mit Ball zu erklären, unterscheiden wir zunächst verschiedene Spielphasen:
In der ersten Aufbauphase setzt das Team auf viele kurze Lösungen auf engem Raum und mit minimalen Abständen. Der Torwart sollte in der Lage sein, Querpässe oder auch den riskanten Pass auf einen Sechser zu spielen. Eine Option ist die flache Lösung über den Dritten, mit anschließender Folgeaktion und Verlagerung auf die Außen- oder breiter stehenden Innenverteidiger. Ein mutiger, riskanter Ansatz – doch dabei bleibt es nicht: Der Gegner soll in ein hohes Pressing gelockt werden. In der Breite positionieren sich die Spieler leiterartig mit gewissen Abständen entweder diagonal oder vertikal. Außerdem gibt es immer wieder die klassische Dreiecksbildung, um auf engem Raum Anspielstationen zu haben. Ist der Gegner erstmalig überspielt, versucht seine Mannschaft den freigewordenen Raum zu überbrücken und schnell umzuschalten. Von seiner Mannschaft erhofft er sich, wie er selbst sagt “Gedankenvorsprünge” vor dem Gegner zu haben.
Ist ein Gegner nicht so einfach zu überspielen gibt es dennoch Lösungen. Die Offensivakteure sind in permanenter Bewegung, bieten Läufe hinter die Kette oder zwischen den Linien an. Wird eine Seite wieder überladen, ist das Ziel den gegnerischen Flügel zu isolieren. Parallel gibt es aber weitere Handlungen: Ist der Ball auf einem Flügel, bietet ein Spieler die Tiefe an und zieht Gegenspieler aus dem Zentrum heraus, um Passwege zu öffnen. Auch die Möglichkeit mit einem Ball in den Druck besteht und darauffolgend eine Steil-Klatsch-Aktion. Grundsätzlich ist in jeder Phase des eigenen Ballbesitzspieles eines klar: Es gibt kein klares System in dem Sinne, sondern es sollen numerische Vorteile entstehen, die Spieler in ihrer ausgeschriebenen Rolle ausspielen.
Gegen den Ball stellt Strobl eine klare Forderung: Aktivität. Das Gegenpressing ist eines der Stilmittel, das er unmittelbar nach Ballverlust auslösen lässt. Er erklärt es in drei Schritten: Der erste Impuls soll sein, den Druck aufrechtzuerhalten und aktiv auszuüben. Anschließend dürfe es für den Gegner keine „Notausgänge“ aus diesem Druck geben. Als letzter Schritt muss die Tiefe abgesichert sein.
Bei seiner Antrittspressekonferenz stand Tobias Strobl eine knappe Stunde für Fragen zur Verfügung und wurde vom neuen Führungsduo Schwegler-Hecking unterstützt. Für Schwegler war Strobl der Top-Kandidat, und Hecking betonte, dass es nach einem Abstieg schnell gehen müsse und bei Strobl wurde dann Nägel mit Köpfen gemacht. Strobl überzeugte das Duo sofort und es wurden die Verhandlungen mit dem SC Verl eingeleitet. Auffallend waren die Aussagen des gebürtigen Ingolstädter hinsichtlich seiner Spielphilosophie: Die Daten sollen stimmen – eine Sichtweise, die im modernen Fußball und damit auch für einen modernen VfL Wolfsburg vorhanden sein muss.
Kaderanalyse: Wer wird überhaupt Teil des „neuen” VfL Wolfsburg sein?
In der 2. Bundesliga wird der Kader ein völlig anderer sein als noch in der Bundesliga. In den vergangenen Jahren wurden zudem wieder vermehrt Vorwürfe laut, bei den Wölfen würden nur Söldner auflaufen, die sich keinesfalls zu 100% für den Verein zerreißen. Das technische Grundniveau ist zu niedrig und muss angehoben werden. Entsprechend gilt es, diese Defizite zu beheben und den Kader klar an Tobias Strobls Spielidee auszurichten. Darüber hinaus muss sich ein Kader zusammenfinden, der besser unter einander harmoniert: Ego-Zocker, die nach einem halben Jahr schon den nächsten Wechsel planen oder für ein Social-Media-Highlight spielen, dürfen keinen Platz mehr in Wolfsburg finden. Damit ist nicht gemeint, dass der VfL nicht als Sprungbrett gesehen werden darf, aber so lange man für Grün-Weiß aufläuft, ist man Teil einer Mannschaft. Nur so können Erfolge gefeiert werden und auch nur so kann der individuelle Spieler an das Maximum gehen.
Torwart
Kamil Grabara war einer derjenigen, der dem VfL in der vergangenen Saison immer wieder Punkte festhielt und sich insbesondere in der Schlussphase steigerte. Seine zwei Jahre in Wolfsburg waren beeindruckend, hatten jedoch auch ihre Schattenseiten. Für den Fußball, den Paul Simonis spielen lassen wollte, war der Pole definitiv der Falsche: Grabara ist auf der Linie einer der besseren der Liga gewesen, aber ist am Ball und im Stellungsspiel zu limitiert. Unter Strobl unvorstellbar und auch Grabara kann einen Tapetenwechsel gebrauchen. (Abgang)
Marius Müller kam im selben Sommer als Herausforderer Grabaras. Zwei Torhütertypen, die sich im Profil nicht unähnlich sind: stark auf der Linie, aber am Ball limitiert. Zudem gab es in der Spätphase der Saison Unstimmigkeiten mit dem Trainerteam. Ein Transfer erscheint daher durchaus vorstellbar. (Abgang)
Pavao Pervan hat erst im März 2026 – als Wolfsburg schon tief im Abstiegskampf gesteckt hat – seinen Vertrag verlängert. Der Österreicher gilt in der Kabine als wichtige Stütze, die auch in der zweiten Bundesliga bleibt. (Verbleib)
Jakub Zielinski wechselte erst im Sommer 2025 nach Wolfsburg. Nicht nur in der Nationalität ähneln sich Grabara und er, sondern auch im Profil. Der talentierte Nachwuchstorwart, der Teile der Saison bei der erfolgreichen U19 absolvierte, könnte ausgeliehen werden. (Leihe)
Abwehr
Saël Kumbedi war einer der Spieler, bei denen größere Zweifel bestanden, ob er bereits Bundesliganiveau besitzt. Seine teils wichtigen Assists veranlassten die Wolfsburg-Bosse jedoch, relativ zügig (viel zu voreilig) die mit Olympique Lyon vereinbarte Kaufoption zu ziehen – ein Fehler. Kumbedi hat große Probleme in der Eins-gegen-eins-Verteidigung, liefert im eigenen Ballbesitz zu wenig Output und wirkt eher wie ein spannendes Anlagenpaket als wie ein potenzieller Stammspieler. Wenn für Kumbedi eine Summe erzielt werden kann, die für alle Seiten passt, kann der französische U-Nationalspieler wieder gehen. (Abgang)
Kilian Fischer blickt auf ein kompliziertes Bundesliga-Jahr zurück. Nach seiner ordentlichen Saison unter Ralph Hasenhüttl 2024/25 ging er zunächst als Stammspieler in die neue Spielzeit. Anknüpfen konnte er nicht an diese Leistungen, da er sich auch mehrfach mit kleineren Blessuren beschäftigen musste und das in der entscheidenden Saisonphase. Aber was der 25-Jährige in jedem Fall immer mitbringt: Einsatz und Kampf für Wolfsburg. Sollte er sich auch in diesem Jahr mit einer Rolle zufriedenstellen, in der er nicht der klare Stammspieler ist und sich gegen potenzielle Konkurrent durchsetzen müsste, könnte Fischer bleiben. (Verbleib)
Jan Bürger gab unter Daniel Bauer sein Profidebüt und durfte sogar von Beginn an spielen. In seinen wenigen Einsätzen hinterließ er den Eindruck, dass er mit dem Tempo und der individuellen Qualität in der Bundesliga noch stärkere Probleme hat. Unter Dieter Hecking war er dann wieder größtenteils außen vor und verhalf der U19 beim Einzug in das U19-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart, was aus Wolfsburger Sicht mit 0:3 verloren ging. Im U19-Bereich war er jedoch bereits einer der stärkeren Außenverteidiger. Als Herausforderer für Kilian Fischer sollten die beiden in die neue Saison gehen. (Verbleib)
Denis Vavro war der Top-Transfer der Vorsaison und konnte dies nur bedingt bestätigen. Beim 9:0-Pokalerfolg gegen Hemelingen verletzte er sich früh und benötigte eine lange Zeit, um wieder in die Mannschaft zu finden. Im Winter stand er nach Medienberichten bereits vor einem Abgang, auch wegen eines Skandals in der slowakischen Heimat, als er einen 17-Jährigen geohrfeigt hat. Wolfsburg wurde ihn nicht los und führte ihn wieder an die Mannschaft heran. Es blieben einige Momente, in denen er komplette Aussetzer hatte, indem er dem Gegner viel zu leicht Strafstöße schenkte. In der Spätphase unter Dieter Hecking fand er zwar wieder ein wenig zu besserer Form und war einer der Wolfsburger, der etwas wie Intensität ausstrahlte, aber die Zukunft in der Innenverteidigung wird der Slowake wohl nicht sein. (Abgang)
Ist Jonas Adjetey ein erneutes großes Missverständnis? Erschwerend kommt hinzu, dass Schwegler und Benaglio ausgerechnet in der Liga, in der sie sich eigentlich auskennen sollten, einen Spieler aus der Schweiz als Paniktransfer holten. Adjetey kam genau zweimal zum Einsatz, nachdem ihm Daniel Bauer in der Pressekonferenz zugestanden hat, keine Sofortverstärkung zu sein. Die Sinnhaftigkeit dieses Transfers – für einen Club, der bereits im Winter tief im Abstiegskampf steckte, und angesichts des gezahlten Preises – sprengt jeden Rahmen. Dann setzte man dem Ganzen noch die Krone auf, als er im Vereinsumfeld aufgerufenen ersten „Endspiel“ gegen den Hamburger SV den entscheidenden Elfmeter verursachte. Danach absolvierte der ghanaische Nationalspieler kein einziges Spiel mehr für den VfL Wolfsburg. Adjetey fährt erst einmal mit zur Weltmeisterschaft und darauf muss eine Aufarbeitung dieses Missverständnisses folgen. Will er eine Chance nutzen, plant Tobias Strobl mit ihm? – alles Fragen, welche es zu klären gilt. (Verbleib/Abgang)
Ist Moritz Jenz in Wolfsburg jemals wirklich angekommen? Auch er blickt auf ein ungewöhnliches Jahr beim VfL zurück. Er war derjenige, der in der ersten Pokalrunde Denis Vavro ersetzte und in den ersten Saisonwochen die Innenverteidigung mit Koulierakis bildete. Dabei ist er auch kein Innenverteidiger, der zur Simonis Ansatz gepasst hat. Zu wenig Pressingresistenz, keinerlei Vertikalität im Passspiel, aber stark im defensiven Duell trotz geringerem Tempo. Außerdem wirkt sein Image in Wolfsburg verbrannt, da er im vergangenen Sommer eigentlich auch den Club verlassen wollte, aber dann in eine wichtigere Kaderrolle gestolpert ist. Eines sollte in dieser kurzen Analyse aber klar geworden sein: Auch Moritz Jenz hat keine Zukunft in der Autostadt. (Abgang)
Rein von den Anlagen ist Konstantinos Koulierakis der talentierteste Spieler im Kader des VfL Wolfsburgs gewesen. Seine Stärken von hinten das Spiel mit seinem linken Fuß zu diktieren, lange Chip-Bälle hinter die gegnerische Abwehr zu spielen – abgesehen von seiner nicht elitären Athletik ist er ein Innenverteidiger moderner Schule. Aber auch er erlebte phasenweise eine mächtige Delle in seiner Form. Trotz alledem ist und bleibt der Grieche ein großes Talent, was für den VfL Wolfsburg bedeutet, dass Gespräche in den kommenden Wochen anstehen werden. (Abgang)
Ein weiteres Missverständnis: Cleiton wurde von Beginn an mit einem enormen Missverständnis empfangen. Der brasilianische Innenverteidiger hatte zuvor kaum Spielpraxis und war bei Flamengo auch nicht gesetzt. Ein ähnliches Bild dann in der Autostadt. Sowohl Daniel Bauer als auch Dieter Hecking berücksichtigten ihn nicht und auch Tobias Strobl wird vermutlich nicht auf Cleiton setzen. (Abgang)
Er ist der Unglücksrabe der diesjährigen Relegation gewesen: Joakim Maehle, der unter Dieter Hecking eigentlich als eines der Gesichter galt, die diesen Endspurt und das Relegationsfinale überhaupt erst möglich gemacht hatten. In der 14. Spielminute – zu diesem Zeitpunkt lag Wolfsburg mit 1:0 gegen Paderborn in Führung – beging er ein völlig unnötiges Foul und flog mit Gelb-Rot vom Platz. Bitter, weil dieses Ereignis das Spiel komplett auf den Kopf stellte. Die anschließende Hasswelle, der sich der Däne stellen musste, setzte dem Ganzen die Krone auf. Fehler passieren, und Maehle war sicher nicht der entscheidende Patzer, der Ende Mai in Paderborn begangen wurde. Dennoch endet seine Zeit beim VfL Wolfsburg ziemlich sicher. (Abgang)
Aaron Zehnter wurde in unserer Headline für seinen Scouting-Bericht als Zweitliga-Grimaldo bezeichnet, da sein Spielstil aus der Zweitliga-Saison 2024/25 dem Spanier ähnelte: Viel Output im Offensivbereich, starkes Verhalten im Ballbesitzspiel und ein erfolgreiches Jahr mit dem SC, Paderborn. Noch viel bitterer war es also, dass er gegen seinen Ex-Club nicht mal zwölf Monate nach seinem Wechsel den Liga zwei antreten muss. Dennoch sollte in schlechten eine neue Chance gesehen werden: Zehnter hat sich bereits in der zweiten Liga bewiesen, und der VfL hat einen Spieler mehr, der zu einer zukünftigen Achse gehören kann. (Verbleib)
Als Rogério das letzte Mal ein Bundesliga-Spiel für Wolfsburg bestritt, hieß der Trainer noch Niko Kovac. Seither laboriert der Brasilianer immer wieder an erneuten Verletzungen. Etwas was in Wolfsburg enden muss. Auch wenn dem Spieler geholfen werden soll, muss sich von Rogério getrennt werden. (Abgang)
Mittelfeld
Christian Eriksen war der wichtigste Spieler der vergangenen Saison. Er kam erst sehr spät in der Sommertransferphase und nahm daher nicht an der Vorbereitung unter Paul Simonis teil, weshalb er zu Beginn auch Probleme hatte, sich zu akklimatisieren. Am Ende der Saison, welche er sogar wegen der Verletzung Maximilian Arnolds als Kapitän beendete, stehen dort jedoch drei eigene Treffer und zehn Vorlagen auf seinem Konto. Für die Wolfsburger Standardstärke war mit unter auch er verantwortlich. Aber auch der frühere Weltstar, dem die Lage in einigen Momenten sichtlich nahe ging, konnte den Abstieg nicht verhindern. Grundsätzlich wäre es spannend den Dänen in Wolfsburg zu halten, da er klar zum Ballbesitz-Fußball Strobls passen würde. Aber geht ein Christian Eriksen mit dem VfL in Liga zwei? Eher nicht. (Abgang)
Maximilian Arnold ist ein strittiger Charakter im VfL-Kosmos. Für die einen ist er die größte Vereinslegende, da er stets dem Club die Treue gehalten hat. Für andere erschwert er stets die Kaderplanung, ist ein sehr individuelles Profil und muss sich auch mit einem sportlichen Verfall beschäftigen, der besonders seit der letzten Saison andauert. Die Antwort auf eine Frage, ob Arnold noch eine Zukunft bei seinem VfL hat, ist komplex. In der zweiten Liga ist Arnold einer der individuell besten Fußballer, weshalb es auch vermessen wäre, ihm sportlich ein Grab zu schaufeln. Das Vorgehen mit Arnold muss nun wie folgt ablaufen: Ist er in der Lage seinen Spielstil anzupassen und die Rolle einzunehmen, die zum System Strobls passt – dann ist der Kapitän der Richtige für die kommende Saison. Zeigt er sich weiter nicht anpassbar, muss über seine Zukunft debattiert werden dürfen. (Verbleib)
Er sah zwischendurch wie der nächste große Transferflop aus, aber als Dieter Hecking übernahm kam Vini Souza endlich in Tritt. Für 15 Millionen Euro verpflichtete das Duo Christiansen und Schindzielorz den Sechser von Sheffield United. Aber als er dann von Paul Simonis als Achter eingesetzt wurde, dessen primäre Aufgabe es war bei zweiten Bällen den Ball zu erobern. Unter Daniel Bauer war er dann ganz außen vor, weil dieser auf das spielstarke Mittelfeldtrio aus Arnold, Eriksen und Majer setzte. Hecking hat Souza dann endlich da aufgestellt, wo er am besten ist – als Abräumer. Und siehe da: Der Brasilianer hat richtig gut gespielt. Für die zweite Bundesliga wäre er wahrscheinlich zwar passend, aber es ist zu erwarten, dass er das Kapitel Wolfsburg auch wieder schließen möchte. Strobl braucht ohnehin eher ein anderes Profil, weshalb eine Trennung nach nur einem Jahr wieder möglich ist. (Abgang)
Ob Lovro Majer sich je wohl in Wolfsburg gefühlt hat, ist eine Frage, die zwar niemand außer er beantworten kann, aber interessant zu klären sei. Der hoch veranlagte Kroate, der als Talent regelmäßig sogar mit Luka Modric verglichen wurde. Ein Karriereziel, was er ziemlich sicher nicht mehr erreichen wird. Auch da er immer wieder von Verletzungen zurückgeschmissen wurde, aber ebenfalls durch den nicht aufgegangenen Wolfsburg-Wechsel. Majer will nun weg aus der Autostadt und auch der VfL – selbst wenn er in der ersten Liga verblieben wäre – sollte einen Transfer anstreben. (Abgang)
Mattias Svanberg kam im Sommer 2022 als Nachfolger von Xaver Schlager – eine Rolle, die er in vier Jahren nie wirklich ausfüllen konnte. Seine Debütsaison unter Niko Kovač im Dreiermittelfeld des 4-3-3 als Box-to-Box-Spieler war dabei noch seine beste; genau darin liegt jedoch das Problem: Nur in dieser Spielzeit hatte er eine klare Rolle und musste nicht profilfremd eingesetzt werden. Die nachfolgenden Trainer wussten hingegen nicht, wie sie den Schweden optimal einbinden sollen, und stellten ihn mal als Achter, mal als Sechser, mal als Zehner oder sogar auf dem Flügel auf. Bereits im Winter 2026 galt er als Abgangskandidat – ein halbes Jahr später dürfte dieser Schritt nun folgen. (Abgang)
Yannick Gerhardt gilt als Koryphäe. Seit nun zehn Jahren spielt er beim VfL und ist eigentlich nicht mehr wegzudenken. Zwar hat sein sportlicher Wert sukzessiv abgenommen, jedoch ist sein Wert für den Verein vermutlich stets mehr geworden. Ist Yannick Gerhardt bereit mit in die zweite Liga zu gehen, sollte der VfL dies auch ermöglichen. (Verbleib)
Bence Dárdai kam als Talent von Hertha BSC und war direkt Teil in den Planungen der ersten Mannschaft. Diese Entwicklung sollte sich in der seiner zweiten Saison in Wolfsburg auch fortsetzen. Allerdings wurde er von einer schweren Verletzung nach hinten geworfen. Wegen eines Kreuzbandrisses fiel der 1,89 m große Mittelfeldspieler nach hinten geworfen. In der zweiten Bundesliga erhält er jetzt aber eine ideale Chance, um sich final durchzusetzen. Als offensiver Box-To-Box-Spieler könnte er sogar einen Startelfplatz erhalten. (Verbleib)
Nach der zweiten Leihe, die zwischendurch sogar kurz vor dem Abbruch stand, hat Aster Vranckx keine Zukunft mehr beim VfL Wolfsburg. (Abgang)
Die auf anderthalb Jahre angelegte Leihe von Eryk Grzywacz zum 1. FC Nürnberg verlief wegen anhaltender Verletzungen, darunter ein Kniegelenksschaden und ein Außenbandriss, bislang sehr unglücklich. Das Leihgeschäft endet und der VfL steht vor einer Entscheidung: Abgang, Leihe oder Verbleib. In der zukünftigen Mittelfeldhierarchie wird er trotz des Wolfsburger Abstiegs voraussichtlich Schwierigkeiten haben, auf ausreichend Spielzeit zu kommen. Daher wäre eine weitere Leihe – vielleicht sogar in die 3. Liga – eine gute Möglichkeit. (Leihe)
Sturm
Wie auch Adjetey kam Kento Shiogai im Winter für eine horrende Summe, die im Endeffekt auch nicht half die Klasse zu halten. Dennoch ließ der Japaner in vielen Momenten aufblitzen, warum der VfL auf die Idee kam, fast 10 Millionen Euro für den Japaner zu bezahlen. Beispielsweise das Rückspiel gegen den FC Bayern als der Japaner sich am rechten Strafraumrand gegen vier Münchener durchsetzte und einen perfekten Pass zu Mattias Svanberg spielte. Der Schwede traf leider nur den Pfosten. Der 21-Jährige zeichnet sich vor allem durch seine enorme Abschlussstärke, Dynamik im Dribbling sowie eine hohe Lauf- und Einsatzbereitschaft im Pressing aus. Ideal für Strobls Fußball. (Verbleib)
Wenn es eine Sache gibt, die man als Positives aus der Saison 2025/26 ziehen kann, ist das Dženan Pejčinović endlich durchgebrochen ist. Der 21-Jährige traf in 32 Bundesliga-Spielen (Relegation inbegriffen) neunmal, was auch dazu führt, dass potenzielle größere Clubs Interesse am Stürmer haben. Es wurde aber bereits kommuniziert, dass er gehalten werden soll und er sich einen Verbleib vorstellen kann. (Verbleib)
Mohamed Amoura verlor innerhalb eines Jahres nahezu seine gesamte Wertschätzung – vom klaren Starspieler und Lebensversicherung zum aus dem Kader gestrichenen Skandal-Profi. Sowohl unter Daniel Bauer als auch unter Dieter Hecking wurde er mehrfach nicht für den Spieltagskader berücksichtigt. Zwar gilt der Algerier weiterhin als potenzieller Unterschiedsspieler, konnte das in der vergangenen Saison jedoch nicht mehr auf den Platz bringen. Seine Entscheidungsfindung, die Konstanz im Abschluss und sein Verhalten gegen den Ball waren unzureichend, weshalb er im Saisonverlauf auch von Adam Daghim verdrängt wurde. Er gilt als klarer Abgangskandidat, weil er einerseits Geld in die Kasse spülen würde und andererseits selbst nicht mehr in Wolfsburg bleiben möchte. (Abgang)
Andreas Skov Olsen wurde bereits im Winter an die Glasgow Rangers verliehen – das Fazit der Leihe fällt durchwachsen aus. Zwar konnte der Top-Transfer aus dem Winter 2025 vereinzelt Scorerpunkte sammeln, ein dauerhafter Verbleib kommt für den schottischen Spitzenclub jedoch nicht infrage. In Wolfsburg gilt er ebenfalls als klarer Abgangskandidat – dafür muss sich allerdings erst einmal ein Abnehmer finden. (Abgang)
Bereits fest verlassen haben den VfL Wolfsburg Jonas Wind und Kevin Paredes, da ihre Verträge ausgelaufen sind. Patrick Wimmer wechselte bereits fest zur TSG 1899 Hoffenheim. Ebenfalls nicht mehr dabei sind die ausgeliehenen Spieler Jeanuël Belocian, Jenson Seelt, Jesper Lindstrøm und Adam Daghim. Die Leihspieler Nicolas Cozza, Bartol Franjic und Jakub Kaminski wurden ebenfalls bereits verabschiedet.
Jugend
Eine Chance, die der VfL nun endlich bekommt, besteht darin, seine Eigengewächse besser an den Profikader heranzuführen – nachdem das in den vergangenen Jahren eher zweitrangig war. In der zweiten Liga wird es als Top-Mannschaft mehr Möglichkeiten geben, die erfolgreichen Nachwuchstalente der Wölfe einzusetzen.
Jakub Zielinski wechselte erst im Sommer 2025 nach Wolfsburg. Nicht nur in der Nationalität ähneln sich Grabara und er, sondern auch im Profil. Der talentierte Nachwuchstorwart, der Teile der Saison bei der erfolgreichen U19 absolvierte, könnte ausgeliehen werden. Ist die Torhüterrotation an einem Wochenende ausgeschöpft, können auch andere U19-Keeper in den Profi-Kader eingeladen werden. Für Zielinski ist sichere Spielzeit auf höherem Level aber relevanter. (Leihe)
Till Neininger ist ein Wolfsburger Eigengewächs, welches erst neulich seinen Vertrag verlängerte. In der U19 lief er mit der Kapitänsbinde und genießt in der Wolfsburger Nachwuchsabteilung hohes Ansehen. Um genaueres zu seiner Spielweise zu erfahren, gibt es hier seinen detaillierten Scoutingbericht. Für Strobls Fußball ist aber zu sagen, passt der junge Innenverteidiger aber ideal. Seine Stärken im Kurzpassspiel können in der ersten Aufbauphase auftrumpfen. (Verbleib)
Pharell Hensel war neben Jan Bürger einer der Debütanten im Profibereich unter Ex-U19-Trainer Daniel Bauer. Zwar musste er bei seinem Startelf-Einsatz ein desaströses 0:4 gegen den VfB Stuttgart hinnehmen, doch der erste Bundesliga-Auftritt ist und bleibt etwas Besonderes. Im U19-Bereich war er meist als Achter am besten aufgehoben und agierte dort stets stark zwischen den Linien. (Verbleib)
Bruno Katz kam im 2024 zur U17 zum VfL nach Wolfsburg und verließ seinen Jugendclub HJK Helsinki im Alter von 16 Jahren. Als vielseitiger Flügelspielmacher gilt er zwei Jahre später als größtes Talent im Jugendbereich der Wölfe. Mit dem Abstieg könnte er seine große Chance erhalten. Seine Entscheidungsfindung und Technik ist für sein Alter bereits gut entwickelt, könnte aber noch Probleme im Bereich der Physis haben. Das Jahr in der zweiten Liga kann er deshalb nutzen, um den Sprung in den Profibereich zu meistern. (Verbleib)
Übersicht
Verbleib: Pavao Pervan, Kilian Fischer, Jan Bürger, Jonas Adjetey, Till Neininger, Aaron Zehnter, Maximilian Arnold, Yannick Gerhardt, Bence Dardai, Pharell Hensel, Bruno Katz Kento Shiogai, Dženan Pejčinović
Abgang: Kamil Grabara, Marius Müller, Saël Kumbedi, Denis Vavro, Moritz Jenz, Konstantinos Koulierakis, Cleiton, Joakim Maehle, Rogério, Christian Eriksen, Vini Souza, Lovro Majer, Mattias Svanberg, Aster Vranckx, Mohamed Amoura, Andreas Skov Olsen, Jonas Wind, Patrick Wimmer, Jeanuël Belocian, Jenson Seelt, Jesper Lindstrøm, Adam Daghim, Nicolas Cozza, Bartol Franjic, Jakub Kaminski
Leihe: Jakub Zielinski, Eryk Grzywacz
Transferplanung
Das Ziel muss es sein, einen Kader zu bauen, der zu Strobls Spielidee passt und sich für den VfL Wolfsburg sowie den Traum vom direkten Wiederaufstieg zerreißt. Idealerweise kennen die Spieler den Standort oder die Liga. Darüber hinaus werden die bereits feststehenden Neuzugänge etwas genauer unter die Lupe genommen. Gesucht werden folgende Profile:
- Ein Torhüter, der ein komplettes Profil mitbringt. Er sollte Stärken am Ball haben, aber auch auf der Linie ein Top-Torwart für die zweite Bundesliga sein.
- Ein Torhüter, der die neue Nummer eins problemlos vertreten kann.
- Ein neuer Abwehrchef, der Autorität in der Kette ausstrahlt und am Ball sowohl über kurze als auch längere Distanzen Pässe spielen kann.
- Einen entwicklungsfähigen ballspielenden Innenverteidiger.
- Einen vielseitig einsetzbaren Linksverteidiger, gerne als inverser Außenverteidiger.
- Einen tiefstehenden Spielmacher mit Entwicklungspotenzial
- Einen dynamischen offensivstarken Achter bzw. Zehner
- Zwei vielseitige Offensivspieler, die sowohl auf der Zehn als auch auf dem Flügel spielen kann und sich zudem gerne im Halbraum aufhalten.
- Einen Stürmer, der die Liga bereits kennt und Fähigkeiten in der Luft mitbringt. Darüber hinaus sollte er in der Lage sein, eine Mentorrolle einzunehmen.
Tjark Ernst (TW, 23, Hertha BSC)
Tjark Ernst steht vor dem nächsten logischen Entwicklungsschritt in seiner Karriere. Nachdem er sich als einer der besten Torhüter der 2. Bundesliga etabliert hat, muss er wenigstens einen Schritt nach vorne wagen.
Im System von Tobias Strobl wird von Ernst gefordert, eine spielstarke und verlässliche Option im eigenen Ballbesitz zu sein. Während er im Kurzpassspiel bereits als absolute Bank agiert und hier große Sicherheit ausstrahlt, gehört er im fußballerischen Gesamtpaket – auch aufgrund eines noch nicht idealen Stellungsspiels – momentan noch nicht zur absoluten Elite der zweiten Liga. Seine Kernkompetenz liegt dafür unbestritten im klassischen Torwartspiel: Auf der Linie zeigt sich Ernst regelmäßig überragend und besticht durch außergewöhnliche Reflexe.
Philipp Menzel (TW, 27, 1. FC Saarbrücken)
Als Philipp Menzel den VfL Wolfsburg verließ, gab es noch die zweite Mannschaft in Wolfsburg. Nach vier Jahren bei Austria Klagenfurt, in denen er den Aufstieg in die österreichische Bundesliga feierte, ging er zum 1. FC Saarbrücken in die dritte Liga, wo in diesem Sommer sein Vertrag ausläuft. Das bietet dem VfL nun eine große Chance. Jetzt ist es möglich, einen Spieler zurückzuholen, den man selber ausgebildet hat und ein Stück weit Stallgeruch mitbringt.
Menzel ist ein ordentlicher Linien-Torhüter. Datentechnisch überzeugt er beim Post-Shot-xG-Wert. Seine Strafraumbeherrschung ist solide; lediglich seine mitspielende Komponente ist ausbaufähig. Als Nummer zwei hinter Tjark Ernst wäre er dennoch eine gute Option.
Hauke Wahl (IV, 32, FC St. Pauli)
Ergänzend zu den laufenden Planungen rückt ein Innenverteidiger in den Fokus, der das Potenzial mitbringt, sofort die Rolle des neuen Abwehrchefs und Kettenbosses zu übernehmen. Hauke Wahl verfügt über ein sehr athletisches Grundprofil, wenngleich er nicht mehr den allzu höchsten Top-Speed besitzt. Seine Defizite im maximalen Tempo kompensiert er jedoch hervorragend durch ein gutes Stellungsspiel, über das er einen Großteil seiner Defensivaktionen im eigenen Drittel klärt. Zudem könnte er als neuer Leader vorangehen und ist in der Lage, die Defensivkette aktiv anzuleiten.
Seine Qualitäten unterstreichen auch die Daten der starken Pauli-Saison 2024/25, in der er im defensiven Eins-gegen-eins statistisch als drittbester Innenverteidiger der gesamten Bundesliga gelistet wurde. Am Ball ist er in jedem Fall unterschätzt: Er spielt präzise Pässe durch die gegnerischen Linien und scheut sich im passenden System auch nicht davor, mutig anzudribbeln. Als klare Schwäche muss in seinem Profil allerdings das Defensivkopfballspiel genannt werden.
Martin Gjone (IV, 21, HamKam)
Als hochinteressante Ergänzung und direkter Herausforderer hinter Adjetey rückt der norwegische Innenverteidiger Martin Gjone in den Fokus, der zwar erst im Winter zu HamKam gewechselt ist, aber mit einem passenden Angebot abgeworben werden soll. Gjone ist ein physisch äußerst dominanter Defensivspieler, dessen Spiel stark auf seiner körperlichen Präsenz basiert, was ihn besonders in direkten 1-gegen-1-Situationen extrem stark macht. Neben einem guten defensiven IQ, durch den er viele Situationen geschickt über das Stellungsspiel löst, bringt er auch am Ball überzeugende Qualitäten mit: Er ist fußballerisch so versiert, dass er alle Arten von Bällen aus der Abwehr heraus spielen kann. Er sucht dabei regelmäßig das Spiel nach vorne, schiebt gerne mit an und spielt viele vertikale Pässe direkt in die gegnerische Box.
Rúben Dantas Fernandes (LV, 23, FC Luzern)
Für die linke Außenverteidigerposition bietet Rúben Dantas Fernandes ein hochinteressantes und weiterhin entwicklungsfähiges Profil. Der Portugiese unterscheidet sich stilistisch deutlich von einem eher breitegebenden Außenverteidiger wie Aaron Zehnter und agiert auf dem Platz eher als invers spielender Außenverteidiger. Technisch bringt er ein starkes Level und im eigenen Ballbesitz ein extrem breites, beinahe lückenloses Repertoire mit. Da er zudem über den nötigen Tiefgang verfügt, passt er ideal zu den von Tobias Strobl geforderten Bewegungen abseits des Balles. Ein zusätzliches Plus im Offensivspiel ist seine Qualität bei ruhenden Bällen: Fernandes gilt als starker Standardschütze mit dem linken Fuß.
Elvis Rexhbeçaj (ZM, 28, VfL Wolfsburg)
Elvis Rexhbeçaj ist zurück beim VfL Wolfsburg – und das löste sowohl bei den Fans als auch bei ihm und seinem direkten Umfeld große Freude aus. Als er Wolfsburg damals verließ, wurde er aufgrund höherer Ambitionen nicht mehr gebraucht. Umso bemerkenswerter ist es, dass er nun ligaunabhängig zurückkehrt.
Zwar muss direkt erwähnt sein, dass er sportlich nicht ideal zur neuen fußballerischen Idee passt, aber dennoch bringt er Qualitäten mit, die im richtigen Setup von erheblichem Wert sein werden: Rexhbeçaj zeichnet sich durch eine enorme Arbeitsrate gegen den Ball aus und wird der Mannschaft als klarer, aggressiver Abräumer im defensiven Mittelfeld gerade in der 2. Bundesliga einen sofortigen Mehrwert garantieren. Zudem hat er bereits bewiesen, dass er als Tiefenläufer abseits des Balles agieren kann. Wenn es gelingt, ihn so einzubinden, dass er durch seine Off-Ball-Bewegungen Räume für die Mitspieler öffnet, kann er wichtige Komponente im System werden. Die Kernaufgabe des neuen Trainerstabs wird es nun sein, für den Rückkehrer eine passende Rolle zu definieren.
Juho Kilo (DM, 23, ADO Den Haag)
Eine weitere Option für das Mittelfeld war bereits schonmal in Deutschland, da der Finne Juho Kilo einigen HSV-Fans noch aus seiner Zeit in der Hamburger Jugend bekannt sein dürfte. Zuletzt verhalf er ADO Den Haag zum Aufstieg und hat dabei nachgewiesen, dass er für Ballbesitz-Fußball geschaffen ist – zudem könnte er das Fundament für eine vielversprechende finnische Achse im Team legen. Spielerisch agiert er als unfassbar smarter, spielgestaltender Sechser, der das Spiel im Stil eines Aleksandar Pavlovic über sein exzellentes Passspiel steuert. Seine größte Stärke liegt darin, mit seinen Zuspielen gegnerische Linien sauber zu brechen. Das einzige kleine Fragezeichen in seinem Profil betrifft das sein Top-Speed. Dies versucht er dann jedoch durch eine enorme Laufbereitschaft zu kompensieren.
Naatan Skyttä (OM, 24, 1. FC Kaiserslautern)
Für die kreative Zentrale rückt Naatan Skyttä in den Fokus, der als absoluter Königstransfer gelten würde. Der Finne spielte eine herausragende Hinrunde in der 2. Bundesliga und untermauerte beim 1. FC Kaiserslautern eindrucksvoll seinen Status als klarer wichtigster Spieler einer insgesamt ordentlichen FCK-Saison. Technisch hervorragend ausgebildet, bewegt sich Skyttä extrem geschickt im Zwischenlinienraum – primär im Achter- und Zehnerraum.
Damit bringt er das perfekte Profil mit, um im System von Tobias Strobl die spielerisch anspruchsvolle „Berkan Taz“-Rolle zwischen den Linien zu übernehmen. Als variabler Halbraumspieler, der sich ideal im Wechselspiel mit einem weiteren Neuzugang ergänzen könnte, vereint er strategische und dynamische Qualitäten: Skyttä ist in der Lage, Bälle mit Tempo tief aus dem Mittelfeld nach vorne zu schleppen, strahlt durch seine Abschlussstärke gleichzeitig aber auch eine enorme direkte Torgefahr aus.
Shinta Appelkamp (OM, 25, Fortuna Düsseldorf)
Durch den dramatischen Absturz von Fortuna Düsseldorf in die 3. Liga eröffnet sich auf dem Transfermarkt eine hochinteressante Marktgelegenheit. Im Fokus steht mit Shinta Appelkamp ein vorgeschobener Spielmacher, der bei seinem Heimatverein lange als unumstrittenes Toptalent galt, dort jedoch letztlich den perfekten Zeitpunkt für den Absprung verpasst hat und sich nun nach einer schwierigen Phase neu rehabilitieren muss. Taktisch zeichnet er sich durch eine hohe Flexibilität aus: Er kann sowohl im offensiven Achter- als auch im klassischen Zehnerraum aufgeboten werden.
Seine spielerischen Kernkompetenzen liegen in einer kreativen Spielweise, hoher Ballsicherheit, einer engen Ballkontrolle sowie einer bemerkenswerten Beweglichkeit auf engstem Raum. Im Aufbauspiel liegt sein klarer Fokus auf einem kontrollierten Kurzpassspiel, womit er perfekt in dominante Ballbesitzsysteme passt. Angesichts der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des absteigenden abgebenden Vereins stellt der Appelkamp einen sportlich extrem vielversprechenden und gleichzeitig sehr günstigen Transfer dar.
Fraser Hornby (ST, 26, VfL Wolfsburg)
Der Transfer von Fraser Hornby zum VfL Wolfsburg ist bereits unter Dach und Fach. Der 1,95 Meter große Angreifer ist eine ideale Ergänzung für die bereirs eingeplant und bringt ein überaus vielseitiges Stürmerprofil mit, mit dem er die „Alessio Besio“-Rolle einnehmen soll.
Trotz seiner enormen Physis agiert der Schotte taktisch extrem flexibel: Er kann sich problemlos tief fallen lassen, ist zwischen den gegnerischen Linien konstant anspielbar und agiert auch mit dem Rücken zum Tor extrem ballsicher. Neben seinen Qualitäten im Kombinationsspiel zeichnet sich Hornby vor dem gegnerischen Tor durch eine brutale Effizienz im Abschluss aus. Für das ambitionierte Wolfsburger Projekt in der 2. Bundesliga stellt er einen absoluten Top-Transfer dar, der die offensive Durchschlagskraft massiv erhöhen wird.
Tim van der Leij (ST, 20, RKC Waalwijk)
Rein datenbasiert rückt ein weiteres, extrem spannendes Target in den Fokus der Kaderplaner. Obwohl die bisherige Datenbasis (Sample Size) noch recht klein ist, zeigt Tim van der Leij vom RKC Waalwijk bereits ein offensiv komplettes Profil. Er ist als klassischer Stürmer zu klassifizieren, der sowohl durch tiefgehende Läufe Gefahr ausstrahlt, als auch als Wandspieler agieren kann.
Zu seinen großen Stärken zählt die Fähigkeit, Bälle im Angriffsdrittel festzumachen, ein guter und sauberer Torabschluss sowie ein starkes, intensives Pressingverhalten gegen den Ball. Er verfügt über ein gutes athletisches Fundament, hat jedoch – gemessen an seiner Körpergröße – im Defensiv- und Offensivkopfballspiel noch deutliches Entwicklungspotenzial. Aufgrund dieser herausragenden Veranlagungen ist die Konkurrenz auf dem Transfermarkt im Werben um ihn allerdings entsprechend hoch.
Alexander Røssing-Lelesiit (LA, 19, Hamburger SV)
ei Alexander Røssing-Lelesiit würde sich eine Möglichkeit auftun, da das norwegische Talent in der vergangenen Spielzeit mit Verletzungen zu kämpfen hatte.
Vom Profil her verkörpert er exakt einen Spielertyp, der gegnerische Defensivreihen in direkten Eins-gegen-Eins-Duellen gezielt knacken kann. Røssing-Lelesiit gilt als unberechenbarer Akteur, der bevorzugt von der linken Außenbahn nach innen zieht, um dort mit seinem starken rechten Fuß kreative Lösungen oder den schnellen Abschluss zu suchen. Neben seiner Qualität im Eins-gegen-Eins bringt er zudem Qualitäten als Ballschlepper mit, um den Ball mit Tempo aus dem Mittelfeld tief in das Angriffsdrittel zu tragen. Seine unberechenbare Art auf dem Platz macht ihn zu einem schwer auszurechnenden Element für jede gegnerische Kette – ein Spieler für besondere Momente.
Zielsetzung und Fazit
Der VfL-Fan und Content Creator vflup2date schrieb unter den Abstiegspost ein Tag, nachdem das Relegationsspiel in Paderborn verloren ging, folgendes:

Spannende Fragen, mit dener er die nahe Zukunft des Clubs hinterfragte und die Finger in eine so dermaßen offenen Wunde legte – ein Tag nach dem Abstieg. Was dem neuen VfL auf jeden Fall gelassen sein muss, ist, dass die Planungen Anfang Juni bereits auf Hochtouren laufen. Zwei Transfers wurden bereits eingetütet und als Trainer konnte man sich ein Juwel angeln, der im Wolfsburger Umfeld Euphorie entfachte. Sollte Hecking aus seinen Fehlern in Nürnberg gelernt haben und und Schwegler sich als ernstzunehmender Funktionär etablieren, kann es in Wolfsburg auch wieder bergauf gehen.
Allerdings muss hier auch erwähnt sein, dass es keine andere Richtung als nach oben geben kann. In der Bundesliga hatten die Wölfe bereits einen Wettbewerbsvorteil durch die monetären Mittel, die in der zweiten Bundesliga noch einmal viel stärken wirken. Alles andere als ein direkter Aufstieg wäre eine große Enttäuschung und ein weiterer Tiefpunkt. Möge dieser aber keinesfalls eintreten.