Wir haben Januar und es ist wieder so weit – das Wintertransferfenster öffnet. Während einige Vereine die Erwartungen übertreffen, bleiben andere dahinter zurück oder kämpfen um Titel, Europa-Plätze oder gegen den Abstieg. Wie im letzten Jahr stellen wir euch wieder für jeden Club einen Spieler vor, der in der Rückrunde eine echte Verstärkung sein könnte. Was wären gute Bundesliga-Transfers 2025?
FC Bayern München

Transferziel
Abwehr (RV)
Startelf I Rotation I Tiefe

Arnau Martínez
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
25.04.2003 (21)
Spanien
Abwehr
1,77 m
Rechts
FC Girona
10,0 Mio. €
Der FC Bayern München ist wieder da! Jedenfalls steht man nach 14 Spielen mit nur einer Niederlage auf dem ersten Tabellenplatz. Vincent Kompany lässt einen interessanten Fußball spielen und hat es für einige Spieler geschafft, eine ideale Rolle zu finden. Besonders Joshua Kimmich und Jamal Musiala stechen beim deutschen Rekordmeister mit starken Leistungen heraus. Allerdings ist der Kader nach wie vor nicht perfekt und könnte eine Verstärkung gebrauchen:
Arnau Martínez vom FC Girona wäre die perfekte Ergänzung für den FC Bayern, sollte ein Rechtsverteidiger den Verein verlassen. Positionstechnisch ähnelt er Josip Stanisic, der allerdings die gesamte Hinrunde verletzt ausgefallen ist und nach seiner schweren Verletzung noch Anlaufzeit benötigen wird. Martínez kann sowohl als Außenverteidiger in einer Viererkette als auch als rechter Halbrauminnenverteidiger in einer Dreierkette agieren. Dass er zum FC Bayern passt, zeigt sich besonders im System von Vincent Kompany.
Der Spanier überzeugt mit starken technischen und athletischen Fähigkeiten, brilliert im Defensivverhalten durch cleveres Positionsspiel und antizipiert hervorragend beim Herausrücken aus der Abwehrkette. Der erst 21-jährige Martínez, der bereits knapp 70 La Liga-Spiele absolviert hat, ist durch seine Zeit beim FC Girona bestens mit dominantem Spielstil vertraut – der FC Girona konnte in der vergangenen Saison mit attraktivem Ballbesitzfußball beeindrucken. In dieser Spielzeit konnte Martínez dann zudem erste Erfahrungen in der Champions League sammeln.
Bayer 04 Leverkusen
Transferziel
Mittelfeld (OM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Rayan Cherki
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
17.08.2003 (21)
Frankreich
Mittelfeld
1,77 m
Beidfüßig
Olympique Lyon
30,0 Mio. €
Der amtierende deutsche Meister ist nur noch Verfolger des FC Bayern – Bayer 04 Leverkusen konnte die ungeschlagene Serie nicht aufrechterhalten und hat den absoluten Killerinstinkt der letzten Saison verloren. Das größte Problem ist, dass die Elf von Xabi Alonso inzwischen extrem von Florian Wirtz Brillanz abhängig ist, der die Offensive im Alleingang trägt. Entlastung zu schaffen, war bereits im Sommer das Ziel der Leverkusener Führungsriege, weshalb man unter anderem Martin Terrier verpflichtet hat. Um die Chance auf die Meisterschaft zu wahren, müsste im Winter allerdings nochmals investiert werden – ein Investment, das möglicherweise entscheidend im Kampf um die Meisterschaft sein könnte.
Rayan Cherki wäre eigentlich ein Transfer, der selbst für Bayer zu teuer sein sollte. Allerdings könnten sich Spieler von Olympique Lyon in den nächsten Transferphasen als echte Schnäppchen erweisen. Der französische Traditionsverein steckt in einer bedrohlichen wirtschaftlichen Krise und muss einen erheblichen Schuldenberg abarbeiten. Dadurch öffnet sich möglicherweise ein einmaliges Fenster, den Ausnahmefußballer Cherki an den Rhein zu lotsen.
Der 21-Jährige ist sowohl auf dem Flügel als auch im Zentrum einsetzbar, bespielt aber am liebsten den Halbraum – perfekt für Xabi Alonsos System. Seine herausragende Stärke ist zweifellos sein außergewöhnliches Dribbling. Der Ball klebt förmlich an seinem Fuß, was ihn zu einem exzellenten Ballträger macht und in Eins-gegen-X-Situationen schwer zu verteidigen ist. Seine Körperbalance ermöglicht ihm schnelle Richtungswechsel und macht ihn für Verteidiger unberechenbar. Der Franzose besticht zudem durch sein beeindruckendes technisches Repertoire. Trotz gelegentlich zu eigensinnigen Spiels ist Cherki ein brillanter Passgeber. Ob Keypasses, direkte Zuspiele per First Touch, lange Bälle oder progressive Pässe – er ist ein herausragender Spielmacher. Verbesserungspotenzial zeigt sich noch bei seinem Torabschluss. Auch sein Defensivverhalten muss sich in Zukunft ändern – zusätzlich zu seinen körperlichen Limitierungen fehlt ihm häufig die nötige Einstellung zur Arbeit gegen den Ball.
Mit Wirtz und Boniface würde Cherki vermutlich die beste offensive Dreierreihe der Bundesliga bilden und das Rennen um die Meisterschale noch einmal verändern können.
Eintracht Frankfurt
Transferziel
Mittelfeld (ZM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Cesare Casadei
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
10.01.2003 (21)
Italien
Mittelfeld
1,92 m
Rechts
FC Chelsea
10,0 Mio. €
Eintracht Frankfurt ist die Überraschungsmannschaft der laufenden Bundesligasaison. Im Sommer stand Trainer Dino Toppmöller noch in der Kritik, doch in dieser Saison zeigt die Eintracht ein völlig anderes Gesicht: explosiven Umschaltfußball mit überragenden Einzelkönnern wie Marmoush und Ekitike. Da Markus Krösche im Winter vermutlich nicht den großen Geldbeutel öffnen wird, wäre eine Leihe für die Achterposition sinnvoll. Larsson fehlt die Konstanz, Skhiri erreicht nicht sein Kölner Niveau, Dahoud sucht noch seine Form, und die übrigen Mittelfeldspieler können die tiefere Position im Mittelfeld nur bedingt ausfüllen.
Eine Leihe von Cesare Casadei vom FC Chelsea wäre eine interessante Option für die Frankfurter Eintracht. Der italienische Mittelfeldspieler machte bei der U20-WM auf sich aufmerksam, wo er sowohl den Golden Ball als auch den Golden Boot gewann. Die SGE hat eine realistische Chance auf das Talent, da der Chelsea-Kader überfüllt ist und Casadei bisher nur in der Conference League zum Einsatz gekommen ist. Der 21-Jährige soll angeblich für eine Leihe verfügbar sein – eine Gelegenheit, die Frankfurt nutzen könnte.
Casadei ist ein Box-to-Box-Mittelfeldspieler mit Stärken in Offensive und Defensive. Mit seinem ausgeprägten technischen Repertoire überzeugt er am Ball, bewegt sich intelligent im Raum und fordert aktiv Pässe. Besonders im Kurzpassspiel und über mittlere Distanz besticht er durch eine hohe Passgenauigkeit. Seine clevere Positionierung macht ihn zu einer verlässlichen Anspielstation – Bälle, die er im Mittelfelddrittel empfängt, trägt er oft ins letzte Drittel, was ihn zu einem guten Ballcarrier macht. Trotz seiner Größe von 1,92 m zeigt er beeindruckende Dribblingfähigkeiten und kann Gegner mit schnellen Richtungswechseln ausspielen. Sein Defensivspiel profitiert von seinem physischen Profil, und er überzeugt durch gutes Antizipationsvermögen bei Ballgewinnen.
Der Transfer sollte dem Modell von Ekitikes Winterwechsel folgen: junge, talentierte Spieler von Topclubs ausleihen, die dort wenig Spielzeit bekommen, idealerweise mit einer Kaufoption. Wie realistisch das bei Casadei ist, bleibt zu hinterfragen – aber genau das ist der Frankfurter Weg!
RB Leipzig

Transferziel
Abwehr (IV)
Startelf I Rotation I Tiefe

Matte Smets
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
04.01.2004 (20)
Belgien
Abwehr
1,84 m
Rechts
KRC Genk
10,0 Mio. €
RB Leipzigs Hinrunde ist objektiv eine der schwächeren der Clubgeschichte. Nach einigen Klatschen in der Bundeliga und einem desaströsen Champions-League-Aus steht man nur noch im Pokal auf Kurs. Dies hängt vor allem mit den vielen Verletzungen zusammen – vor dem Jahresende fielen Castello Lukeba, Eljif Elmas, Assan Ouedraogo, Xavi Simons und Yussuf Poulsen aus. Die größte Lücke entstand in der Defensive, wo zuletzt sogar Mittelfeldspieler aushelfen mussten.
Leipzig sollte versuchen, Matte Smets vom KRC Genk zu verpflichten. Der Verteidiger wurde von 2010 bis 2018 dort ausgebildet, bis er dann zum VV St. Truiden gewechselt ist. Dort wurde er zum Profi und hat in den vergangenen beiden Saisons rund 3800 Spielminuten gesammelt, bis ihn sein Jugendclub im Sommer zurückgeholt hat. Im November hat der 20-Jährige sein Debüt für die belgische Nationalmannschaft gegen Israel gegeben. Sein Trainer Thorsten Fink verriet dem »Nieuwsblad«, dass sich bereits drei große deutsche Vereine nach Smets erkundigt haben.
Matte Smets ist ein spielstarker Innenverteidiger mit herausragendem Fußball-IQ. Besonders im Spielaufbau, wo RB Leipzig zuletzt Probleme hatte, könnte der Belgier eine große Hilfe sein. Pro 90 Minuten spielt er etwa 80 Pässe mit einer starken Quote von 93,3 % – damit zählt er laut fbref.com zu den Top 1 % der Men’s Next 14 Competitions. Ob Kurzpässe, lange Bälle, Diagonalpässe oder Progressive Passes – seine Zuspiele kommen präzise an. Als aktiver Ballträger kann er ebenfalls eingesetzt werden. Besonders in hochstehenden Mannschaften fühlt er sich wohl und ist stark ins Aufbauspiel im Mittelfelddrittel eingebunden. Trotz seiner »nur« 1,84 m Körpergröße ist der Belgier auch im Eins-gegen-Eins und in Luftduellen wirklich stark.

FSV Mainz 05
Transferziel
Abwehr (IV)
Startelf I Rotation I Tiefe

Jarell Quansah
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
29.01.2003 (21)
England
Abwehr
1,90 m
Rechts
FC Liverpool
22,0 Mio. €
Gemeinsam mit dem hessischen Nachbarn aus Frankfurt ist der 1. FSV Mainz 05 vermutlich die größte Überraschung der Hinrunde. Bo Henriksen hat aus den »Nullfünfern« vermutlich die zweitbeste Pressingmannschaft nach den Kompany-Bayern gemacht (10,15 Passes per defensive action). Der Kader ist trotz des Gruda Abgangs besser geworden und hat sich insbesondere im Mittelfeld und Angriff hervorragend entwickelt. Die einzige Schwachstelle sehe ich noch in der Innenverteidigung, da in dieser Saison auch immer wieder Mittelfeldspieler aushelfen mussten. Deswegen sollte man noch versuchen, einen Spieler für die Innenverteidigung zu leihen, der einen nochmals verstärkt, um Europa final anzugreifen.
Inspiriert von der erfolgreichen Leihe von Sepp van den Berg von Liverpool nach Mainz im Sommer 2023, sollte man die Verbindung zum englischen Topclub erneut nutzen und versuchen, Jarell Quansah für die Rückrunde auszuleihen. Der Verteidiger kam in dieser Saison bislang nur auf 444 Spielminuten.
Der 21-Jährige machte in der letzten Saison als Backup für Virgil van Dijk nachhaltig auf sich aufmerksam und hat das eines kompletten Innenverteidigers abgegeben. Dank seiner physischen Präsenz gewinnt er viele Zweikämpfe und kann mit seinem guten Tempo weite Strecken abdecken. Seine größte Stärke liegt bei Luftduellen, welche ihm sowohl defensiv als auch offensiv Vorteile verschafft. Durch sein ausgeprägtes Antizipationsvermögen entschärft er gefährliche Situationen häufig früh, bevor sie wirklich brenzlich werden. Am Ball agiert er proaktiv und trägt den Ball nach vorn. Quansah besticht durch eine enge, kontrollierte Ballführung beim Andribbeln und präzise Diagonalbälle, die seiner Mannschaft beim Spielaufbau und bei Spielverlagerungen helfen.
Borussia Dortmund
Transferziel
Abwehr (DM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Tanner Tessmann
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
24.09.2001 (23)
USA
Mittelfeld
1,88 m
Rechts
Olympique Lyon
6,00 Mio. €
Borussia Dortmund kann nach dieser Hinrunde nicht zufrieden sein. Allerdings muss der in der Kritik stehende Coach Nuri Şahin auch Lob erhalten: Der BVB ist Erster in der Heimtabelle, Neunter in der Champions-League-Gruppenphase und zeigt in Teilen eine spielerische Weiterentwicklung. Vielleicht sollte man trotz aller Probleme anerkennen, dass sich der BVB in einem Umbruch befindet und sich unter Sahin noch vieles positiv entwickeln kann. Dabei könnte ein neuer Sechser helfen – hier könnte Dortmund von der begrenzten Spielzeit und der finanziellen Situation bei Olympique Lyon profitieren:
Borussia Dortmund hat im Mittelfeld derzeit nicht die passenden Profile für den Spielaufbau. Felix Nmecha, eigentlich ein klassischer Achter, muss in dieser Saison als tiefer Sechser aushelfen. Deshalb sollte Tanner Tessmann aus Lyon zum BVB stoßen, der als Regista das Mittelfeld auf ein neues Level heben könnte. Im Ballbesitz liegen seine besonderen Stärken: Er würde dem BVB-Spiel die lang ersehnte Kontrolle geben, liest das Spiel hervorragend und behält stets den Überblick. Mit seinen präzisen Pässen durchbricht er gegnerische Linien und kreiert Chancen. Defensiv gewinnt er dank seines exzellenten Timings viele Bälle in Zweikämpfen. Auch bei Distanzschüssen und Standardsituationen strahlt er Torgefahr aus.
Werder Bremen

Transferziel
Mittelfeld (LA)
Startelf I Rotation I Tiefe

Jakob Breum
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
17.11.2003 (21)
Dänemark
Sturm
1,78 m
Rechts
Go Ahead Eagles
2,30 Mio. €
Der SV Werder Bremen ist auf jeden Fall wieder in der Bundesliga angekommen und die Entwicklung zeigt nach klar nach oben. Ole Werner steht zwar nicht selten in der Kritik, weil es manchmal ein wenig zu lange dauert, dass er Neuzugänge einsetzt. Jedoch geben ihm seine gewählte Idee vom Fußball und die Tabellensituation recht. Die Chance, dass im Weserstadion wieder europäische Abende stattfinden, war seit dem Bremer Aufstieg vor drei Jahren noch nie so hoch wie in dieser Saison. Das weckt allerdings auch Begehrlichkeiten – Romano Schmid, der beste individuelle Fußballer im Kader, spielt eine Breakoutsaison und steht auf dem Zettel von einigen europäischen Mannschaften. Unter anderem ist Aston Villa am Österreicher interessiert. Deswegen habe ich mich auf die Suche begeben, einen Ersatz für Schmid zu finden, wenn dieser Bremen im Winter verlassen könnte.
Jakob Breum ist ein Flügelspieler, der jedoch auch im Zentrum spielen kann. Der Däne, der aus der Jugend von Odense BK stammt, spielt aktuell bei den Go Ahead Eagles in der Eredivisie.

Dort konnte der 21-Jährige bereits neun Scorerpunkte sammeln können und durfte auch erste europäische Luft in der Conference League schnuppern. Seine Stärken liegen in der Chancenkreierung (4,53 Shot-Creating Actions pro 90 Min.) und in der Entscheidungsfindung im letzten Drittel. Auch seine Eins gegen Eins-Fähigkeiten würden dem Spiel von Werder noch einmal ein ganz neues Element geben, da sie so einen Spieler auf dem Level Breums nicht im Kader haben. Sein größtes Problem ist, dass er in seine Leistungen noch mehr Konstanz bringen muss. In der laufenden Saison bekommt er dies schon mehr in den Griff und geht den nächsten Entwicklungsschritt – fortan vielleicht sogar in Bremen?
Borussia Mönchengladbach
Transferziel
Abwehr (RV)
Startelf I Rotation I Tiefe

Alessio Castro-Montes
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
17.05.1997 (27)
Belgien
Abwehr
1,75 m
Rechts
Union SG
6,00 Mio. €
Borussia Mönchengladbach hat seit Oktober nur ein einziges Spiel verloren, verfügt über eine gut funktionierende Offensive und blickt auf ein starkes Sommertransferfenster zurück. Die Verpflichtungen von Kleindienst, Stöger und Sander waren No-Brainer, die Sportdirektor Roland Virkus eingefädelt hat – insbesondere Tim Kleindienst erweist sich als absolute Lebensversicherung für die Fohlen. Obwohl ich von Gerardo Seoane nach wie vor nicht überzeugt bin, würde Platz acht zur Winterpause ihm und seinem Spielstil recht geben. Die größte Schwachstelle im Gladbacher Kader sind die Außenverteidiger: Luca Netz wurde inzwischen vom Talent Lukas Ullrich verdrängt, und Joe Scally hat mit Stefan Lainer keine ernsthafte Konkurrenz. Da Premier-League-Clubs seit Jahren am US-Amerikaner interessiert sind, wäre ein Verkauf, der zusätzliches Budget für Winterverstärkungen freimachen würde, die beste Option.

Ein idealer Neuzugang wäre ein Spieler, der sowohl defensiv solide ist als auch offensiven Output liefert. Besonders, wenn man einen Zielspieler wie Kleindienst hat, kann ein offensiver Außenverteidiger zur echten Waffe werden. Der neue Rechtsverteidiger sollte dabei sowohl flanken als auch den Ball gut nach vorn tragen können. Deshalb sollte Gladbach Alessio Castro-Montes von Union Saint-Gilloise als Scally-Ersatz verpflichten. Im Zusammenspiel mit Franck Honorat könnten die Fohlen auf der rechten Seite ein echtes Powerhouse aufbauen – dort haben sie ohnehin mehr Spielkontrolle als auf der linken Seite oder im Zentrum.
Castro-Montes, aus der Jugend des RSC Anderlecht stammend, ist dann über die Stationen St. Truiden, Eupen und Gent zum Brüsseler Erfolgsclub gekommen. Dieser hat sich für Bundesligavereine durch Transfers wie Amoura, Boniface oder Lynen zuletzt als nicht zu schlechte Anlaufstelle bewiesen. Castro-Montes überzeugt als guter Ballträger mit soliden Expected-Assists-Werten und großer Präsenz im Offensivspiel (1,55 Pässe in den Strafraum pro Spiel). Auch sein Defensivspiel muss beachtet werden. Mit seiner Intensität im Pressing sticht er hervor. Als Pressingteam ist Gladbach bisher nur mittelmäßg und könnte von einem Spieler von Saint-Gilloise, die ohnehin für ihr starkes Pressing bekannt sind, profitieren.

SC Freiburg
Transferziel
Mittelfeld (ZM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Adem Zorgane
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
06.01.2000 (24)
Algerien
Mittelfeld
1,84 m
Rechts
Charleroi
5,00 Mio. €
Der SC Freiburg blickt auf ein erstes halbes Jahr nach der Streich-Ära zurück und kann zufrieden sein. Der neue Trainer Julian Schuster hat funktionierende Elemente des alten Systems beibehalten und eigene Ideen eingebracht. Die Breisgauer haben sich als festes Mitglied der Bundesliga-Top-Ten etabliert und überzeugen mit ihrer starken Jugendarbeit. Dennoch sollte Freiburg im Winter nachbessern: Das zentrale Mittelfeld ist mit zu ähnlichen Spielertypen besetzt. Sowohl Osterhage als auch Eggestein sind Box-to-Box-Mittelfeldspieler, die einen klaren Strukturgeber an ihrer Seite benötigen könnten.
Ein echter Gamechanger für den Sportclub wäre Adem Zorgane von Charleroi, der seinem belgischen Verein qualitativ entwachsen ist. Der 24-jährige Algerier, der 2021 verpflichtet wurde, hat sich in nur drei Jahren zum Kapitän entwickelt und gilt als einer der besten Achter der belgischen Pro League. Als echter Strukturgeber im Mittelfeld spielt er durchschnittlich 90 Pässe und 15,64 progressive Pässe pro 90 Minuten – Ligabestwert – und ist in der Chancenkreierung von einer tiefen Position stark. Seine Fähigkeit, das Spiel zwischen den Dritteln zu überbrücken, macht ihn für jede Mannschaft wertvoll. Defensiv zeigt Zorgane ordentliche Leistungen, kann aber nicht als alleiniger Sechser agieren. Mit verbessertem Positionsspiel würde er auch diese Schwäche ausmerzen.
VfB Stuttgart
Transferziel
Sturm (LA)
Startelf I Rotation I Tiefe

Jacob Ondrejka
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
02.09.2002 (22)
Schweden
Sturm
1,80 m
Rechts
Royal Antwerpen
7,00 Mio. €
Der Vizemeister VfB Stuttgart spielt zwar weiterhin einen der attraktivsten fußballerischen Ansätze, kann diesen aber nicht ausreichend in Punkte umwandeln. Zur Verteidigung des VfB muss man erwähnen, dass Sebastian Hoeneß fast nie aus dem Vollen schöpfen konnte, da viele wichtige Spieler, unter anderem Deniz Undav und Jamie Leweling, mit Verletzungen zu kämpfen haben. Besonders Lewelings Ausfall auf dem Flügel trifft das VfB-Spiel empfindlich. Deshalb sollte Fabian Wohlgemuth einen Backup für den Neu-Nationalspieler in die baden-württembergische Landeshauptstadt holen.
Jacob Ondrejka wäre der optimale Transfer für den VfB Stuttgart. Der schwedische Flügelspieler, der im Sommer 2023 zu Royal Antwerpen wechselte, hat sich vom Rotationsspieler zum Stammspieler entwickelt. Als Joker erzielte er in der Vorsaison fünf Tore und zwei Assists in 14 Einsätzen – eine Quote, die er in dieser Saison mit sieben Treffern und vier Vorlagen in 20 Spielen noch übertrifft. Ondrejka kann zwar für seine Mitspieler kreieren und Laufwege richtig erkennen, ist aber vor allem ein absoluter Abschlussspieler. Ähnlich wie Arjen Robben zieht er gerne vom Flügel ins Zentrum und sucht mit seinem starken Abschluss den Torerfolg. Der schwedische Nationalspieler besticht zudem durch sein Eins-gegen-Eins-Spiel und kluges Positionsspiel – eine Fähigkeit, die perfekt zum Stuttgarter System unter Sebastian Hoeneß passt.
VfL Wolfsburg

Transferziel
Mittelfeld (ZM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Adem Zorgane
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
06.01.2000 (24)
Algerien
Mittelfeld
1,84 m
Rechts
Charleroi
5,00 Mio. €

Beim VfL Wolfsburg könnte die Welt eigentlich schon besser aussehen, wenn Fußball nur aus der Offensive besteht. Man stellt die viertbeste Offensive der Liga, fast alle Neuzugänge des Sommers zünden und der Fußball ist wieder ansehnlich. Der Sport besteht jedoch auch daraus, Tore zu verhindern und Spiele über 90 Minuten zu entscheiden. Genau da liegt aber das Problem – der VfL braucht Verstärkungen im defensiven Bereich und das insbesondere auf der Sechserposition neben Maximilian Arnold. Das Zentrum ist die große Schwäche des VfL Wolfsburg. Bence Dardai ist eigentlich ein offensiverer Mittelfeldspieler, Mattias Svanberg nicht das passende Profil, Yannick Gerhardt nicht ausreichend für die Ansprüche des VfL und Salih Özcan war in der guten Transferphase im Sommer ein absoluter Fehlgriff, was dafür sorgen könnte, dass die BVB-Leihgabe die Autostadt im Winter wieder verlässt. Die Mannschaft Ralph Hasenhüttls hat überhaupt keine Kontrolle im Mittelfeld und ist mit Ball eine der schlechtesten Mannschaften der Liga.

Wie auch dem SC Freiburg würde ich dem VfL anraten, dass Adem Zorgane verpflichtet wird. Neben Arnold fehlt ein Struktur- und Taktgeber, der der Mannschaft mehr Kontrolle im eigenen Ballbesitz gibt. Mit Mohammed Amoura trifft er z.B. auf einen Kollegen aus der algerischen Nationalmannschaft, den er vielleicht sogar demnächst im Verein, den ein oder anderen Traumpass zuspielen kann.
Union Berlin
Transferziel
Sturm (ST)
Startelf I Rotation I Tiefe

Budu Zivzivadze
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
10.03.1994 (30)
Georgien
Sturm
1,89 m
Beidfüßig
Karlsruher SC
1,80 Mio. €
Nach einem guten Saisonstart befindet sich Union Berlin wieder in einer Krise. Bo Svennson ist Geschichte und Steffen Baumgart ist sein Nachfolger. Dass Union am Anfang der Saison noch so gute Resultate aufweisen konnte, ist durch Unions gute Defensive begründet. Wenn man dann allerdings mal auf die offensive Seite des Spiels schaut, fällt auf, dass Union zu wenig Tore schießt. Dabei fällt die Kaderanalyse hier sehr leicht – Union braucht einen neuen Neuner.
Als Stürmer verpflichten würde ich Budu Zivzivadze, dessen Vertrag im kommenden Sommer beim Karlsruher SC ausläuft, was dem KSC ermöglichen würde, den Georgier noch zu Geld zu machen. Der Angreifer konnte in dieser Saison in 17 Spielen schon zwölf Tore erzielen und ist damit der aktuelle Torschützenkönig der zweiten Spielklasse. Zivzivadze hat einen richtig starken Abschluss und einen richtigen Torriecher, kann aber auch für seine Kollegen attestieren. Mit dem Rücken zum Tor kann er Bälle ausgezeichnet festmachen, egal ob diese hoch oder flach kommen. Mit seiner Größe von 1,89 m ist er ebenfalls ein guter Abnehmer für Flanken, was dem Spiel vom neuen Cheftrainer Steffen Baumgart zugutekommen wird. Auch im Gegenpressing muss er gelobt werden: Zivzivadze arbeitet hart gegen den Ball und ist sich nicht zu schade, um den Zweikampf zu suchen. Mit 30 Jahren wäre es zwar vermutlich der letzte große Karriereschritt für den KSC-Stürmer, aber wäre direkt der beste fitte Stürmer im Union-Kader.
* Budu Zivzivadze ist nach Redaktionsschluss fest zum 1. FC Heidenheim gewechselt.
FC Augsburg
Transferziel
Trainer

Zsolt Löw
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
29.04.1979 (45)
Ungarn
bisher: Co-Trainer
–
–
Vereinslos
–
Der FC Augsburg befindet sich in einer ähnlichen Trainersituation wie Union Berlin. Zwar genießt Jess Thorup scheinbar genug Rückendeckung, um als FCA-Trainer in die Rückrunde zu gehen, doch die jüngsten Ergebnisse sind katastrophal. Ein oder mehrere Transfers allein werden keine Wende bringen. Was der Verein braucht, ist ein neuer Trainer mit klarer Spielphilosophie, der den Fußball an den gewachsenen Augsburg-Kader anpasst. Deshalb schlage ich hier keinen neuen Spieler für die Fuggerstädter vor, sondern einen Trainer, der einen Stilwechsel im Augsburger Fußball bewirken kann. Das Ziel: Ein aktiverer Fußball mit einem zum Kader passenden taktischen Ansatz.
Die Augsburger Chefetage sollte sich um Zsolt Löw, den ehemaligen Co-Trainer aus Thomas Tuchels, bemühen. Der Ungar gab im November bekannt, dass er künftig selbst eine Mannschaft trainieren und in die vordere Reihe treten möchte. Seine Karriere hat er im RB-Kosmos begonnen, wo er von Umschalttrainern wie Hasenhüttl und Rangnick lernen konnte. Später ist er dann Thomas Tuchel zu Paris Saint-Germain, dem FC Chelsea und FC Bayern gefolgt, wo er sich mit kontrolliertem Ballbesitzfußball vertraut machen konnte. Wenn der 45-Jährige das Beste aus beiden Welten vereinen kann, holt der FCA einen Top-Trainer – und Löw erhält die Chance, seine ersten eigenständigen Schritte als Bundesliga-Cheftrainer zu gehen.
FC St. Pauli
Transferziel
Mittelfeld (OM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Arijon Ibrahimović
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
11.12.2005 (19)
Deutschland
Mittelfeld
1,76 m
Rechts
FC Bayern München
4,00 Mio. €
Der erste Aufsteiger kann nach allen Prognosen auf eine erfolgreiche Hinrunde zurückblicken – der FC St. Pauli steht nach 15 Spielen auf einem Nichtabstiegsplatz. Alexander Blessin hatte vermutlich mit Julian Schuster die größte Lücke auf einer Trainerposition zu schließen, indem er Fabian Hürzeler, der zu Brighton abgewandert war, ersetzt hat. Die Mechanismen im Spiel des amtierenden Zweitligameisters waren fest und gut ausgeklügelt und eher dem Brighton-Ansatz zuzuordnen, bei dem die eigene Mannschaft gerade mit Ball dominant agieren soll. Wenn man allerdings ein Aufsteiger mit eher geringeren Mitteln ist, wird man seinen Ballbesitz Fußball nicht einfach so weiterspielen können. Blessin hat Elemente Hürzelers übernommen, musste jedoch Auch einige Mechanismen brechen: Das ist ihm gelungen. Was auch nicht zu kurz kommen darf, ist, dass St. Pauli gemeinsam mit Union Berlin die zweitbeste Defensive der Liga stellt. Sicherlich kann die ein oder andere Verstärkung in der Offensive den Hanseaten bei ihrem Ziel, dem Klassenerhalt, weiterhelfen.
Bei Mannschaften, die sich in einer ersten Saison nach dem Aufstieg offensiv etwas schwertun, hilft oft ein Spieler, der nur so vor Kreativität strotzt. Arijon Ibrahimović hat in der vergangenen Saison 16 Spiele für Frosinone Calcio in der Serie A gemacht und kommt in dieser nach seiner Verletzung nur in vier Regionalliga- und drei Pflichtspielen der Profimannschaft zu Einsatzzeiten. Um eines der größten Talente des Bayern-Campus zu fördern, sollte der deutsche Rekordmeister einen Leihclub im Winter finden. Der 19-Jährige kann als Kreativspieler, aber auch als torgefährlicher Zehner agieren. Mit seinem guten physischen Paket, aber auch guten Dribblingattributen ist er schwer vom Ball zu trennen. In seiner Zeit in der Jugend hat er jedes Jahr mit überragenden Scoringbilanzen glänzen können. Ibrahimović wird nicht von jetzt auf gleich der beste Offensivspieler des St. Pauli-Kaders, kann aber dafür an guten Tagen einzelne Spiele Blessins Mannschaft gewinnen.
TSG 1899 Hoffenheim
Transferziel
Abwehr (IV)
Startelf I Rotation I Tiefe

Victor Nelsson
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
14.10.1998 (26)
Dänemark
Abwehr
1,85 m
Rechts
Galatasaray
14,0 Mio. €
Die größte Enttäuschung der laufenden Saison ist ganz klar die TSG 1899 Hoffenheim, die auch schon einen Trainerwechsel und im Sommer einen Wechsel auf der Führungsebene vollzogen hat. Andreas Schicker, der den Grazer Meisterkader der letzten Saison gebaut hat, ist Nachfolger von Alexander Rosen geworden. Nach einem schlechten Saisonstart musste Pellegrino Mattarazo seine Koffer packen und Schicker hat seinen Meistertrainer von Sturm Graz Christian Ilzer quasi mitgebracht. Bisher steht jedoch erst ein Sieg für den Österreicher zu Buche, was den Ansprüchen Hoffenheims nicht gerecht wird. Die größte Baustelle im Kader ist trotz vieler versuchter Transfers im Sommer und in den vorherigen Transferperioden die Innenverteidigung, bei der mit Szalai oder Nsoki alleine zwei Spieler weit von Bundesliga-Niveau entfernt sind, obwohl diese einige Millionen gekostet haben.
Vom Profil her braucht die TSG in erster Linie einen Abwehrchef, der die wackelige Defensive stabilisieren kann. Hier könnte man davon profitieren, dass Victor Nelsson bei Galatasaray seinen Stammplatz nach einer Verletzung verloren hat. Der Däne scheint zuletzt auch immer wieder mit einem Wechsel im Winter geliebäugelt zu haben. Nelsson kommt aus der Jugend des FC Nordsjaelland und ist nach zwei Jahren beim FC Kopenhagen in die türkische Hauptstadt gewechselt. Der Verteidiger ist ein Monster in Luftduellen und kann auch bei eigenen Standards gefährlich werden. Im Ballbesitz wird er auf Anhieb der beste Innenverteidiger im Kader sein – im Ballcarrying durchschnittlich und im Passspiel Nelssons überdurchschnittlich. Er kann gegnerische Linien durchbrechen und zielgenaue lange Bälle spielen.

1. FC Heidenheim
Transferziel
Tor (TW)
Startelf I Rotation I Tiefe

Diant Ramaj
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
19.09.2001 (23)
Deutschland
Tor
1,89 m
Beidfüßig
Ajax Amsterdam
7,00 Mio. €
Beim 1. FC Heidenheim stehen die Vorzeichen nach dem Aufstieg erstmals auf Krise. Seit September konnte die Mannschaft von Frank Schmidt in der Liga kein Spiel gewinnen. Nach der letzten Hinrunde hat man bereits ganz anders auf die Tabelle geblickt und muss sich jetzt klar auf den Kampf gegen den Abstieg vorbereiten. Nicht zu vergessen bezüglich der Heidenheimer Misere sind die Abgänge von Jan-Niklas Beste und Tim Kleindienst, die inzwischen extrem schwer wiegen. Nachholbedarf hat Heidenheim auf der Torwartposition, da Kevin Müller sich in dieser Saison als einer der schlechteren Keeper der Liga herauskristallisiert hat. Immer wieder fällt er mit dicken Patzern auf, was der Mannschaft von Frank Schmidt schon einige Punkte gekostet hat.
Da könnte Heidenheim einen alten Bekannten zurückholen – Diant Ramaj hat in seiner Jugend schon zwei Jahre in Heidenheim gespielt. Er war in der letzten Seuchensaison von Ajax Amsterdam einer der wenigen Lichtblicke und wurde wegen seiner Leistungen zu einem der spannendsten Torwart-Prospects Europas. Seit der Anstellung Francesco Fariolis ist Ramaj komplett außen vor und ist nach Remko Pasveer und Jay Gorter sogar nur noch dritter Torwart beim niederländischen Rekordmeister. Der 23-Jährige ist ein klasisscher Shotstopper, der mit schnellen Bewegungen versucht sich immer in die beste Position zu bringen, den Ball zu halten. Gerade bei Paraden mit dem Fuß ist Ramaj überragend, muss aber an seiner Präsenz in der Box noch arbeiten. Am Ball ist der gebürtige Stuttgarter noch nicht so weit und hat noch zu oft Aussetzerspiele, bei der er miserbale Passquoten aufweist.
Holstein Kiel
Transferziel
Abwehr (LV)
Startelf I Rotation I Tiefe

Adam Aznou
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
02.06.2006 (18)
Marroko
Abwehr
1,78 m
Links
FC Bayern München
3,00 Mio. €
Bei Holstein Kiel geht es um das reine Überleben. Im letzten Spiel des Jahres konnte die Mannschaft von Marcel Rapp jedoch richtig überzeugen – mit einem 5:1-Heimsieg gegen den FC Augsburg und starken Einzelleistungen von Machino und Stürmertalent Harres, der erst im Sommer aus der Regionalliga nach Schleswig-Holstein gewechselt ist. Zu viele Positionen sind dennoch nicht auf Erstliganiveau und zwingen die Störche dazu, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Auf den Wingbackpositionen könnte Kiel noch Tempo und Qualität gebrauchen:
Adam Aznou gilt als eines der größten Außenverteidigertalente Europas und ist mit 18 Jahren bereits Nationalspieler Marokkos. Da er in der Rückrunde bei Bayern vermutlich nicht zu Einsatzzeiten kommen wird, könnte Holstein Kiel davon profitieren und mit dem Tabellenführer eine Leihe aushandeln. Der Linksverteidiger ist normalerweise in einer Viererkette zu Hause, wird aber vom Profil her auch keine Probleme haben, in Kiels Fünferkette zu spielen. Für sein Alter ist Aznou bereits extrem weit entwickelt: Er ist ein guter Passspieler, kann Chancen kreieren, ins Dribbling gehen, ist technisch versiert und zudem ein guter Verteidiger. Körperlich kann er noch etwas zulegen, hat dort aber schon eine gute Grundbasis. Außerdem ist er mit hohem Tempo gesegnet.
VfL Bochum
Transferziel
Mittelfeld (OM)
Startelf I Rotation I Tiefe

Marvin Mehlem
Geburtsdatum
Nationalität
Position
Größe
Fuß
Verein
Marktwert
11.09.1997 (27)
Deutschland
Mittelfeld
1,74 m
Rechts
Hull City
2,50 Mio. €
Abgeschlagen auf dem letzten Platz steht der VfL Bochum, der in der letzten Saison den Abstieg noch in letzter Sekunde im Relegationsrückspiel gegen Fortuna Düsseldorf abwenden konnte. Aktuell deutet jedoch alles darauf hin, dass Bochum im vierten Bundesligajahr den Gang in die zweite Liga antreten muss. Die Entscheidung, Peter Zeidler im Sommer als neuen Cheftrainer zu verpflichten, hat sich bereits früh in der Saison als Fehler erwiesen. Nun soll Dieter Hecking den Karren aus dem Dreck ziehen und irgendwie den Klassenerhalt schaffen, konnte bisher aber erst fünf Punkte sammeln. Der Kader weist mehrere Schwachstellen auf – die größte Baustelle, der Abgang von Kevin Stöger, konnte im Sommer nicht geschlossen werden. Der VfL braucht dringend einen Unterschiedsspieler.
Marvin Mehlem war einer der wenigen Darmstädter in der vergangenen Saison, der Erstligaqualität hatte. Deswegen wurde auch der englische Zweitligist Hull City, der auch Tim Walter als Trainer verpflichtet hat, auf ihn aufmerksam und hat ihn auf die Insel geholt. Heute ist Tim Walter wieder vereinslos und Mehlem sieht keine Einsatzzeiten – er wird Hull City wieder verlassen wollen. Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der sich am liebsten hinter der Spitze oder mehreren Stürmern positioniert, kann aber auch aus den Halbräumen agieren. Nicht zu selten bewegt er sich sogar mit den Stürmern in einer Linie und startet in frei werdende Räume. In Schlüsselmomenten trifft er oft die richtigen Entscheidungen und spielt Key Passes oder schließt selbst ab.
Nach etwas über 180 Minuten ist es Gewissheit, dass Arsenal wieder einmal am FC Bayern scheitert und nicht ins Halbfinale der Champions League einzieht. Aufgrund der starken Sympathien meinerseits gegenüber dem Arsenal Football Club werde ich diesen Artikel nicht ohne einen gewissen Bias schreiben können. Dennoch möchte ich hier eine möglichst analytische Zusammenfassung zu einer von vielen taktischen und mentalen Nuancen geprägten Begegnung abgeben.
Im Hinspiel ließ Arsenal den deutschen Rekordmeister, trotz eines dominanten Auftritts, aufgrund individueller Fehler und Schwierigkeiten besonders auf der eigenen linken Seite ins Spiel kommen. Die eigentlichen Feldvorteile konnten deshalb nicht in einen Sieg umgemünzt werden. Arsenal musste also diese Fehler abstellen, gleichzeitig verbot es sich mit einem zu passiven Ansatz in die Partie zu gehen.
Mikel Arteta dürfte froh gewesen sein, dass Tomiyasu für dieses Spiel wieder zur Verfügung stand, da weder Kiwior noch Zinchenko im ersten Aufeinandertreffen auf der linken Abwehrseite überzeugen konnten. Für Thomas Tuchel hingegen gestaltete sich diese Angelegenheit schon einfacher. Die Bayern sind gut damit gefahren, sich auf defensive Kompaktheit zu konzentrieren und darauf zu bauen, situativ die eigene individuelle Klasse in der Offensive auszuspielen.
Bedingt freiwillig stellte Tuchel die linke Seite um, dies war aber auch notwendig – schließlich strahlte Arsenal im Hinspiel primär Gefahr über Bukayo Saka und Ben White aus, die Gnabry und Davies immer wieder überforderten.
Das Spiel begann eigentlich ähnlich wie das Hinspiel: Arsenal versuchte den Ball zu dominieren, Bayern versuchte diesen aus den gefährlichen Räumen fernzuhalten. Um die eigene Fehleranfälligkeit zu reduzieren, ließ Arteta White im Aufbau deutlich tiefer stehen. Dieser bildete einen Dreieraufbau mit Saliba und Gabriel, was letzterem erlaubte, weiter auf die linke Außenbahn zu schieben. Dadurch war dieser in weniger gefährlichen Zonen am Ball und das Risiko durch situatives Pressing überrumpelt zu werden, verringerte sich im Vergleich zum Hinspiel.
Vor der Abwehr positionierten sich Jorginho und wahlweise Rice oder Tomiyasu sehr eng. Bayerns aus drei Spielern bestehende erste Pressinglinie war gezwungen, sehr eng zu stehen und zu verhindern, dass Arsenal durch das Zentrum aufbauen kann. Auch das führte dazu, dass Gabriel immer wieder frei im Spielaufbau war und den Ball auf Arsenals linke Offensivseite verlagern konnte. Es mag zu Artetas Plan gehört haben, vermehrt über Links in die gegnerische Hälfte vorzudringen, um dann durch schnelle Seitenverlagerungen Saka in die Eins-gegen-Eins Duelle zu schicken.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Guerreiro und Laimer die Passwege auf Arsenals rechter Außenbahn konzentriert zustellten und Arsenals Idee nur selten aufging. In den ersten zehn Minuten schafften die Gunners es ein Mal Saka zu isolieren, was direkt in einem gefährlichen Lauf in den Strafraum resultierte, nachdem dieser Mazraoui hinter sich gelassen hatte. Über die linke Seite konnte Arsenal selten Gefahr ausstrahlen, da Bayern Martinelli eigentlich immer den Weg nach innen versperrte.
Auch Ödegaard wurde durch eine enge Deckung weitestgehend aus dem Spiel genommen und gezwungen, auf die für Arsenal kaum zu erreichenden Räume auf dem rechten Flügel auszuweichen. Schaffte Arsenal es, ihn zwischen den Linien im rechten Halbraum anzuspielen, ergaben sich seltene, dynamische Angriffsmomente.
Ein ebenfalls auffälliges Mittel waren Arsenals Versuche, durch das Zustellen von Kimmich und de Ligt, den FCB im Aufbau auf Dier und Mazraoui zu lenken. Strukturell funktionierte dies auch ausgezeichnet. Da Bayern es aber unbedingt versuchte zu vermeiden, in diese Pressingfalle zu spielen, versuchten sie es dennoch über die eigene rechte Seite. Das Resultat waren viele ungenaue Pässe ins Seitenaus, oder lange Bälle von Neuer in Richtung Sané. Letztere wurden allerdings von Tomiyasu wegen seines guten Timings häufig abgefangen.
Bayern hingegen versuchte immer wieder davon zu profitieren, dass sie Arsenals gesamte Mannschaft weit in ihre eigene Hälfte lockten. Nach Ballgewinnen in der eigenen Hälfte versuchte Tuchels Mannschaft immer wieder über Musiala und Sané mit Dynamik auf Arsenals Box zu attackieren. Diese Versuche endeten in der ersten Halbzeit dennoch vorwiegend noch davor.
Bayerns Konter wirkten dennoch gefährlicher und endeten häufig immerhin in Ecken als Folge von Weitschüssen und gescheiterten Flanken. Tomiyasu und Martinelli schafften es zusammen Sané deutlich besser als im Hinspiel zu neutralisieren. Die Räume, die Sané durch die Gegnerbindung kreierte, wurden allerdings immer wieder von Kimmich genutzt. Dieser konnte durch kluge Steckpässe und Flanken viel Gefahr erzeugen.
Nach einer sehr verfahrenen ersten Hälfte begann die Zweite mit deutlich größerer Wucht. Direkt nach dem Anstoß kam Ödegaard zu einer Chance, danach übernahmen die Bayern allerdings immer mehr die Kontrolle. Sie forcierten die Angriffe über den häufig ungedeckten Kimmich immer mehr und dadurch, dass Goretzka aggressiv die Box belief, konnte Bayern Arsenal immer wieder vor Zuordnungsprobleme stellen. Vor dem 1:0 in der 63. Minute setze sich Sané einmal gegen Martinelli und Tomiyasu durch und konnte von der Grundlinie auf Guerreiro flanken. Arsenal übersah den frei stehenden Kimmich völlig und ließ ihm den Raum, in den Strafraum einzudringen. Mit Leichtigkeit konnte er die präzise Flanke von Guerreiro verwerten.
Infolge des Rückstands war Arsenal der Schock eindeutig anzumerken. Die vorher über beide Spielen entfaltete Dominanz im Kampf um die zweiten Bälle ging verloren und das Passspiel wurde immer hektischer, was dementsprechend auch zu mehr Umschaltsituationen und damit mehr Chancen für den FC Bayern führte. Arteta wechselte fünf Minuten nach dem Rückstand Trossard und Jesus ein. Erster ist eiskalt vor dem Tor, letzterer kann mit seinen Dribblingfähigkeiten auf engstem Raum immer wieder Räume und Chancen kreieren.
Im Hinspiel besorgte derselbe Doppelwechsel noch den Ausgleich, in diesem Spiel fassten beide – genau wie die ganze Mannschaft – keinen Fuß mehr. Dass Havertz zurück ins zentrale Mittelfeld (als Folge des Wechsels) gezogen wurde, zerstörte Arsenals Möglichkeiten den Ball überhaupt ins letzte Drittel zu bringen. Mit der Abgeklärtheit einer Mannschaft, der man ansieht, dass sie nicht zum ersten Mal in einem solchen Spiel steht, schaffte der FC Bayern es, das Ergebnis über die Zeit zu bringen und war viel näher am 2:0 als Arsenal am Ausgleich. In der Gesamtbetrachtung stehen sie damit verdient im Halbfinale gegen Real Madrid, während Arsenal an einem Spiel wie diesem wachsen muss, um es im kommenden Jahr besser zu machen.
Bayern München – FC Arsenal – Champions League
Spieler des Spiels – Joshua Kimmich
Kimmich zeigte auch über das von ihm erzielte, entscheidende Tor hinaus eine sehr starke Leistung. Defensiv ließ er kaum etwas anbrennen und schaffte es Martinelli weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Offensiv war er Bayerns größte Waffe. Immer wieder bot er sich in den von Sané geöffneten Räumen an und war, vorrangig durch seine Pässe, Bayerns wichtigster Ballprogressor in dieser Begegnung. Darüber hinaus spielte er einige intelligente Pässe in die Box und leitete so Chancen für den FC Bayern ein.
Wie eine Feuerwerksrakete an Silvester – so lässt sich der Aufstieg vieler junger Talente in der Bundesliga beschreiben. Innerhalb von kurzer Zeit machen sie beachtliche Fortschritte in ihrer Entwicklung und wachsen von Perspektivspielern zu festen Größen in Deutschlands erster Fußball-Liga heran. In der Vergangenheit sind Spieler, wie Maxence Lacroix, Evan Ndicka oder Jamal Musiala prominente Beispiele, die in kurzer Zeit von Talenten zu Stammspielern wurden und sich als Bundesliga-Talente durchsetzten.
Auch in diesem Jahr gibt es einige Spieler, die sich aus dem Nichts hervorgetan und zu wichtigen Spielern für ihre Teams entwickelt haben.
Maximilian Beier (TSG 1899 Hoffenheim)
Seit der Saison 2018/19 ist der 21-jährige Spieler der Sinsheimer und war für die U17 und U19 aktiv, bis er dann zu den Profis hochgezogen wurde. In den letzten beiden Saisons wurde Beier nach Hannover verliehen, bei denen er in 68 Spielen 15 Tore erzielen konnte. Die Leihe kann man also nur als solide bewerten. Deshalb war der Sprung, den er in dieser Saison gemacht hat, nicht zu erwarten.
Der 1,85 m große Stürmer wurde in dieser Saison Stammspieler bei der TSG und komplettiert die Doppelspitze mit Wout Weghorst. Ihm sind nach 21 Spielen bereits acht Treffer und fünf weitere Vorlagen gelungen, was ihn zum besten Scorer der TSG macht und mit denen er für Pellegrino Matarazzo unverzichtbar geworden ist.
Trotz seiner beachtlichen Größe ist Beier als Mobile Striker zu bezeichnen. Ein hervorragendes Tempo bringt er mit (35,45 km/h Topspeed), aber auch seine Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins sind nicht zu unterschätzen. Mit seiner engen Ballführung hat er in der laufenden Saison schon den ein oder anderen gestandenen Bundesliga-Innenverteidiger aussteigen lassen.
Wegen seiner bisher genannten positiven Attributen kippt er auch gerne mal auf den Flügel oder in den Halbraum ab und trägt den Ball in den Strafraum (1,41 Carries into Penalty Area pro 90 min). Eine essenzielle Fähigkeit für das Spiel der TSG ist auch, dass er ein potenzieller Abnehmer von progressiven Pässen ist und ihnen enorme Tiefe gibt, welche neben seinem Sturmpartner Weghorst gebraucht wird. Deswegen ergänzen sich der Niederländer und Beier auch optimal, um das Duo vor Andrej Kramaric, der in zurückgezogener Position spielt, abzurunden.
Außerdem ist Beier ein Name, der im Dunstkreis der Nationalmannschaft auftauchen muss, weil er neben Deniz Undav und Niclas Füllkrug ein spannendes drittes Profil für die EM hergibt.

Aleksandar Pavlovic (FC Bayern München)
Die inzwischen allseits bekannte »Holding Six« ist das Profil, welches dem deutschen Rekordmeister nach wie vor fehlt. Das »Holding« gibt Youngster Aleksandar Pavlovic zwar auch nicht her, konnte sich jedoch in die Elf des Rekordmeisters spielen und wird von einigen deutschen Fans sogar in die Nationalmannschaft gefordert.
Der 19-Jährige, der auch für Serbien spielen könnte, ist in München geboren und spielt seit 2011 für Bayern München. Er hat alle U-Mannschaften des Clubs durchlaufen, hat am neunten Spieltag sein Debüt gegen Darmstadt gegeben und ist seitdem fester Bestandteil des Bayern-Kaders.
Wir wissen ganz genau, was er kann.
Tuchel über Pavlovic und seine Zukunft beim FC Bayern
Pavlovic ist ein typischer tiefer Spielmacher, der besonders im ersten Drittel im eigenen Ballbesitz in Erscheinung tritt. Für sein Alter agiert er sehr ruhig im Spielaufbau und gibt dem FC Bayern eine Pressingresistenz, was besonders wichtig in Bundesligaspielen mit hoch anlaufenden Offensivlinien eines Gegners ist. Er bietet sich jederzeit an, stellt eine Passoption dar, verarbeitet die Pässe mit einem guten ersten Kontakt und antizipiert richtig, wann er den Ball wieder abgeben sollte. Die Passqualität des Mittelfeldspielers ist dann auch sehr hoch, egal ob es ein Pass auf kurze, mittlerer oder lange Distanz ist. Gerade in puncto Vertikalität agiert er in der Bundesliga auf Top-Niveau, was mit seinem hohen Fußball-IQ zusammenhängt.

Max Finkgräfe (1. FC Köln)
Köln hat einen neuen Prinzen! Vielleicht ein wenig überspitzt formuliert, aber ein Spieler für die Zukunft in der Domstadt ist Finkgräfe definitiv. Der 19-Jährige hat in der Jugend bei Fortuna Düsseldorf, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und der SG Unterrath gespielt, bis er 2021 zum »Effzeh« gewechselt ist. Am ersten Spieltag hat er gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund sein Bundesliga-Debüt gegeben und ist seit Mitte Dezember Stammspieler beim 1. FC Köln und präsentiert sich auf einem sehr guten Niveau.
Seine Stärken liegen auf jeden Fall in der Arbeit gegen den Ball, bei denen er im Bundesligavergleich besonders gut abschneidet (1,49 Interceptions pro 90 min / 87 Percentile; 1,99 gewonnene Zweikämpfe pro 90 / 97 Percentile; 1,74 Blocks pro 90 / 80 Percentile). Aber auch im offensiven Bereich hilft er dem 1. FC Köln weiter, weil er mutig nach vorn spielen will und mit seinen Läufen dem Spiel von Timo Schulz Progressivität verleiht.
Das erste Mal richtig aufgefallen ist er beim Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg, bei dem ich selbst vor Ort war. Er hat sich in diesem Spiel sowohl offensiv als auch defensiv gut präsentiert und hat mit seiner Zweikampf- und Flankenstärke überzeugt, was ihn in diesem Spiel zum besten Mann auf dem Platz gemacht hat. Aber auch danach war er jede Woche einer der besten Kölner, bis er seine Leistungen dann gegen Hoffenheim mit seinem ersten Bundesligator sehenswert per Freistoß abgerundet hat.
Kurzfristig wird er dem »Effzeh« bei der Mission Klassenerhalt helfen und schließt die Lücke, die Jonas Hector im vergangenen Sommer mit seinem Karriereende hinterlassen hat. Auch im Hinblick darauf, dass Köln bis zum Winter 2025 keine Transfers tätigen darf, muss Finkgräfe, wie auch andere Jugendspieler, eine wichtige Rolle in der Domstadt einnehmen, damit Köln weiter erstklassig bleibt. Ihm persönlich traue ich tatsächlich aber auch eine ähnliche Entwicklung, wie Jonas Hector zu, die sogar vielleicht in einer Nominierung für die DFB-Elf mündet.
Merlin Röhl (SC Freiburg)
Beim FC Ingolstadt ausgebildet, in den Schwarzwald gewechselt, ein Jahr unter Thomas Mann gespielt und an die Profis herangeführt, um in diesem Jahr seinen Durchbruch zu feiern. Merlin Röhl passt perfekt zum Freiburger Weg, junge Profis entweder aus der eigenen Jugend oder aus anderen Juniorenmannschaften ins Breisgau zu holen. In seinen 23 Pflichtspielen für den Sportclub konnte der Mittelfeldspieler zwei Tore erzielen und vier weitere auflegen.
Röhl kann im Mittelfeld auf jeder Position spielen und ist ein absoluter Allrounder. Diese Polyvalenz ist essenziell für Freiburg, da das Mittelfeld sehr dünn besetzt ist. Gegen den Ball macht er einen soliden Job im Bereich Blocks und gewonnenen Luftzweikämpfen (oberes Drittel im europäischen Vergleich), aber muss im direkten Duell gegen seine Gegenspieler noch nachlegen.
Aber mit Ball wirkt er für sein noch junges Alter schon sehr weit. Im Ballcarrying ist der deutsche U21-Nationalspieler einer der besten Mittelfeldspieler in Europa und überbrückt viel Raum für den SC Freiburg. Diese Carries enden oft im Angriffsdrittel oder sogar im Strafraum und können so den Ball in den gefährlichen Raum bringen. Auch im Allgemeinen tritt er am liebsten im Angriffsdrittel in Erscheinung und könnte, wenn er noch sauberer im Passspiel werden würde, ein richtiger Spielmacher werden.
Röhls Perspektive in Freiburg ist golden. Er ist in diesem Jahr schon ein Spieler, der meiner Meinung nach in jedem Spiel starten muss und ein Kandidat, der Freiburg eine Menge Geld in die Kassen spülen könnte.
Moritz Nicolas (Borussia Mönchengladbach)
Moritz Nicolas ist der älteste Spieler in diesem Artikel und konnte erst mit 26 Jahren seinen richtigen Durchbruch bei Gladbach feiern, was mit der Verletzung des eigentlichen Stammtorwarts Jonas Omlin zusammenhängt. Ausgebildet wurde Nicolas bei Rot-Weiß Essen und wechselte 2015 an den Niederrhein, wurde seitdem zu Union Berlin, nach Osnabrück, zu Viktoria Köln und in die Niederlande zu Roda JC verliehen und ist im letzten Sommer zu den Fohlen zurückgekehrt. In seinen 20 Spielen für die »Fohlen« schaffte er es dreimal zu Null zu spielen und wusste in diesen zu überzeugen.
Vom Profil her ist er nicht unbedingt ein anderer Torwart als Jonas Omlin, weist aber wesentlich bessere Statistiken als der Schweizer auf. Im Spielaufbau sucht er zwar die einfachen Lösungen, ist technisch aber solide und im Kurzpassspiel hochprozentig gerankt. Der Post-Shot xG-Wert liegt im europäischen Vergleich unter den besten 13 % der Torhüter, was ihn als guten Shotstopper charakterisiert. Im Vergleich mit Bundesligatorhütern im Bereich verhinderte Tore schneidet er mit dem zweitbesten Wert pro 90 Minuten sogar noch besser ab. Das Luftduell ist ebenfalls als Stärke des 26-Jährigen zu verordnen, da er mit seinen 1,93 m Körpergröße, einer Menge Ruhe und Antizipation das nötige Etwas mitbringt, um die neue Nummer 1 der Gladbacher zu sein.
Von einer Verletzung profitiert, aber jede Sekunde Spielzeit genutzt. Ich bin ein großer Fan des gebürtigen Gladbeckers, habe nur ein paar Fragen, wenn es darum geht, was mit Jonas Omlin und Jan Olschowsky passieren soll. Nicolas hat meiner Meinung nach das Niveau, um Stammtorwart einer Bundesligamannschaft zu sein, aber ich vermute, dass Omlin als eigentlicher Kapitän wieder zurückkehren wird. Wenn dieser Fall eintreten sollte, muss Nicolas über einen Wechsel nachdenken, der ihn aber langfristig in der ersten Liga halten kann.

Eren Dinkci ( 1. FC Heidenheim)
Eren Dinkci ist seit der U19 unter Vertrag bei Werder Bremen, hat dann ein Jahr für die Reserve des Clubs gespielt und wurde dann im Alter von 19 Jahren mit einem Profivertrag ausgestattet. In der vergangenen Saison wurde dann festgestellt, dass er noch Schritte in seiner Entwicklung vor sich hatte, um den Grün-Weißen auf dem Platz zu helfen und wurde daher zum 1. FC Heidenheim verliehen. Seitdem er wettbewerbsübergreifend achtmal für den Aufsteiger getroffen, unter anderem sogar zweimal im Hinspiel gegen Werder und konnte noch zwei Tore für seine Kollegen auflegen.
Er überzeugt vor allem mit seiner Torgefährlichkeit und seinem guten Abschluss und profitiert viel von seiner herausragenden Athletik, welche einige Schwächen kompensieren kann. In dieser Bundesligasaison ist er sogar der schnellste Spieler der Liga und übertrifft damit sogar z. B. Alphonso Davies oder Jeremie Frimpong. In einer Mannschaft, die viel auf Umschaltfußball setzt, so wie Heidenheim es tut, ist Dinkci also wirklich eine gute Option für die Startelf.
| Spieler | Top-Speed in km/h |
|---|---|
| 1. Eren Dinkci (1. FC Heidenheim) | 36,41 |
| 2. Silas Katompa Mvumpa (VfB Stuttgart) | 36,15 |
| 3. Maxence Lacroix (VfL Wolfsburg) | 36,13 |
| 4. Linton Maina (1. FC Köln) | 36,10 |
| 5. Sheraldo Becker (ehemals 1. FC Union Berlin) | 36,07 |
Allerdings sehe ich bei ihm auch weiterhin noch Schwächen, besonders im Bereich mit Ball, sein First Touch, Passqualität und seine teilweise überstürzte Entscheidungsfindung muss er noch verbessern – die Anlagen sind aber definitiv vorhanden.
Wenn Dinkci im Sommer wieder nach Bremen zurückkehrt, wird er definitiv auch Angebote von anderen Clubs haben, da er sich in dieser Saison definitiv ins Rampenlicht gespielt hat. Ihm anraten würde ich allerdings einen Verbleib in Bremen, da er dort in ein spannendes, junges und vor allem gut trainiertes Bundesligateam kommt, in dem er seine noch schwachen Spielbereiche verbessern kann.
Kevin de Bruyne, Dominik Szoboszlai, Jeremie Frimpong und Erling Haaland haben alle etwas gemeinsam: Sie sind alle im Winter ins deutsche Oberhaus gewechselt und schauen auf eine erfolgreiche Zeit in der Bundesliga zurück.
Auch in Kürze steht das Wintertransferfenster wieder bevor – einige Clubs müssen nach einer schwachen Hinrunde handeln, andere planen, sich im Kampf um Europa oder die Meisterschaft zu verstärken. Was wären gute Bundesliga-Wintertransfers 2024?
1. Bayer 04 Leverkusen
Leverkusen ist nach einem der besten Saisonstarts in der Geschichte der Bundesliga in diesem Jahr ein klarer Meisterschaftsfavorit und kann in diesem Jahr den allseits bekannten Vizekusen-Fluch loswerden. Trotz der positiven Punkte gibt es noch einige Fragezeichen. Leverkusen wird vom Afrika-Cup betroffen sein, was bedeutet, dass Spieler wie Kossounou und Tapsoba fehlen werden. Ich denke jedoch, dass diese Ausfälle mit Hincapie und Stanisic kompensiert werden können. Eine Position bereitet mir jedoch größere Bedenken.
In unserem Podcast kritisierten wir zuletzt Lukáš Hrádecký, der leider zu oft Fehler in seinem Spiel macht. Obwohl der Finne in Europa zu den besten 15 % beim „Post-shot-xG-minus Goals allowed“ gehört, hat er zum Beispiel gegen Hoffenheim eindeutig ein Gegentor verschuldet und müsste auf absolutem Top-Level besser im Spielaufbau sein. Wenn Leverkusen wirklich Meister werden möchte, sollte Simon Rolfes meiner Meinung nach Geld in die Hand nehmen und einen neuen Torhüter verpflichten.
Dabei bin ich auf Marco Bizot von Stade Brest gestoßen. Der 32-jährige Niederländer hat in dieser Saison bereits dreimal die Null für den Tabellenneunten der Ligue 1 gehalten. Er gehört zu den besten 3 % beim PSxG-GA und ist sowohl bei kurzen als auch bei langen Pässen besser im Spielaufbau als der derzeitige Schlussmann. Zudem würde ein Transfer von Bizot die Zukunft des Leverkusen-Torwarts Matej Kovar, der im Sommer von Manchester United verpflichtet wurde, nicht beeinträchtigen.

2. FC Bayern München
Was die klare Baustelle beim deutschen Rekordmeister ist, sollte inzwischen jedem Fußballfan klar sein: Tuchel und der FC Bayern wollen eine Holding Six haben, damit Kimmich eine offensivere Achter-Rolle einnehmen kann. Meine absolute Wunschlösung hat der FC Bayern verpasst, da man sich im Rennen um Manuel Ugarte, der zu Paris Saint-Germain gewechselt ist, zu wenig bemüht hat.
Es ist klar, dass der FC Bayern eine weitere Offensive starten wird, um Joao Palhinha vom FC Fulham nach München zu holen. Allerdings wird dieser sehr teuer werden und der FC Bayern muss auch im Hinblick auf die Kadertiefe aktiv werden. Deswegen habe ich nach kostengünstigeren Lösung gesucht.
In alter Barça oder Real-Manier bin ich in der brasilianischen Liga fündig geworden und habe mit Gabriel Moscardo den optimalen Bayern-Sechser gefunden. Natürlich gäbe es Zweifel, ob der Brasilianer eine Soforthilfe wäre, aber wenn man dort nicht seine Chance nutzt, wird man in meinen Augen dabei zusehen müssen, wie Moscardo in den nächsten Jahren zu einem der besten Sechser der Welt heranreift.
In allen relevanten Defensivstatistiken ist der erst 18 Jahre alte Brasilianer, der zum Stammpersonal bei Corinthians gehört, mindestens in den besten 15 % vertreten und hat das optimale Abräumerprofil, was den Bayern noch fehlt. Dass Transfers von Youngsters funktionieren, beweist Bayern-Stürmer Mathys Tel in diesem Jahr und wäre, wenn man Harry Kane nicht verpflichtet hätte, sicherlich Stammspieler. Also rate ich den Bayern, vertraut in euer Scouting, beweist Geschick und verpflichtet einen vielversprechenden Spieler.

3. VfB Stuttgart
Dass der VfB Stuttgart nach der letztjährigen Relegation nach elf Spieltagen auf dem dritten Tabellenplatz steht, haben die Wenigsten erwartet. Der Großteil der Neuzugänge konnte bisher überzeugen und die erste Elf könnte die Schwaben wirklich ins europäische Geschäft führen. Daher sollte Fabian Wohlgemuth den Kader eher in der Breite verstärken und einen Backup für Atakan Karazor verpflichten, da man aktuell mit ihm und Angelo Stiller etwas dünn besetzt ist.
Dabei muss man eine kostengünstige Option im Auge haben, da der VfB nicht die finanziellen Möglichkeiten eines typischen Europa-Aspiranten hat. Mit einem Marktwert von zwei Millionen Euro ist Charles Vanhoutte von Royal Union St. Gilloise ein interessanter Kandidat für die Überraschungsmannschaft der Hinrunde. Der 25-Jährige imponiert mit guter Arbeit gegen den Ball und gewinnt 5,42 Zweikämpfe pro 90 Minuten und hat eine solide Passquote von 82,5 %. Ebenfalls interessant ist auch, dass er auf den ersten Blick brauchbar mit Ball zu sein scheint. Kreativität von der Sechs ist immer interessant, besonders im System vom VfB Stuttgart, der die drittbesten PPS against (Passes per possesion) nach Spitzenreiter Leverkusen und Verfolger Bayern München spielt.
| Mannschaft | PPS |
|---|---|
| 1. Bayer 04 Leverkusen | 6,69 |
| 2. FC Bayern München | 6,28 |
| 3. VfB Stuttgart | 5,67 |
| 4. Eintracht Frankfurt | 5,41 |
| 5. RB Leipzig | 4,97 |
4. RB Leipzig
RB Leipzig hat meiner Meinung nach kein Bedarf nachzulegen, sondern sollte eher darauf setzen, den Kader auszudünnen, um auch die Zufriedenheit der Spieler möglichst hochzuhalten.
5. Borussia Dortmund
Im Mai noch die Meisterschaft verspielt und jetzt unter den Erwartungen. Der BVB hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, vom spannenden jungen Team, welches zuverlässig das nächste große Talent herausgebracht hat, zum Auffangbecken für deutsche Nationalspieler zu werden, die den Borussen langfristig nicht helfen werden. Beim BVB muss es ein Umdenken und Umbesetzen sowohl in der Führungsriege als auch der Trainerbank geben. Aber auch eine Rückkehr zur alten Transferphilosophie muss angesteuert werden, um wieder der zweitgrößte Verein Deutschlands zu sein.
Die größte Baustelle ist die Rechtsverteidigerposition, die man seit dem Abgang von Achraf Hakimi nie so wirklich schließen konnte. Beim AS Monaco macht der Brasilianer Vanderson auf sich aufmerksam und konnte bereits zwei Scorerpunkte für die Monegassen auflegen. Vanderson interpretiert seine Rolle sehr offensiv und schaltet sich gerne auf dem rechten Flügel in Offensivsituationen ein. Seine ca. 3 Shot-Creating-Actions sind für einen Außenverteidiger überdurchschnittlich, aber auch am Boden ist er in puncto Defensivarbeit stabil unterwegs. Der BVB müsste allerdings spätestens diesen Winter die Bemühungen intensivieren, weil es nicht sicher ist, wie lange Vanderson noch verfügbar für Dortmund sein wird.
6. TSG 1899 Hoffenheim
Nach sechs Siegen aus elf Spielen stabilisierte Pellegrino Mattarazo die Sinsheimer nicht nur, sondern führt sie Stand jetzt auf einen Platz, der für das europäische Geschäft ausreichen würde. Eine Entwicklung, welche die wenigsten vor der Saison erwartet hätten. Auch die alte TSG-DNA, bei der junge entwicklungsfähige Spieler nach Sinsheim geholt wurden, findet sich in der heutigen Transferstrategie nicht wieder. Allerdings würde ich dem Geschäftsführer Sport Alexander Rosen raten, teilweise wieder diesen Weg einzuschlagen, damit der Erfolg in gewisser Form nachhaltig sein kann.
Die großen Baustellen im TSG-Kader gibt es eigentlich nicht. Jedoch sollte einem bewusst sein, dass Hoffenheim neben einem 32 Jahre alten Kevin Vogt keinen aufbaustarken Innenverteidiger im Kader hat und man sich deswegen mit dem Spieler Adamo Nagalo beschäftigen sollte. Der 21-jährige vom FC Nordsjælland ist, wenn seine Mannschaft den Ball hat, einer der besten Innenverteidiger der dänischen Superliga.
Seine Passquote von über 92,1 % und seine 80 % erfolgreiche Dribblings sprechen für sich, aber auch nach dem Anschauen von Videomaterial fällt sofort auf, dass Nagalo technisch auf einem sehr hohen Niveau ausgebildet wurde und über ein gutes Spielverständnis verfügt. Im Gegenpressing antizipiert er oft genau richtig, wie er anlaufen oder sich positionieren muss. Seine Fähigkeiten qualifizieren den Nationalspieler Burkina Fasos für einen nächsten Karriereschritt – und warum nicht in der Bundesliga bei der TSG, um mit Ozan Kabak und John Anthony Brooks die Dreierkette Matarazzos zu bilden?
7. Eintracht Frankfurt
Nach dem Abgang von Randal Kolo Muani im Sommer sollte klar sein, auf welcher Position die Eintracht im Winter nachlegen sollte. Man hat eine Menge Geld, die Eintracht beginnt unter dem neuen Trainer Dino Toppmöller jetzt auch noch Leistung zu zeigen und man ist eines der spannendsten Fußball-Projekte Europas. Man möchte seinen Kader weiterentwickeln und das wird gelingen, wenn man in der kommenden Transferphase einen echten Neuner verpflichtet. Zuletzt wurde viel berichtet, dass die Frankfurter starkes Interesse an Rafiu Durosinmi von Viktoria Pilsen hat.
Ein wirklich interessantes Profil sehe ich aber auch bei Jørgen Strand Larsen vom spanischen Erstligisten Celta Vigo. Wenn man ihm beim Spielen zusieht, erinnert er an seinen Landsmann Erling Haaland. Er kommt in dieser Saison zwar erst auf vier Treffer, ist für mich aber rein von den Anlagen eine rohe Gewalt. Eine Körpergröße von 1,92 m, Gewicht von 87 kg und sehr temporeich wären das perfekte Profil für den Sturm der Adler und das System Dino Toppmöllers, wo außerdem noch zu erwähnen ist, dass er technisch auch richtig stark ist. Außerdem könnte er wegen seines guten Kopfballspiels optimal zur Eintracht passen.
Wegen seines kompletten Paketes wünsche ich mir ihn endlich bei einem spannenden jungen Team, weil man beim ersten Scouting bereits erkennt, wie viel noch in ihm steckt und ich denke, dass er Frankfurt bei der Etablierung in der Top-6 der Liga helfen kann und man mit einem jetzt schon etablierten Topstürmer, Omar Marmoush die Perspektive verbauen würde.
8. SC Freiburg
Beim Sportclub gibt es selten eine richtige Baustelle, da sie oft einfach die völlig richtigen Transfers machen. Allerdings fehlt mir seit Jahren ein offensiver Unterschiedsspieler im zentralen Mittelfeld, der Vincenzo Grifo auf dem Flügel etwas Last abnimmt. Ein offensiver Achter ist also gesucht, der im Mittelfeld das Spiel verändert und Grifo und Dōan auf den Außen und einen Stürmer, wie Höler, Adamu oder Gregoritsch in Szene setzen kann.
Warum sollte man es nicht mal bei Muhammed Cham von Clermont Foot versuchen? Der 23-jährige Österreicher kennt Deutschland schon wegen seiner Vergangenheit beim VfL Wolfsburg und Hannover 96 in der Jugend und wäre der optimale offensive Achter vor Höfler und neben Eggestein. Er ist ein hervorragender Passspieler und antizipiert Räume optimal, was sich besonders bei seinen Statistiken aus der letzten Saison zeigt. In der Statistik Key Passes rankte er im vergangenen Jahr unter den besten 15 Prozent in Europa und auch beim Carrying hat er Topwerte, die für ihn sprechen (besser als 93,1 %). Außerdem hat er es bereits in den Kader der österreichischen Nationalmannschaft geschafft. Auch Ralf Rangnick lobte ihn vor seiner ersten Nominierung im September 2022:
Cham ist seit Wochen Stammspieler bei Clermont und einer der wenigen Spieler, die im Tempodribbling nicht nur in ein, zwei Spieler reingehen, sondern auch vorbeikommen.
Ralf Rangnick über Cham vor seiner ersten Nominierung für Österreich im September 2022
9. FC Augsburg
In diesem Jahr traf es den FC Augsburg – die erste Trainerentlassung der neuen Bundesligasaison betraf Enrico Maaßen. Er musste seinen Stuhl für den Dänen Jess Thorup räumen, der in jedem Spiel punktete und den FCA mit neun Punkten von Rang 15 auf 10 führte. Der zweimalige dänische Meistercoach ist meiner Meinung nach eine ideale Lösung für die Fuggerstädter. Er ist endlich der richtige Mann an der Seitenlinie und im Verein, um den eingeschlagenen Weg mit interessanten Spielern fortzusetzen.
Im Winter sollte der FC Augsburg auf der Linksverteidigerposition nachlegen, da ich Mads Pedersen als fehleranfällig betrachte. Josh Doig konnte im letzten Jahr mit seinem Club Hellas Verona knapp den Abstieg verhindern. Dabei erzielte der Schotte zwei Tore und legte vier vor. Er sucht oft nach Möglichkeiten, sich mit guten Doppelpässen in Steil-Klatsch-Situationen offensiv einzuschalten. Er scheut sich nicht, in den Strafraum zu gehen und entweder selbst abzuschließen oder einen Kollegen einzubeziehen.
In der laufenden Saison kann der Schotte zwar bisher nicht überzeugen, machte aber im letzten Jahr in Europa auf sich aufmerksam. Im Bereich Ballcarrying ist der Schotte mindestens durchschnittlich, und in der Kategorie Goal-Creating-Actions gehört er zu den besten sieben Prozent der Serie A-Außenverteidiger. Mit 1,53 erfolgreichen Dribblings pro 90 Minuten zeichnet sich Doig aus. Ich sehe ihn zwar am stärksten als Wingback in der Fünferkette, traue ihm aber auch in der Viererkette links eine offensive Rolle zu.
10. Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach durchlebt eine Zeit des Umbruches. Nils Schmadtke ist inzwischen Sportdirektor, Roland Virkus offenbar ein Sportchef mit einer Vision und Gerardo Seoane ein Coach, der Gladbach nach einem schwachen Start stabilisieren konnte. Gladbach wurde besonders im letzten Jahr viel von mir kritisiert, aber inzwischen habe ich trotz meiner Bedenken bei Gerardo Seoane wieder ein positives Gefühl beim Club vom Niederrhein.
In meinen Augen benötigt die Borussia definitiv jemanden, der Marktwertentwicklung verspricht, um den eingeschlagenen Weg zu verfolgen und langfristig wieder den Weg nach oben gehen zu können. Eine Schwachstelle, welche mir im Kader aufgefallen ist, ist die linke offensive Seite. Das gesuchte Profil wäre ein schneller Tempodribbler, der für Seoane so etwas, wie Moussa Diaby aus seiner Leverkusen-Zeit sein kann.
Mit fünf Scorerpunkten aus elf Spielen, 5,48 progressive Carries pro 90 Minuten, 0,25 xA pro Spiel und 3,36 erfolgreichen Dribblings hat mich Osame Sahraoui vom SC Heerenveen überzeugt. Man kann an seinen Stats klar ablesen, dass er mein gewünschtes Profil erfüllt und der Offensive von Gladbach ein ganz neues Element geben kann. Mit einem Marktwert von 5 Millionen Euro ist der Norweger ein interessanter Spieler, der die linke Seite der Fohlen auffrischen kann.

11. VfL Wolfsburg
Nachdem man in der Autostadt im vergangenen Sommer bereits 72 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hat und nach zwölf Spielen auf Rang 8 steht, kann man eigentlich nicht so unzufrieden sein. Allerdings kamen in den vergangenen Wochen sogar Trainerdiskussionen um Coach Niko Kovač auf, die man nach Auftritten, wie gegen Gladbach, völlig verständlich führen sollte. Aber auch andere Personalien waren nicht völlig unumstritten.
Koen Casteels verlängert seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht und auch der FC Bayern soll den belgischen Nationalkeeper wenigstens mal auf dem Zettel haben. Außerdem fiel der Noch-Wölfe-Schlussmann in diesem Jahr auch häufiger schon mal aus – die Option hinter Casteels hört auf den Namen Pavao Pervan, der seinen Job in den Spielen ausbaufähig machte. Jetzt hat man schon einen Casteels Ersatz fest verpflichtet, den man mit einer Option sogar bereits im Winter holen könnte:
Kamil Grabara, Torwart des FC Kopenhagen, sollte der VfL schon im Winter an den Mittellandkanal holen, um die Torwartposition in der Breite und der Qualität wieder besser aufzustellen. Der beim FC Liverpool ausgebildete Torhüter hält starke 69 % der Schüsse auf sein Tor und fällt besonders wegen seines Körperbaus (1,95 m und physisch stark) auf. Bekannt geworden ist er wegen des Champions League-Spiels im letzten Jahr gegen Manchester City und seinem herausragenden Spiel gegen Erling Haaland.
12. VfL Bochum
Der VfL Bochum ist in diesem Jahr, ebenso wie während der gesamten Amtszeit von Thomas Letsch, äußerst schwer zu besiegen. Die Mannschaft gibt auf dem Platz 90 Minuten lang alles und ist ein unangenehmer Gegner. Im Sommer wurde Felix Passlack als Außenverteidiger verpflichtet, um Cristian Gamboa herauszufordern. Bisher hat der ehemalige Dortmunder das aber nicht geschafft. Daher sollte man darüber nachdenken, ob man nicht einen neuen Rechtsverteidiger „anne Castroper“ holen sollte.
Dabei bin ich auf einen alten Bekannten aus der Bundesliga gestoßen, der früher beim FC Ingolstadt unter Vertrag stand. Florent Hadergjonaj könnte nach seinen Stationen in England und der Türkei wieder für ein deutsches Team spielen, und er wäre einem Wechsel nicht abgeneigt. Bei Alanyaspor ist er nicht mehr so gesetzt wie in der letzten Saison, in der er primär durch progressive Pässe und starke Zweikampfführung überzeugte – Eigenschaften, die für den Spielstil von Thomas Letsch essenziell sind. Übrigens ist er im Vergleich zu Cristian Gamboa insgesamt der bessere Spieler.
13. SV Werder Bremen
Viele Bundesliga-Enthusiasten waren sich sicher, dass Werder Bremen eine schwierige Saison bevorsteht, nachdem Niclas Füllkrug nach Dortmund gewechselt ist. Obwohl man mit Deman und Lynen spannende Spieler an die Weser geholt hat, wurde das verflixte zweite Jahr nach dem Aufstieg als Anzeichen dafür genommen, dass Bremen möglicherweise gegen den Abstieg kämpfen könnte. Nach zwölf Spieltagen steht das Team jedoch auf dem 12. Platz und kann zufrieden sein.
Jiri Pavlenka ist nicht mehr die unumstrittene Nummer eins der Werderaner und wird die Bremer im Sommer nach Vertragsende oder sogar schon im Winter verlassen, um noch eine kleine Ablösesumme zu erhalten. Der Tscheche wurde bereits von Michael Zetterer abgelöst, aber ich würde ihn lieber als Backup für einen neuen Torhüter einplanen.
Anstelle von Bremen würde ich versuchen, Nick Olij von Sparta Rotterdam als Torhüter zu verpflichten. Der 28-Jährige hat in dieser Saison bereits dreimal zu Null gespielt und nur 18 Gegentore kassiert. Er stammt aus der Jugend von AZ Alkmaar und ist über zwei Zwischenstationen in den Niederlanden im vergangenen Sommer bei Rotterdam gelandet. Seine Stärke sind definitiv seine starken Reflexe. Bei Schüssen, bei denen andere Torhüter bereits geschlagen wären, reagiert er schnell und fischt den Ball herausragend heraus. Das erinnert stark an Pavlenka.
Warum also nicht mit dem Stammtorwart der letzten Jahre weitermachen? Der klare Vorteil von Olij ist sein gutes Passspiel, möglicherweise sogar überragendes Passspiel, was den Aufbaumöglichkeiten des Teams von Ole Werner völlig neue Optionen eröffnet. Besonders bei langen Pässen über 40 Meter kommen fast die Hälfte aller Pässe an. Damit wäre er sofort unter den besten Torhütern der 1. Liga vertreten.
14. 1. FC Heidenheim
Von vielen wird natürlich der VfB Stuttgart als Überraschungsmannschaft der Liga benannt, jedoch sollte man auch den 1. FC Heidenheim auf dem Zettel haben. Nur die wenigsten werden geglaubt haben, dass die von Frank Schmidt gecoachte Mannschaft zu diesem Zeitpunkt der Saison so gut da steht. Die Spielphilosophie beruht sehr auf den Eigenschaften Kampf, Athletik und Physis, was man auch daran erkennt, dass Heidenheim bei der Laufdistanz aller Bundesligisten Erster ist und man sich bei Sprints und intensiven Läufen nur hinter dem VfL Wolfsburg einreihen muss.
| Mannschaft | Laufdistanz in km |
|---|---|
| 1. 1. FC Heidenheim | 1593 |
| 2. TSG 1899 Hoffenheim | 1587,9 |
| 3. 1. FC Köln | 1565,5 |
| 4. VfL Wolfsburg | 1556,2 |
| 5. 1. FSV Mainz 05 | 1548,9 |
Offensiv läuft bei Heidenheim viel über Jan-Niklas Beste, der Bremer Leihgabe Eren Dinkçi und Tim Kleindienst. Auch dahinter gibt es noch Optionen wie Marvin Pieringer. Jedoch ist man in der Innenverteidigung sehr dünn besetzt und dort könnte man vielleicht noch einen Spieler an die Brenz holen.
Kenneth Schmidt schafft es in der laufenden Saison nicht auf sonderlich viel Spielzeit in Freiburg zu kommen und sollte per Leihe eine Option für Clubs wie Heidenheim sein. In seinen Einsätzen in der Bundesliga und sogar im Europapokal gegen Juventus Turin war die Passquote des U-Nationalspielers im Schnitt bei ca. 89 %. Außerdem wäre er Linksfuß und passt somit neben Innenverteidiger Patrick Mainka. Sonst bringt Schmidt auch noch eine gute Athletik mit und kann die Tempodefizite der restlichen Viererkette ausgleichen.
Die Leihe wäre ein Win-Win-Win-Deal, da Heidenheim einen jungen aufstrebenden Verteidiger bekommt, der Spieler auf Top-Niveau eine Chance bekommt und Freiburg zur Saison 2024/25 einen Schmidt mit einem halben Jahr mehr Bundesligaerfahrung, der Manuel Gulde mittelfristig ersetzen kann, zurückbekommt.
15. 1. FC Köln
Der 1. FC Köln musste im Sommer eine der herausforderndsten Transferphasen in der Vereinsgeschichte verkraften. Eine der größten Vereinslegenden, Jonas Hector, beendete seine Karriere. Ellyes Skhiri, einer der Schlüsselspieler des „Effzehs“, verließ den Verein, und auch Timo Horn, eine wichtige Persönlichkeit in der Kabine, ging. Diese Spieler wurden durch Leart Paqarada (ehemals FC St. Pauli), Jacob Christensen (ehemals FC Nordsjælland) und Philipp Pentke (TSG 1899 Hoffenheim) ersetzt. Abgesehen von diesen drei Neuzugängen hat bislang keiner der Neuverpflichtungen vollkommen überzeugt.
Der 1. FC Köln muss insbesondere im Angriff nachlegen und verfügt im Winter über etwa 4 Millionen Euro, da der Kader auch ausgedünnt werden und dies das Budget erhöhen soll. Ein Stürmer neben Davie Selke wird gesucht, da sein Backup Steffen Tigges in dieser Saison noch kein Tor erzielt hat. Man könnte auf das Sturm-Talent Justin Diehl setzen, jedoch gibt es intern Streitigkeiten, da Diehl seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte und er es sich dadurch offenbar mit Trainer Steffen Baumgart verscherzt hat.
Köln sollte also einen neuen Stürmer verpflichten, und der Name Dennis Eckert Ayensa muss in Köln diskutiert werden. Der aktuelle Torjäger des belgischen Erfolgsvereins Union St. Gilloise spielte bereits in der Jugend beim „Effzeh“, bevor er über Aachen, Gladbach, Celta Vigo, Excelsior Rotterdam und Ingolstadt in Belgien landete. Der gebürtige Bonner könnte eine ideale Lösung für das Offensivproblem der Kölner sein, da er ein vielseitiges Profil mitbringt. In der laufenden Saison hat er bereits acht Tore wettbewerbsübergreifend erzielt und zudem ein weiteres Tor vorbereitet.
Aufgrund seines Spielprofils könnte er perfekt neben Davie Selke spielen, da er sowohl spielerisch eingebunden werden kann als auch allein in der Spitze agieren kann. Interessant ist auch, dass er seine erwarteten Tore (npxG) weder über- noch unterperformt, was ein Hinweis darauf sein kann, dass Eckert Ayensa seine aktuellen Leistungen beibehalten kann.
Es bleibt jedoch fraglich, ob der 1. FC Köln überhaupt noch eine Chance hat, den 26-jährigen Senkrechtstarter, zu dem klare Parallelen zu Deniz Undav bestehen, zu verpflichten. Es ist auch vorstellbar, dass Vereine wie Wolfsburg, Gladbach oder Frankfurt ebenfalls Interesse haben. Der anvisierte Preis von 3 bis 5 Millionen Euro würde immerhin perfekt zum Budget des 1. FC Köln passen.
15. SV Darmstadt 98
Ähnlich wie der 1. FC Heidenheim überrascht auch der zweite Aufsteiger in dieser Saison. Der SV Darmstadt steckt zwar tief im Abstiegskampf, aber die Frage ist, wer Darmstadt nicht als abgeschlagenen Tabellenletzten zu diesem Zeitpunkt der Saison gesehen hat.
Die besten Torschützen der Lilien in dieser Saison sind Tobias Kempe, Marvin Mehlem und Tim Skarke. Sie alle sind keine Stürmer und können Philipp Tietz, der im Sommer zum FC Augsburg gewechselt ist, nicht ersetzen. Außerdem befindet sich Darmstadt mit 14,88 erzielten Toren (regulär 15) auf dem letzten Platz in der xG-Tabelle. Wenn Darmstadt als absoluter Außenseiter in der Liga bleiben will, muss das Team in dieser Statistik eine deutliche Überleistung zeigen. Hier könnte es hilfreich sein, einen treffsicheren Stürmer nach Südhessen zu holen.
| Mannschaften | Tore (real erzielt) | xG |
|---|---|---|
| 15. 1. FSV Mainz 05 | 12 | 16,25 |
| 16. 1. FC Heidenheim | 18 | 15,94 |
| 17. 1. FC Union Berlin | 12 | 15,25 |
| 18. SV Darmstadt 98 | 15 | 14,88 |
Welche Qualitäten sollte ein neuer Stürmer unbedingt mitbringen? Kopfballstärke, Präsenz im Strafraum und ein gewisses Tempo, das gut zum Spielstil von Darmstadt passt. Zuerst dachte ich an Lucas Alario, bei dem man eine mögliche Leihe hätte anfragen können, aber es ist anzunehmen, dass er bei Eintracht Frankfurt ein zu hohes Gehalt bekommt. Deshalb bin ich auf Sebastian Polter gekommen. Er hat eine ähnliche körperliche Statur wie Phillip Tietz, ist stark in der Luft und kennt den Abstiegskampf aus seiner Zeit in Bochum. In der Saison 2021/22 hat er sogar zweistellig getroffen und könnte das Defizit auf der Position des Mittelstürmers beheben.

17. 1. FSV Mainz 05
Hätte man vor der Saison jemandem gesagt, dass Bo Svensson die Saison bei Mainz nicht fortsetzt, hätte wahrscheinlich der Großteil dies als Witz betrachtet. Aber nein, inzwischen ist Jan Siewert Trainer der 05er und man muss sich nach einem der schwächsten Saisonstarts seit Jahren nach unten orientieren. Jetzt beginnt eine neue Ära in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt mit einem neuen Trainer. Siewert wird vermutlich zunächst bis zur Winterpause den Cheftrainerposten bekleiden und dann werden die Bosse Martin Schmidt und Christian Heidel entscheiden, ob man Siewert fest anstellt oder U19-Erfolgscoach Benjamin Hoffmann befördert.
Kadertechnisch ist klar, dass es in der Innenverteidigung während der laufenden Saison häufig verletzungsbedingt zu Rotationen gekommen ist, was zu einem erheblichen Qualitätsverlust in der gesamten Defensive geführt hat. Dann holte man Josuha Guilavogui vom freien Markt als Reaktion auf die Verletzung von Hanche-Olsen. Allerdings verletzte sich der ehemalige Wolfsburger direkt im ersten Spiel und man war wieder unterbesetzt. Im Winter muss man sich also verstärken:
Die Scouts des 1. FSV Mainz 05 sollten auf jeden Fall den südkoreanischen Markt im Auge behalten und Ju-sung Kim vom FC Seoul beobachten. Der linke Fuß des 22-jährigen Nationalspielers Südkoreas wäre wahrscheinlich sofort als linker Halbraumverteidiger in der Dreierkette der Mainzer gesetzt und könnte auch zur Weiterentwicklung des Mainzer Spiels beitragen, da er aufgrund des ballbesitzorientierten Spiels des FC Seoul genau weiß, wie man als Mannschaft mit dem Ball agiert.
Dies zeigt sich insbesondere in seiner beeindruckenden Passquote von 91 Prozent und seiner starken Leistung von rund 60 Prozent bei langen Bällen, die im Spiel des FSV essenziell werden könnten. Kim verfügt auch über eine ordentliche Geschwindigkeit, was er als Ersatz für Leitsch definitiv mitbringen muss.

18. 1. FC Union Berlin
Union Berlin ist die Überraschungsmannschaft der Bundesliga, wie immer: Allerdings dieses Mal im negativen Sinne. Urs Fischer ist nicht mehr Trainer der Köpenicker und der Kroate Nenad Bjelica ist sein Nachfolger. Fragen, ob jetzt ein Umbruch bevorsteht und ob Oliver Ruhnert über den Sommer in Berlin bleibt, beschäftigen den Club aus der Hauptstadt.
Was den mvpclub hier besonders beschäftigt ist, was Union im Januar auf dem Transfermarkt vorhat. Nachdem man sich erstmals seit Max Kruses Abgang mit Brenden Aaronson, einem kreativen Mittelfeldspieler von Leeds United, verstärkt und dieser bisher nicht überzeugt hat, sollte man zuerst über das Ende der Leihe des US-Amerikaners verhandeln und anschließend einen Ersatz verpflichten.
Der gefundene Ersatz und Unterschiedsspieler ist kein Unbekannter auf unserer Website. Vor etwa neun Monaten habe ich Mainz 05 diesen Spieler empfohlen und jetzt sollte er endlich den UD Almería in Richtung Bundesliga verlassen. Lucas Robertone ist der ideale Spieler für Union Berlin. Die Stürmer haben meiner Meinung nach die nötige Qualität, bekommen aber viel zu wenig Gelegenheiten, da die Bälle fast ausschließlich vom Flügel in die Box gelangen und Union nach Jahren des gleichen Offensivkonzepts einfach zu vorhersehbar ist.
Robertone würde dem Offensivspiel der Eisernen ein ganz neues Element bringen und das Mittelfeld in ihrer Chancenerstellung auf ein anderes Level heben. Bei Almería ist er der mit Abstand beste Offensivspieler, und auch im europäischen Vergleich brauch sich der Argentinier nicht zu verstecken (Top 1 % bei Assists). Robertone passt außerdem gut ins System von Union, da er trotz seiner schwächeren Statur sehr engagiert gegen den Ball arbeitet.

Am 24. März gab der FC Bayern München bekannt, sich von Julian Nagelsmann zu trennen und dies mit völligem Unverständnis Fußball-Deutschlands. Man war noch in allen Wettbewerben vertreten – der Kampf um den Meistertitel war zwar offener als sonst, aber der FC Bayern München war natürlich trotzdem der Favorit.
Am 19. April, knapp vier Wochen später, spielt man mit dem neuen Trainer Thomas Tuchel nur noch um den Meistertitel, da man im DFB-Pokal am SC Freiburg und in der Champions League an Manchester City scheiterte. Der FC Hollywood ist zurück und es wird ein Umbruch im Sommer geben müssen, um auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich zu bleiben.
Der Trainer und das Spielsystem vom FC Bayern München
Tuchel war nicht das erste Mal auf der Liste des Rekordmeisters. 2018 klappte es einst nicht, den FIFA-Welttrainer von 2021 an die Isar zu holen. Tuchel ist ein ehrgeiziger Trainer, dem es gelingt, Spieler zu entwickeln und gut in der Kabine anzukommen. Außerdem kennt er es von Paris Saint-Germain bestens, mit Stars zusammenzuarbeiten, die in der Vergangenheit sogar gelegentlich von Tuchel schwärmten. Eine weitere Stärke von ihm ist seine Flexibilität bei der Taktikausrichtung. Er bringt zwar eine Spielidee mit, kann diese aber gut an den Kader anpassen. Mal wird auf Ballbesitz- oder Umschaltfußball mit hohem Pressing und gemeinsamen nach Vorn verteidigen gesetzt.
Gerade beim FC Bayern München ist das wichtig, da man am Wochenende vielleicht gegen einen mittelklassigen Bundesliga-Club spielt und unter der Woche eine Top-5 Mannschaft wartet. Im Vergleich zu Julian Nagelsmann muss man aber sagen, dass Tuchel noch ein wenig mehr auf Kontrolle setzt und weniger Fehler zulassen möchte. Ebenfalls ist es dem Trainer wichtig, dass Stars des Gegners schwer ins Spiel finden.

Seit dieser Saison wechselt der FC Bayern München immer mal wieder zwischen Dreier- und Viererkette hin und her. Unter Tuchel wurde zuletzt eher auf die Viererkette gesetzt. Jedoch hoffe ich, dass sich nach dem Umbruch im Sommer ein 3-4-3 langfristig durchsetzt, da der Kader der Münchner für diese Formation gemacht ist. Im Ballbesitz würde einer der beiden Außenverteidiger invers werden. Dabei wird das Spielfeld in der Mitte enger, eine Raute im Mittelfeld entsteht und gibt den Flügeln mehr Platz. Ein Flügelspieler rutscht zudem ins offensive Mittelfeld und ein Außenverteidiger rutscht in die Offensivreihe.

Der aktuelle Kader vom FC Bayern München
Torwart
Ein Weltklassetorwart, der nicht Manuel Neuer heißt, steht aktuell beim deutschen Rekordmeister zwischen den Pfosten: Yann Sommer kam im Winter für den verletzten Neuer. Sommer ist außerdem aktuell auf dem besten Wege, Neuer auch langfristig abzulösen und eine neue Rangordnung im Bayern-Tor zu schaffen. Sommer ist auf der Linie absolute Weltklasse und ein sicherer Rückhalt für den FC Bayern München. Manuel Neuer muss das erste Mal um seinen Platz bangen.
Nachdem der mehrfache Welttorhüter sich im Skiurlaub verletzt hatte, wird er, wenn er wieder fit ist, sich seinen Stammplatz zurück erkämpfen müssen, da er das erste Mal auf ernste Konkurrenz im Verein trifft. Torwart Nummer drei und vier sind Sven Ulreich und Johannes Schenk. Beide werden keine Rolle spielen, sind aber für die Kaderbreite essenziell.
Außenverteidiger
Auf der Rechtsverteidigerposition ist der FC Bayern München in meinen Augen ziemlich überbesetzt. Aktuell können fünf Spieler diese Position begleiten, wobei ich Pavard ab dem Sommer eher in der Zentrale einorden möchte.
João Cancelo kam in Winter per Leihe von Manchester City und konnte bis jetzt nur in einem System mit Wingbacks überzeugen. Dort kann der Portugiese mit seiner Spielintelligenz, seinem Tempo und seinen überragenden Flanken glänzen, was er bei seinem Debüt im Pokal gegen Mainz Anfang Februar direkt unter Beweis stellte. Man kann einfach sagen: Wenn Cancelo spielt, hat man einen Offensivmann mehr. Der FC Bayern hat eine Kaufoption im Wert von 70 Millionen Euro. Eine Stärke des 28-Jährigen ist auch noch, dass er auf beiden Seiten spielen kann.
Noussair Mazraoui hat in dieser Saison leider viel zu sehr mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn er allerdings spielt, glänzt er mit starken Leistungen. Er kann sowohl offensiven als auch defensiven Input liefern. Eine große Stärke von Mazraoui ist definitiv sein gutes Passspiel. Seine Passquote von 85,1 %, die in den Top 8 % Europas bei Außenverteidigern ranked, ist gehobene Klasse und seine fast sechs raumgewinnenden Pässe machen Mazraoui für Tuchel bei seinem geordneten System zu einem guten Kandidaten. Leider sehe ich ihn eher als rechten Außenverteidiger und nicht als Wingback in einer Dreierkette.
Josip Stanisic schaffte es sich diese Saison wenigstens vereinzelt mal in die Rotation der Münchener zu spielen. Dies klappte zwar eher unter Nagelsmann, aber als Backup für einen der Außenverteidiger ist Stanisic wirklich gemacht. Allerdings ist er offensiv zu schlecht und diese Schwäche ermöglicht es ihm nicht auf der rechten Wingback-Position Platz zu nehmen. Ebenfalls noch im Kader: Bouna Sarr. Dieser kommt aktuell auf genau null Einsatzminuten. Eine Trennung im Sommer steht wahrscheinlich bevor.
Auf der Gegenseite hat man mit Alphonso Davies eine Lösung, die unglaubliches Tempo und gutes Dribbling mitbringt. Offensiv ist der 22-Jährige einer der besten Außenverteidiger der Welt. Mit 3,62 schusserzeugenden Aktionen und 7,44 raumgewinnenden Pässen ist er ein wichtiger Bestandteil des Bayern-Spiels. Defensiv kann er leider nicht an das Sextuple-Jahr mit Hansi Flick anknüpfen. Mit seiner Physis und Athletik kann er Schwächen im Defensivverständnis ausgleichen, ist aber trotz alledem fehleranfällig.
Als Backup kam im Winter Daley Blind, der aktuell nicht die größte Rolle innehat. Ich denke auch, dass er für Bayern nicht mehr wichtig wird.
Innenverteidigung
Der Abwehrchef der Münchener ist seit letztem Sommer Matthijs de Ligt. Die Nummer 4 hat in meinen Augen das Potenzial, der beste Innenverteidiger der Welt zu werden. Mit Passsicherheit, Zweikampfstärke und Kopfballstärke zeichnet sich der Niederländer aus. Aber nicht nur damit ist er wichtig für den FC Bayern München, da er in nur wenigen Monaten zum absoluten Führungsspieler gereift ist und zum Favoriten vieler Fans als zukünftiger Bayern Kapitän geworden ist.
Neben ihm würde in der Dreierkette Benjamin Pavard Platz nehmen, der sich in dieser Saison zu einem absoluten Weltklasseverteidiger entwickelt hat. Er strahlt aktuell eine Sicherheit und Dominanz aus, die andere Spieler im Kader Bayerns vermissen lassen. Mit fünf Treffern konnte sich der Franzose auch auszeichnen. Zum Zeitpunkt der aktuellen Krise kann man sogar behaupten, dass er einer der torgefährlichsten Akteure im Kader ist.
Ebenfalls stark ist eigentlich Dayot Upamecano. Leider ist der 24-Jährige immer noch zu fehleranfällig, um in Sphären, wie de Ligt oder Pavard zu kommen. In der Champions League passierten ihm gegen Manchester City folgenschwere Fehler und die muss er schnell aus seinem Spiel loswerden, sonst wird er nie das absolute Top-Niveau erreichen. Aber eine Sache, die man ihm lassen muss – er ist in meinen Augen der beste Verteidiger bezüglich Zweikämpfen. Er trennt viele Angreifer immer fair vom Ball. Dabei befindet er sich sogar in den Top 9 % der Innenverteidiger in Europas Top-Ligen. Dabei trägt er nicht nur zuletzt dazu bei, dass Bayern die meisten Zweikämpfe der Liga gewinnt.
| Mannschaft | Anzahl |
|---|---|
| FC Bayern München | 3128 |
| 1. FSV Mainz 05 | 3041 |
| VfL Bochum | 2978 |
| VfB Stuttgart | 2971 |
| Hertha BSC Berlin | 2911 |
Ebenfalls im Kader ist der verletzungsgeplagte Lucas Hernandez. Wenn er spielt, macht er immer einen guten Job. Aber der 80 Millionen Euro Transfer hat sich einfach nicht ausgezahlt. Dafür kann weder der Spieler noch der Verein etwas, aber ich halte es für möglich, dass ein Transfer im Sommer anstehen könnte.
Mittelfeld
Joshua Kimmich ist das Gehirn des Bayern-Spiels und ist im defensiven Mittelfeld ein gesetzter Stammspieler. Er ist einer der besten Mittelfeldspieler der Welt und lenkt das Spiel, wie z. B. Toni Kroos, der ihm vom Spielertyp extrem nahekommt. Für mich sind Kroos und Kimmich die zwei besten Passspieler der Welt und das kann man auch mit Statistiken belegen: Joshua Kimmich liegt in den Top 2 % der Mittelfeldspieler im Hinblick auf Passvolumen, spielt also mit die meisten Pässe pro 90 Minuten in ganz Europa. Auch die raumgewinnenden Pässe (9,95 pro 90 Minuten) sind oberstes Niveau. Ebenfalls kann der 28-Jährige aus dem Mittelfeld sehr gut Schussaktionen erzeugen (Top 3 % in Europa).
Defensiv sticht er nur bei abgefangenen Bällen heraus, da er dort mit seinem guten Stellungsspiel seine fehlende Größe und Physis ausgleicht. Allerdings gehört er für mich nicht auf die „6“, sondern eine Reihe nach vorn. Man gibt ihm dann zwar wieder mal, was er will, aber um erfolgreichen Fußball zu spielen, muss man Kimmichs Qualität maximal ausschöpfen und das geht meiner Meinung nach nicht, wenn er der defensive Motor im Mittelfeld ist.
Neben Kimmich nimmt meistens Leon Goretzka, der gleichzeitig auch sein Partner beim DFB ist, Platz. Goretzka geht gerne, wie Kimmich auch, in die Offensive. Da ist er auch wirklich stark und kann immer wieder Impulse setzen. Leider fehlt es beim Goretzka & Kimmich Mittelfeld an Absicherung und einer von beiden wirkt oft, meistens Goretzka, wie ein Fremdkörper, da beide den Ball benötigen, um dem Spiel ihre Handschrift zu verleihen. Goretzka ist eher Box-to-Box-Mittelfeldspieler als „Sechser“.
Ryan Gravenberch kam im Sommer für 18,5 Millionen Euro als Riesentalent von Ajax Amsterdam. Viele Fans freuten sich und prognostizierten eine große Rolle für den talentierten Niederländer. Bis jetzt passt es aber irgendwie nicht zwischen dem 20-Jährigen und dem deutschen Rekordmeister. In der Liga kommt er immer nur zu Kurzeinsätzen und kann im Spiel nicht viel Einfluss gewinnen. Vom Talent und der schon aktuellen Qualität hat er aber das Bayern-Format. Er muss nur einfach mal die Chance erhalten. Einen detaillierten Scoutingbericht zu Ryan Gravenberch findet ihr hier auch.
Der teuerste Spieler im Kader der Bayern ist Jamal Musiala und das auch völlig zurecht. Ihm beim Spiel zuzuschauen ist einfach besonders und „Bambi“ ist mit Florian Wirtz das beste deutsche Talent, was es aktuell gibt. Im Eins gegen Eins ist der 20-Jährige kaum zu verteidigen und erinnert dort an Lionel Messi. Auf engem Raum schafft er es, seine Verteidiger aussteigen zu lassen. Dabei hilft ihm auch der perfekte Mix aus Tempo und Balance, der ihn zu so einer „Dribbelmaschine“ macht.
Oft hat er auch ein gutes Gefühl für Pässe in die Tiefe. Ihm gelangen nicht ohne Grund zu seinen herausragenden elf Treffern schon neun Vorlagen, weil er seine Mitspieler effektiv einsetzen kann. Im Abschluss muss sich Jamal Musiala allerdings noch steigern. Oft lässt er noch Großchancen liegen. Ich traue ihm jedoch zu, dass er die Kaltschnäuzigkeit entwickelt und sehe schon, wie er jedes Jahr 15 oder mehr Tore schießt.

Außerdem noch im Kader hat man mit Paul Wanner ein großes Talent in den eigenen Reihen, welches immer mal zu Einsätzen kommt. Dazu wurde Arijon Ibrahimovic in die erste Mannschaft hochgezogen. „Bayerns Ibra“ wird aber kurz- und mittelfristig nicht zu Einsätzen kommen.
Flügelposition
Kingsley Coman ist der einzige Münchner Flügelspieler, der konstant gute Leistungen bringt. Problem bei ihm ist aber, dass er oft wegen Verletzungen zurückgeworfen wird und nie zur absoluten Weltklasse aufschließen kann. Wenn er in Form kommt, trifft er jedoch konstant und müsste der einzig sicher gesetzte Flügel der Bayern sein. Er ist eher eine Art klassischer Flügelspieler, der auch wirklich an der Außenlinie das Feld breit macht. Das Ziel Comans ist es, mit guten Dribblings, gezielten Läufen oder mit Tempo und Steil-Klatsch-Situationen hinter die Linie zu kommen.

Über Sadio Mané möchte ich nicht viel sagen, da er für mich die größte Enttäuschung und der Flop der Bundesliga-Saison 2022/23 ist. Er wird nach dem Kabineneklat mit Leroy Sané Bayern wieder verlassen müssen. Bei Leroy Sané bin ich hingegen etwas optimistischer. Er könnte ein X-Faktor im System Tuchels werden, da er nicht nur, wie Coman an der Linie kleben kann. Er kann auch eine inverse Rolle übernehmen und im alten Robben-Style in die Mitte ziehen – wie im obigen Bild bei Comans Tor gegen Dortmund. Sané ist zudem einer der besten Dribbler der Liga und nimmt mit 61 %-Quote bei erfolgreichen Dribblings auf Platz drei der Bundesliga platz.
Mein nächstes Sorgenkind neben Sadio Mané ist Serge Gnabry. Der Nationalspieler traf zwar schon neunmal in der Liga, aber stand zuletzt häufig in der Kritik, weil er einfach zu oft abtaucht. Tuchel setzte ihn sogar teilweise als „falsche Neun“ ein, aber auch hier kommt Gnabry nicht in Tritt.
Sturm
Thomas Müller ist auch im Jahr 2023 und dem gefühlt tausendsten Trainer bei den Bayern gesetzt. Allerdings lässt sein Impact immer mehr nach und ist auch ein Sorgenkind meinerseits. Müller kann aber nach wie vor gut mit dem Rücken zum Tor agieren und passt somit am besten ins bayrische Offensivspiel. Wenn er wieder seine Form findet, wird Müller den Sorgenkindstatus bei mir wieder verlieren.

Mathys Tel ist einer meiner Lieblingsspieler im FC Bayern Kader und hat in meinen Augen mehr Spielzeit verdient. Diese Meinung wird zum einen durch die beste Torfrequenz der Liga (alle 85 Minuten ein Tor) begründet, hat aber nicht nur damit zu tun. Der 17-jährige Franzose ist extrem vielseitig einsetzbar (Flügel und Sturmspitze) und hat Anlagen ein Weltklassespieler zu werden.
Der Teenager ist physisch stark und schon sehr weit für sein Alter und kann seine Gegenspieler mit seinem Tempo überpowern. Aber auch in typischen Stürmerdisziplinen, wie dem Eins gegen Eins und mit dem Rücken zum Tor, agiert Tel stark und strahlt Gefahr aus. Sein Kopfballspiel muss sich als Stürmer noch verbessern, da er seine 1,83 m besser einsetzen könnte. Dann wäre er eine Allzweckwaffe, wie z. B. ein Kylian Mbappé.
Der meistens gesetzte Spieler im Münchener Sturm ist in diesem Jahr Eric Maxim Choupo-Moting. Er ist nach Jamal Musiala mit 10 Treffern der zweiterfolgreichste Münchener in der Saison 2022/23. Normalerweise sollte „Choupo“ aber nur Backup sein, da er in dieser Rolle bei Tuchel schon bei PSG glänzte.
Ausblick auf den Sommer
Wie schon zu Beginn erwähnt, wird es beim FC Bayern München zu einem Umbruch im Sommer kommen müssen. Der Verein muss vorrangig klare Transferziele in Angriff nehmen, aber müssen sich zuerst um Leihrückkehrer und Abgänge kümmern.
Alexander Nübel kommt nach einer eineinhalb Jahre langen Leihe beim AS Monaco zurück an die Isar, wird den Verein aber womöglich direkt wieder verlassen. Die Nübel-Personalie hängt auch mit Neuer zusammen und vielleicht öffnet sich für ihn dann eine Tür, um bei Bayern zu bleiben.
Auch Bright Arrey-Mbi kehrt im Sommer von Hannover 96 zurück. Der junge Innenverteidiger ist bei seinem Leihklub gesetzt, aber eine weitere Leihe oder sogar ein Verkauf wird unausweichlich sein. Gabriel Vidovic ist derzeit an Vitesse Arnheim verliehen. Dort scorte er in 28 Spielen viermal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er danach erneut verliehen wird.
Verliehen ist auch Marcel Sabitzer, und zwar an Manchester United. Dort hat er einen Platz gefunden und kommt zu Einsätzen. Eine feste Verpflichtung ist auf jeden Fall möglich. Eine Kaufoption gibt es nicht, aber der Österreicher sollte auf jeden Fall zwischen 15 und 20 Millionen Euro einspielen.
Wir sind an dem Punkt der Analyse angekommen, an dem ich beginne, selbst Sportdirektor zu spielen. Daley Blind wird den Verein wieder verlassen, da sein Vertrag nur bis zum Sommer läuft. Sonst hat der FC Bayern München noch keine festen Verkäufe, aber ich werde für einige Spieler Abnehmer suchen und neue Stars finden, da ich den hochgelobten Kader schlichtweg überbewertet finde.
Der erste Spieler, der den FC Bayern verlassen muss, ist Manuel Neuer. Dies schockiert den ein oder anderen eventuell, aber inzwischen ist eine Trennung in meinen Augen unausweichlich. Neuer fiel zuletzt wegen der Tapalovic-Debatte auf und es muss eine noch eine Reaktion darauf folgen, dass sich Manuel Neuer beim Skifahren verletzt hat. Das darf einfach nicht passieren, dass er sich dort so verletzt und für die Saison ausfällt. Das ist ein extrem unprofessionelles Verhalten, welches bestraft werden muss. Neuer auch nicht mehr der unangefochtene Welttorhüter. Man sieht bei ihm, dass sein Alter langsam zu schaffen macht und ich bin mir sicher, dass er den Konkurrenzkampf gegen Yann Sommer verlieren würde.
Der nächste Spieler, bei dem ich einen Abgang nicht ausschließe und für den ich einen neuen Verein suchen würde, ist Lucas Hernandez. Der teuerste Bayern-Transfer aller Zeiten ist kein Flop – immer wenn er gespielt hat, sah es danach aus, dass Bayern den nächsten Weltklasse-Innenverteidiger gefunden hat, aber dann war er wieder verletzt. Bayern muss wirtschaftlich denken und ihn verkaufen, damit bei diesem Transfer wenigstens Schadensbegrenzung gemacht wird.
Noussair Mazraoui ist ein nächster möglicher Verkaufskandidat. Ich fände es schade, aber Tuchel scheint nicht der größte Fan des Marrokaners zu sein. Mit Stanisic, Pavard und einem möglichen Transfer (Cancelo oder ein anderer) ist man sehr breit besetzt und ich sehe ihn nicht unbedingt ihn einer Wingback-Rolle.
Auch Leon Goretzka sollte nicht komplett unumstrittener Stammspieler sein. Der FC Bayern muss sein Mittelfeld umstellen und danach sehe ich den Platz Goretzkas nicht. Vereine aus England meldeten in der Vergangenheit Interesse am Mittelfeldspieler an und er sollte nicht für unverkäuflich gelten.
Zu Ryan Gravenberch würde ich als Betrachter des FC Bayern sagen, dass sie ihn nicht verkaufen sollten und er mehr Spielzeit bekommen muss. Der Umgang mit Talenten verbesserte sich über die Jahre, ist aber immer noch nicht optimal. An Gravenberchs Stelle würde ich den Bayern-Verantwortlichen auch deutlich machen, dass er weg ist, wenn er nicht spielt. Einen Abgang halte ich also für nicht völlig unrealistisch.
Wie schon im Kaderpart angekündigt endet das Kapitel FC Bayern für Sadio Mané im Sommer wieder. Der Senegalese enttäuschte nicht nur neben dem Platz, sondern auch auf dem Rasen. 16 Scorerpunkte in 34 Spielen wirkt auf den ersten Blick zwar in Ordnung, aber wenn man sieht, wann er diese gemacht hat, wird klar, dass es besonders seit dem Jahreswechsel nicht läuft und offenbar plant Thomas Tuchel nicht unbedingt mit ihm.
Bei Serge Gnabry ist der FC Bayern in einer ähnlichen Situation, wie bei Leon Goretzka und man sollte wenigstens jedes Angebot eines anderen Clubs überdenken, da Gnabry schon lange nicht mehr so in Form ist, wie er es zuvor einmal war.
Diese Kandidaten würden dem FC Bayern München, neben dem ohnehin hohen Etat, eine beachtliche Geldsumme einbringen und dazu führen, dass der Verein nach einer verkorksten Saison eine Transferoffensive starten könnte. Ich würde dabei einen neuen rechten und linken Wingback, einen „Sechser“, einen Flügel und einen richtigen Stürmer verpflichten.
Für die rechte Seite sehe ich zwei Optionen: Entweder man verpflichtet meine präferierte Option João Cancelo fest oder sucht nach Alternativen. Für Cancelo spricht, dass er jetzt schon über eine Menge Qualität mitbringt und fast überall spielen kann. Gegen ihn spricht das Preisschild. Wenn ich ihn holen würde, müsste man den Preis neu verhandeln. Die Kaufoption von 70 Millionen würde ich nicht ziehen, sondern eher eine Summe von 50 Millionen Euro anvisieren.
Eine andere günstigere Option ist Jeremie Frimpong von Bayer 04 Leverkusen. Der Niederländer ist der Shootingstar der Bundesliga und beackert den rechten Flügel bei Leverkusen. Sein Tempo ist ebenfalls auf einem hohen Niveau, sodass er für viele Abwehrketten ein Problem darstellt. Defensiv ist er auch mindestens solide, in einem System mit Dreierkette sollte dies aber ohnehin nicht das Problem darstellen. Eine Komponente, die Cancelo als bessere Option darstellen sollte, sind seine deutlich stärkeren Flanken. Daher würde ich alles geben, ihn im Sommer fest zu verpflichten.
Für die Gegenseite müsste man wenigstens ein Backup verpflichten. Hinter „Phonzy“ Davies wird es beim Rekordmeister nämlich ziemlich eng. Ein Name, den ich einfach mal in den Raum werfen würde, ist Ismail Jakobs. Der ehemalige Kölner spielt inzwischen bei der AS Monaco und legte diese Saison zwei Tore auf. Seine offensiven Statistiken sind überragend und er ist ein Spieler, der nicht zu teuer werden würde. Sein Marktwert liegt bei 7 Millionen Euro. Allerdings könnte er auch von anderen Clubs aus der Liga umworben werden.
Angeblich ist ein Transfer von Konrad Laimer zu Bayern München fix. Allerdings würde ich zusätzlich mal einen richtigen „Sechser“, der hinter Joshua Kimmich abräumt, verpflichten. Im Podcast habe ich diesen Transfer schon hin und wieder vorgeschlagen und ich möchte es einfach sehen, wie dieser Transfer zu einem der besten des Sommers wird.
Ellyes Skhiri wäre der perfekte Spieler für den FC Bayern München. Er erinnert mich immer an Spieler, wie Javi Martinez oder Sergio Busquets. Mit seinen 1,85 m ist er der perfekte Spieler für diese Position und kann mit seiner Physis brillieren. Seine Defensivstatistiken sind herausragend und auch im Passspiel ist Skhiri stark. Nicht zu vergessen sind auch seine 5,43 progressiven Pässe pro 90 Minuten, die in der 89 Percentile ranken. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass Bayern zu einer teureren Lösung greift, die jünger ist und Bayern langfristig mehr hilft.


Da ich Serge Gnabry abgeben würde, würde ich einen neuen Flügelspieler holen, der als Talent kommt und sich langfristig zu einer Größe im Bayern Kader entwickeln kann. Dort ist Jota von Celtic Glasgow eine interessante Option für die Bayern. Den Spieler habe ich bereits in meiner Wolfsburg-Analyse genannt.
Das große Transferziel der Bayern wird ein richtiger Neuner sein. Dort fielen Namen, wie Harry Kane (Tottenham Hotspur), Randal Kolo Muani (Eintracht Frankfurt), Dusan Vlahovic (Juventus Turin) oder Rasmus Højlund (Atalanta Bergamo). Da ich aber drei Namen interessanter finde, würde ich diese an der Stelle vom Rekordmeister an die Isar holen. Der erste Kandidat ist der wahrscheinlich Teuerste.
Victor Osimhen ist aktuell einer der besten Stürmer des Planeten und der Zielspieler, den der FC Bayern benötigt. Außerdem ist er in der Bundesliga kein Unbekannter. Osimhens erster Verein in Europa war der VfL Wolfsburg, der zu der Zeit aber nicht auf ihn bauen konnte, da der Verein in akuter Abstiegsnot steckte.
Das Erste, was an Osimhen auffällt, ist, dass er eine sehr starke Athletik, sowie auch einen guten Körper (1,86 m) mitbringt. Aber auch spielerisch kann der Nigerianer von sich überzeugen. Er hat ein ausgezeichnetes Gespür für Räume und kann mit seinem extrem hohen Topspeed in diese hineinstarten. Ebenfalls ist er einer der besten Europas darin, sich aus dem Deckungsschatten der Verteidiger zu lösen und sich für assistierte Abschlüsse zu positionieren. Osimhen wird allerdings auch mindestens 120 Millionen Euro kosten und würde sofort zum teuersten Bundesligatransfer aller Zeiten werden.
Der nächste Kandidat auf meiner Liste spielt beim OSC Lille. Mit 20 Toren in 30 Ligue 1 Spielen teilt sich Jonathan David den ersten Platz mit niemand Geringerem als Kylian Mbappé. Der Kanadier agiert eher als Anspielstation, weil er über ein gutes Passspiel und eine gute Technik verfügt, kann aber auch eine typische „Neuner“-Rolle übernehmen.
David ist sehr kaltschnäuzig und overperformt seinen xG-Wert sogar leicht und könnte Bayern das Torjägerelement, welches mit Lewandowski verloren ging, wieder zurückholen. Ebenfalls ist er eine Mischung aus Qualität, gutem Preis im Vergleich zu anderen Kandidaten und einer Menge Potenzial. Noch ein interessanter Fakt ist, dass er es einen besseren nPxG (xG ohne Elfmeter) als Harry Kane und einen ähnlichen Expected-Assist-Wert, wie der Frankfurt-Star Kolo Muani hat und somit eine Art Hybrid aus den beiden Spielern ist. Gegen ihn spricht, dass er nicht der klassische Zielspieler ist, den Bayern wahrscheinlich sucht, da er zu klein ist. Sein Marktwert liegt bei 60 Millionen Euro.
Meine letzte Lösung für den Bayern-Sturm ist Goncalo Ramos. Er wäre aktuell noch die günstigste Lösung. Betonung liegt hier auf aktuell, denn er wird seinen Preis über die nächsten Jahre extrem steigern. Für ihn spricht auf jeden Fall sein Alter, da er im Sommer erst 21 wird. Ich finde, dass er der Ähnlichste zum Lewandowski-Spielertyp ist.
Er ist herausragend in der Box und kommt auch auf 6,27 Touches pro 90 Minuten. Dort ist er aber auch ziemlich beweglich und bringt Lewandowskis Finesse mit. Seine Torquote ist auch im hervorragenden Bereich. Alle 110 Minuten trifft der Portugiese und so kommt er auch zu den 17 Saisontoren in der Liga Portugal. Das Einzige, aber starke Contra-Argument gegen Ramos ist, dass er noch nicht die Qualität hat, die Bayern möchte und sie ihm mindestens noch ein Jahr geben müssen. Der Marktwert von Ramos liegt bei 40 Millionen Euro.
Mögliche Aufstellung für den FC Bayern München in der Saison 2023/24


Fazit
Der Sommer wird bedeutungsvoll und laut werden in München. Was ich noch gar nicht aufgegriffen habe, ist, dass es auch extreme Unruhen in der Führungsriege geben wird und ich es nicht für unmöglich halte, dass Köpfe rollen werden.
Hasan Salihamidžić steht seit Jahren in der Kritik. Nur wenige seiner Transfers schlugen 100 % ein und vergrault einen Trainer nach dem anderen. Er ist eine schwache Autoritätsperson und übergibt schwierige Themen anderen, damit er nicht die unangenehmen Interviews führen muss. Besonders auffällig ist, dass seit „Brazzos“ Antrittspressekonferenz jeder Trainer nur maximal eineinhalb Jahre gehalten hat und fast jede der Trainerentlassungen strittig ist.
Meine Theorie ist, dass er auch nur noch im Amt ist, da er vom ehemaligen Führungsduo um Hoeneß und Rummenigge eingesetzt wurde und es ihrer Legacy schaden würde, wenn er scheitern würde. Hoeneß hat immer noch zu viel Einfluss auf den Club und das muss sich ändern. Auch im Sportvorstandsamt muss sich etwas ändern. „Brazzo“ gehört nicht in ein solches Amt, und zwar bei keinem Bundesligisten. Der FC Bayern sollte einen externen Fachmann suchen und einstellen, aber ich glaube nicht, dass dies geschehen wird. Kahn würde ich nach dem Sommer noch einmal die Chance geben sich zu behaupten, da er noch nicht die Fehleranzahl wie Salihamidžić aufweist.
Thomas Tuchel wird Zeit und gute neue Spieler benötigen, um den FC Hollywood wieder in den großen FC Bayern zu formen und die sollte er auch bekommen, weil es ohnehin keine Optionen auf dem Trainermarkt gibt.
Da gibt es ja jemanden! Julian Nagelsmann ist doch frei! Derjenige, der das nächste Jahrzehnt den FC Bayern München hätte formen und eine Dynastie bilden können. Den hat man ja rausgeschmissen…
