Right to Dream Academy

»Right To Dream Academy« – schonmal gehört? Spieler wie Mohammed Kudus, Mario Dorgeles, Adamo Nagalo und Ernest Nuamah haben etwas gemeinsam: Sie wurden fußballerisch und menschlich in der Akademie aus Ghana entwickelt, und liefen für den FC Nordsjælland aus Dänemark auf, bevor die Karrieren in Europa so richtig Fahrt aufnahmen.

Right To Dream Academy – Logo
© Right to Dream (CC BY-SA 4.0)

Vom Manchester United-Scout gegründet – Geschichte der »Right To Dream Academy«

Im Jahre 1999 gründete der frühere Manchester United-Scout Tom Vernon im ghanaischen Accra die Fußballakademie »Right To Dream«, um auch Kindern und Jugendlichen aus armen Gesellschaftsgruppen die Chance zu geben, sich persönlich und fußballerisch weiter zu entwickeln. Jedes Kind habe nämlich das Recht zu träumen (Right To Dream).

Nachdem zunächst nur wenige Kinder in die Akademie aufgenommen wurden, entwickelte sich das Projekt rasch weiter, da jedes Jahr mehr Talente aus Ghana und weiteren westafrikanischen Ländern für die Akademie gewonnen werden konnten. Um auf das Radar der europäischen Fußballbühne zu gelangen, nahm »Right to Dream« an einigen Nachwuchsturnieren teil, die man erfolgreich absolvieren konnte. Die dadurch freigesetzten finanziellen Mittel ermöglichten den Umzug nach Old Akrade und boten eine bessere Infrastruktur für die Talente. Zudem legte die Akademie großen Wert darauf, den Kindern eine fundierte Bildung zu vermitteln, damit sie sich auch jenseits des Sports weiterentwickeln konnten.

Right To Dream Academy – Turnier
© Oskar Oltéus (CC BY-SA 4.0)

Sollte eine Karriere im Profifußball nicht in Aussicht stehen, erlangten einige Absolventen Stipendien für amerikanische oder britische Universitäten. Das heißt: sollte es einem Jugendlichen nicht gelingen den Pfad in den Profifußball zu nehmen, war immer noch eine akademische Karriere in Aussicht. 2013 wurde außerdem eine Jugendsparte für Mädchen eröffnet, die als erste Fußballakademie für Frauenfußball Afrikas fungierte und einen großen Schritt zur Gleichberechtigung beitrug.

Ab 2015 expandierte »Right To Dream« auch in den afrikanischen, amerikanischen und europäischen Vereinsfußball. Zuerst kaufte man den dänischen Verein FC Nordsjælland und ebnete einen Karriereweg in Richtung Europa. 2020 erfolgte die Erweiterung des Einflusses in Afrika: Mithilfe eines Investors wurde die FC Masar Academy in Ägypten gegründet, um auch in Nordafrika den afrikanischen Fußball zu entwickeln. Der jüngste Schritt erfolgte im Jahr 2025 mit einer Partnerschaft mit dem neugegründeten MLS-Club FC Saint Diego. Auch dort wird derzeit ein Nachwuchsleistungszentrum nach dem gleichen Modell wie in Afrika aufgebaut.

Die Struktur der Akademie

Die Struktur der Akademie ist nicht mit einem klassischen Nachwuchsleistungszentrum vergleichbar, sondern stellt ein Hybrid-Modell aus Fußballinternat, Eliteschule und sicherem Zuhause für junge Talente dar. Im Vordergrund steht nicht die Ausbildung eines Spielers für den globalen Fußballmarkt, sondern die Entwicklung eines Menschen, der die Möglichkeit erhält, seinen Träumen zu folgen.

Finanziert wird die Akademie durch Investorengruppen sowie durch Einnahmen aus Spielertransfers. Die Schülerinnen und Schüler leben auf dem Campus und besuchen dort auch regulär die Schule – anders als in herkömmlichen Nachwuchsleistungszentren wird dabei nicht nur das Mindestmaß an Bildung vermittelt, sondern ein maximaler Standard angestrebt. Die Sportanlagen entsprechen dem höchsten Niveau, um potenzielle Profis optimal auf den Vereinsfußball vorzubereiten. Zusätzlich werden Workshops angeboten, um Charakterbildung, Führungsstärke und Wertevermittlung zu fördern.

Scouts sind in ganz Westafrika aktiv, um Talente zu entdecken. Rund 100 Jungen und Mädchen sind derzeit Teil des Programms. Der besondere Vorteil von »Right To Dream« liegt darin, dass bei ausbleibendem sportlichem Erfolg alternative Karrierewege eröffnet werden. Dieses doppelte Entwicklungsmodell ist nahezu einzigartig und verhindert, dass junge Menschen früh aussortiert werden.

Die Partnerschaft zwischen dem FC Nordsjælland und der Akademie

Die bekannteste Partnerschaft zwischen einem Profiklub und dem afrikanischen Projekt besteht mit dem FC Nordsjælland: Mit dem Kauf des dänischen Erstligisten im Jahr 2015 nahm die »Right to Dream Academy« erstmals massiven Einfluss auf den europäischen Fußball. Der Klub aus Farum trägt seine Heimspiele seither sogar im »Right to Dream Park« aus.

Ein Blick auf die bekanntesten Absolventen, die zunächst nach Dänemark wechselten, unterstreicht den Erfolg des Projekts:

Adamo Nagalo (PSV Eindhoven), Ernest Nuamah (Olympique Lyon), Kamaldeen Sulemana (Atalanta Bergamo), Mohammed Diomande (Glasgow Rangers), Mohammed Kudus (Tottenham Hotspur) und Mario Dorgeles (SC Braga) gehören zu den prominentesten Namen, die diesen Weg gegangen sind und sich inzwischen in Europa etabliert haben.

Right To Dream Academy – Kudus
© Carlo Bruil Fotografie (CC BY 2.0)

Fazit

Der Einfluss der »Right to Dream Academy« steht inzwischen außer Frage. Zahlreiche Spieler sind heute in den Top-5-Ligen Europas oder in weiteren ambitionierten Wettbewerben aktiv. Besonders hervorzuheben ist, dass den Talenten nicht nur eine Fußballkarriere, sondern auch alternative Lebenswege aufgezeigt werden – ein Ansatz, der über den Sport hinaus wirkt.

Kurz gesagt: Die Right to Dream Academy ist weit mehr als eine Fußballschule. Sie ist ein Bildungs- und Empowerment-Projekt, das junge Menschen aus Afrika zu Profis, Akademikern und Führungskräften von morgen formt. Ein weiterer, einzigartiger Aspekt ist die Förderung des Mädchenfußballs, die auf dem afrikanischen Kontinent nahezu beispiellos ist. Wie bei den Jungen erhalten auch junge Frauen eine Perspektive in der globalisierten Welt und die Chance auf echte Gleichberechtigung.

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