Mehr als Champions League: Die spannendsten Klubwettbewerbe weltweit 2026
Während uns die UEFA Champions League mit ihrem neuen Modus zuletzt packende Duelle geliefert hat, lohnt sich nun ein Blick über den europäischen Tellerrand hinaus. Welche internationalen Klubwettbewerbe gibt es weltweit im Jahr 2026? Wer sind die Favoriten? Und welche bekannten Namen, die man in Europa vielleicht nicht mehr ganz auf dem Radar hat, spielen dort noch? Genau diesen Fragen gehen wir in diesem Guide nach.
Copa Libertadores 2026: Diese Teams kämpfen um Südamerikas Krone

Die Copa Libertadores ist nach der UEFA Champions League der wohl prestigeträchtigste internationale Vereinswettbewerb und das Aushängeschild des südamerikanischen Klubfußballs. Bereits lange vor der Einführung der Klub-WM trafen die Sieger Europas und Südamerikas im Weltpokal (1960–2004) aufeinander – mit einer beeindruckenden Bilanz: 22 der 43 Duelle konnten südamerikanische Teams für sich entscheiden. Ein deutlicher Beleg dafür, dass sich Südamerika qualitativ keineswegs verstecken muss.
Im Gegensatz zu Europa wird die Copa Libertadores im Kalenderjahr ausgetragen – von April bis November. Die Gruppenphase der neuen Saison beginnt am 07.04.2026 und ist damit erst frisch gestartet.
Auch in diesem Jahr ist das Teilnehmerfeld eine Mischung aus etablierten Topklubs und spannenden Außenseitern. Während Teams wie Flamengo, Boca Juniors und Palmeiras zu den Dauerbrennern zählen, sorgen Vereine wie CS Independiente oder Universidad Central, die erstmalig dabei sind, für frischen Wind im Wettbewerb.
Ein Blick auf die Favoriten zeigt ein gewohntes Bild: Die größten Titelchancen haben erneut die Vertreter aus Brasilien und Argentinien. In den letzten 20 Jahren konnten nur LDU Quito (2008) und Atlético Nacional (2016) diese Dominanz durchbrechen. Während Boca Juniors weiterhin zu den Topfavoriten zählt, muss River Plate nach dem Viertelfinaleinzug im Vorjahr diesmal in der Copa Sudamericana antreten.
Besonders im Fokus stehen die brasilianischen Topteams. Flamengo, Palmeiras und Fluminense – drei der letzten vier Sieger – zählen erneut zum engsten Favoritenkreis. Vor allem Flamengo sorgt aktuell mit einer spektakulären Transferoffensive für Aufsehen: Die Verpflichtung von Lucas Paquetá für 42 Mio. € stellte nicht nur einen neuen Vereinsrekord dar, sondern egalisierte auch den bisherigen Ligarekord. Zusätzlich investierte der Klub weitere 55 Mio. € in Spieler wie u. a. Samuel Lino und Emerson Royal. Ergänzt wird der Kader durch erfahrene Namen wie Jorginho, Saúl Ñíguez und Alex Sandro, wodurch Flamengo zu den Topfavoriten auf den Titel gehört.
Doch auch Corinthians sollte man keinesfalls unterschätzen. Der Klub wartet zwar seit 2012 auf den nächsten Libertadores-Triumph, konnte aber 2013 als bislang letztes südamerikanisches Team die Klub-WM gewinnen. Mit prominenten Namen wie Memphis Depay, Jesse Lingard und Gabriel Paulista wollen die Paulistaner nun wieder ganz oben angreifen.
Ein weiterer heißer Anwärter ist Palmeiras São Paulo. Trotz des Verkaufs von Supertalent Estêvão bleibt der Kader hochkarätig besetzt. Spieler wie Jhon Arias, Andreas Pereira und Vitor Roque sorgen dafür, dass Palmeiras weiterhin zu den gefährlichsten Teams des Wettbewerbs zählt.
Auch einige Außenseiter könnten für Überraschungen sorgen. Die beiden Traditionsklubs Peñarol und Nacional aus Montevideo sowie Independiente del Valle haben durchaus das Potenzial für einen tiefen Turnierlauf. Vor allem Independiente del Valle ist bekannt für seine Talentschmiede, aus der Spieler wie Moisés Caicedo und Willian Pacho hervorgegangen sind. Ein weiteres spannendes Talent ist der erst 17-jährige Justin Lerma, der im Sommer zu Borussia Dortmund wechseln wird und sich in dieser Copa-Saison ins Rampenlicht spielen kann.
mvpclub-Siegertipp: Corinthians São Paulo
Copa Sudamericana:
Auch in der Copa Sudamericana, dem zweitwichtigsten Vereinswettbewerb Südamerikas, tummeln sich zahlreiche bekannte Namen. Mit Vereinen wie Santos – dem Heimatklub von Neymar – oder dem paraguayischen Rekordmeister Club Olimpia ist der Wettbewerb hochkarätig besetzt.
Auf dem Platz stehen dabei einige echte Stars, die vielen Fans noch bestens bekannt sein dürften: Hulk, Oscar, Radamel Falcao, Neymar, Marcos Rojo, Alex Telles, Willian und Marcos Acuña sorgen für jede Menge Qualität und Erfahrung.
AFC Champions League 2026: Neuer Modus, große Namen und Favoriten

Das asiatische Pendant zur Champions League galt für viele europäische Fans lange als Nischenthema – doch das hat sich zuletzt deutlich geändert. Der Wettbewerb wurde grundlegend reformiert und orientiert sich nun stärker am europäischen Modell. Neben der AFC Champions League Elite als höchster Spielklasse gibt es mit der AFC CL 2 und der AFC Challenge League zwei weitere Wettbewerbe, die in etwa der Europa League und Conference League entsprechen.
In der Elite-Liga treten 24 Teams an, aufgeteilt in eine West- und eine Ostregion mit jeweils zwölf Mannschaften. Gespielt wird in einer Ligaphase, in der jedes Team acht Gegner zugelost bekommt. Die besten acht Teams jeder Region qualifizieren sich anschließend für die K.-o.-Runde.
Im Achtelfinale bleiben Ost und West zunächst getrennt: Erster gegen Achter, Zweiter gegen Siebter und so weiter. Erst ab dem Viertelfinale treffen die besten Teams beider Regionen direkt aufeinander, um schließlich den Gesamtsieger zu ermitteln.
Die entscheidende Turnierphase findet ab dem 16. April in Dschidda statt – dort werden die Viertelfinals sowie alle weiteren Runden bis zum Finale am 25. April ausgetragen.
Im Fokus stehen vor allem die finanzstarken Klubs aus Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die mit spektakulären Transfers längst auch international für Aufmerksamkeit sorgen. Mit Al-Ahli und Al-Ittihad gehören gleich zwei saudi-arabische Topteams zum engeren Favoritenkreis. Besonders Al-Ahli gilt als heißer Titelkandidat: Der Kader ist prominent besetzt, unter anderem mit Ivan Toney, Riyad Mahrez und Edouard Mendy. Nach dem Triumph in der Vorsaison wäre die Titelverteidigung der nächste logische Schritt.
Auch Al-Ittihad bringt enorme individuelle Klasse mit. Spieler wie Moussa Diaby, Fabinho und Houssem Aouar stehen exemplarisch für die Qualität im Kader. Nicht mit dabei ist hingegen Cristiano Ronaldo: Mit Al-Nassr spielt er in dieser Saison lediglich in der AFC CL 2.
Außenseiterchancen werden den Vertretern aus Katar und den VAE eingeräumt. Sowohl Al-Sadd als auch Shabab Al-Ahli verfügen über solide Teams, denen jedoch im Vergleich zur Konkurrenz die ganz großen Namen fehlen. Der prominenteste Spieler ist Roberto Firmino im Trikot von Al-Sadd.
Für Aufsehen sorgte in der Gruppenphase Tractor FC aus dem Iran. Der Klub überzeugte mit einer geschlossenen Teamleistung und erreichte einen starken dritten Platz in seiner Gruppe. Auffällig dabei: Tractor setzt nahezu ausschließlich auf einheimische Spieler und verzichtet bewusst auf internationale Stars – ein klarer Gegenentwurf zu den finanzstarken Topklubs. Im Achtelfinale war allerdings Endstation.
Auch in der Ostregion gibt es ein Länder-Duo: Mit Machida Zelvia und Vissel Kobe sind zwei japanische Klubs vertreten. Komplettiert wird das Teilnehmerfeld durch Buriram United aus Thailand sowie Johor Darul Ta’zim FC aus Malaysia.
Vissel Kobe dürfte vielen Fans noch durch die ehemaligen Stars Lukas Podolski und Andrés Iniesta bekannt sein. Doch auch aktuell ist der Verein namhaft besetzt: Trainer ist Michael Skibbe, der unter anderem bei Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt tätig war. Seit seinem Amtsantritt zu Jahresbeginn hat er die Chance, den Klub zum ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte zu führen.
Auch im Kader finden sich bekannte Namen mit Bundesliga-Bezug, darunter Yuya Osako, Takashi Inui und Gōtoku Sakai. Doch nicht nur Vissel Kobe setzt auf Spieler mit Deutschland-Erfahrung: Auch Buriram United verfügt mit den Zulj-Brüdern und Kingsley Schindler über bekannte Gesichter. Bei Johor ragt vor allem Samu Castillejo heraus, während der restliche Kader eine ausgewogene Mischung aus internationalen und lokalen Spielern bildet. Einen anderen Ansatz verfolgt hingegen Machida Zelvia, das – ähnlich wie Tractor – vor allem auf einheimische Talente setzt.
mvpclub-Siegertipp: Vissel Kobe
AFC CL 2
Im zweithöchsten asiatischen Wettbewerb steht neben dem Team von Cristiano Ronaldo auch ein japanischer Klub mit deutschem Trainer im Fokus: Gamba Osaka. Insgesamt sind die teilnehmenden Vereine in Europa jedoch weitgehend unbekannt und gehen eher als Außenseiter ins Rennen.
Dennoch tummeln sich auf dem Platz durchaus bekannte Namen wie Takashi Usami, Philipp Max, Richairo Zivkovic und Julian Draxler.
CONCACAF Champions Cup 2026: Topklubs aus USA und Mexiko im Fokus
Ähnlich wie in Asien wurde auch der wichtigste Vereinswettbewerb Nordamerikas 2024 grundlegend reformiert, um die sportliche Qualität zu erhöhen. Anders als in Europa oder Asien gibt es jedoch keine klar abgestufte Wettbewerbsstruktur mit mehreren Turnieren. Stattdessen dienen der CONCACAF Central American Cup und der CONCACAF Caribbean Cup als Qualifikationswettbewerbe für den Champions Cup. Den Großteil des Teilnehmerfeldes stellen jedoch weiterhin Teams aus den USA, Mexiko und Kanada.
Spätestens im Achtelfinale zeigte sich diese Dominanz deutlich: Mit Mount Pleasant aus Jamaika und LD Alajuelense aus Costa Rica schieden die letzten mittelamerikanischen Vertreter aus. Auch Inter Miami um Lionel Messi ist nicht mehr dabei – ein weiterer globaler Superstar fehlt damit im Titelrennen.
Im Halbfinale geben nun Klubs aus den USA und Mexiko den Ton an, die jeweils zwei Teams stellen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Los Angeles: Während LA Galaxy mit Marco Reus bereits im Viertelfinale die Segel streichen musste, zog der Stadtrivale souverän in die nächste Runde ein.
Der Los Angeles FC gehört zwar zu den jüngeren Klubs der MLS, hat sich seit seinem Einstieg 2018 jedoch schnell etabliert. Ein Meistertitel steht bereits zu Buche, und mit Spielern wie Heung-Min Son, Hugo Lloris und Denis Bouanga ist der Kader hochkarätig besetzt.
Als Außenseiter geht Nashville SC ins Rennen. Das Team sorgte für Aufsehen, als es Inter Miami und damit auch Lionel Messi aus dem Wettbewerb warf. Im Fokus steht dabei vor allem der Ex-Herthaner Hany Mukhtar, der als Schlüsselspieler und kreative Schaltzentrale gilt.
Die beiden mexikanischen Vertreter im Halbfinale sind Deportivo Toluca und Tigres UANL. Nachdem mit Cruz Azul und CF América die erfolgreichsten Klubs des Landes bereits ausgeschieden sind, bietet sich nun für die verbliebenen Teams die große Chance auf den Titel.
Besonders im Blickpunkt steht André-Pierre Gignac: Der Franzose ist seit Jahren das Gesicht von Tigres, führte den Klub bereits 2019/20 zum Titel und könnte gemeinsam mit Ángel Correa erneut den Unterschied machen. Während Tigres über enorme Starpower verfügt, verfolgt Toluca einen anderen Ansatz und baut überwiegend auf Spieler aus Mexiko und Südamerika – ein bewusst bodenständigerer Weg.
mvpclub-Siegertipp: Tigres UANL
Klubfußball in Afrika & Ozeanien 2026: Favoriten und Entwicklungen
Auch in Afrika und Ozeanien werden kontinentale Klubwettbewerbe ausgetragen, die im internationalen Vergleich jedoch weniger Aufmerksamkeit erhalten.
In Afrika befindet sich die Champions League bereits in der entscheidenden Phase: Im Halbfinale treffen Esperance Tunis und Mamelodi Sundowns aufeinander – zwei Teams mit Titelhistorie. Vor allem die Sundowns dürften einigen Fans durch Auftritte bei der Klub-WM bekannt sein. Das zweite Halbfinale ist ein rein marokkanisches Duell zwischen AS FAR Rabat und RS Berkane.
In Ozeanien wurde mit der OFC Pro League hingegen ein völlig neuer Wettbewerb geschaffen. Während die frühere OFC Champions League eher semiprofessionellen Charakter hatte, soll die neue Liga erstmals ein durchgehend professionelles Niveau bieten. Acht feste Teams nehmen teil und haben – ähnlich wie in der MLS – ihren Platz unabhängig von sportlicher Qualifikation sicher.
Nach fünf Spieltagen der Gruppenphase qualifizieren sich alle Teams für Playoffs, bevor Halbfinale und Finale folgen. Als Favoriten gelten derzeit die Auckland City FC Reserves sowie der South Melbourne FC. Eine interessante Randnotiz: Vanuatu United FC wird vom deutschen Trainer Lars Hopp betreut, gilt jedoch ebenso wie Teams aus Fidschi oder den Salomonen als klarer Außenseiter.
mvpclub-Siegertipps: Mamelodi Sundowns & Auckland City FC
Schön mal wieder etwas von dir zu lesen! Wirklich überrascht, wie viele bekannte Spieler in den Wettbewerben unterwegs sind.
Top Artikel. Neutral und mit hohem Informationsfluss. Bis heute die genannten Ligen nicht so genau beachtet aber nach dem Artikel muss ich das ändern !