Information

Calvin Brackelmann
- Name
- Calvin Brackelmann
- Bewertung
- Geburtsdatum
- 22.08.1999 (26 Jahre)
- Größe
- 196 cm
- Geburtsort
- 🇩🇪 Lüneburg
- Nationalität
- 🇩🇪 Deutschland
- Fuß
- Links
- Position
- Abwehr
- Verein
- FC Augsburg
- Marktwert
- 1,50 Mio. €
Scouting
Radarprofil
Stärken
- Dribbling
- Zweikampf
- Physis
- Schnelligkeit
Schwächen
- Abfangen
- Flair
Spielstil
Calvin Brackelmann ist ein physisch dominanter Linksfuß-Innenverteidiger, der sich in einer Dreierkette auf allen drei Positionen bewährt hat. Sein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist ein sauberer linker Fuß, mit dem er mutig vertikale Pässe zwischen die Linien spielt und Mitspieler punktgenau in Schnittstellen bedient. Kombiniert mit seiner Präsenz in Luftduellen und seiner Zweikampfstärke bringt er ein modernes Profil mit, das auf Bundesliga-Niveau funktionieren kann.Statistik
Statistik
| Saison | Wettbewerb | Spiele | Tore | Assists | Minuten |
|---|---|---|---|---|---|
| 25/26 | 🇩🇪 2. Bundesliga | 24 | 2 | 2 | 2040 |
| 24/25 | 🇩🇪 2. Bundesliga | 22 | 3 | 0 | 1772 |
| 23/24 | 🇩🇪 2. Bundesliga | 13 | 0 | 0 | 740 |
Analyse
Calvin Marc Brackelmann, geboren am 22. August 1999 in Lüneburg, ist ein Innenverteidiger, dessen Karriere alles andere als geradlinig verlief. Der Weg in den deutschen Profifußball führte ihn durch sieben Stationen in dreizehn Jahren, und mit dem Wechsel zum FC Augsburg im Sommer 2026 erreicht er schließlich sein erstes Bundesliga-Engagement als Stammspielerkandidat.
Seine fußballerischen Anfänge machte Brackelmann beim MTV Handorf und MTV Treubund Lüneburg, ehe ihn der Hamburger SV als Siebenjährigen in sein Nachwuchsleistungszentrum aufnahm. Nach sechs Jahren beim HSV zog es ihn weiter zu Hansa Rostock (2013–2017), bevor er im Winter 2017 in die Jugendabteilung des 1. FC Köln wechselte. Für Kölns A-Junioren bestritt er 26 Bundesliga-Partien und erzielte dabei einen Treffer. Seine Entwicklung wurde im Winter 2020 jäh gestoppt: Kurz nach seinem Wechsel zur zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 erlitt er einen Kreuzbandriss.
Mit einer Leihe zum SV Rödinghausen (2021) und dem anschließenden Wechsel zum VfB Lübeck fand Brackelmann zurück in den Spielrhythmus. Bei Lübeck reifte er zu einem verlässlichen Zweitligavorbereiter (33 Spiele, 3 Tore, 3 Vorlagen) und gewann 2022 den Schleswig-Holsteinischen Pokal. Der nächste Schritt folgte mit dem Wechsel zum FC Ingolstadt 04 in die 3. Liga – dort gelang ihm in 28 Spielen der erste echte Profinachweis auf regelmäßiger Basis. Ingolstadts damaliger Sportdirektor Malte Metzelder beschrieb ihn bereits bei seiner Verpflichtung als technisch gut ausgebildet, mit einem starken linken Fuß und einem „sehr spannenden und gefragten Profil“. Im August 2023 holte ihn dann der SC Paderborn 07, wo die bis dato wichtigste Phase seiner Karriere begann.
Mit 1,96 m bringt Brackelmann eine außergewöhnliche Physis mit, die ihn in Luftduellen zur dominanten Figur macht. Für einen Spieler dieser Statur ist er bemerkenswert mobil: FCA-Sportdirektor Benni Weber hob bei der Vorstellung ausdrücklich seine „Schnelligkeit und Dynamik“ hervor – Eigenschaften, die bei Innenverteidigern seiner Größe keine Selbstverständlichkeit sind. Sein sauberer linker Fuß macht ihn zum seltenen Typ des großgewachsenen, ballsicheren Aufbauspielers von links hinten.
In der Dreierkette von SC-Coach Ralf Kettemann bewies Brackelmann in der Saison 25/26 seine taktische Vielseitigkeit: Er begann die Spielzeit als rechter Halbverteidiger, rotierte über die Saison hinweg nach links und schließlich ins Zentrum. In 24 Ligaspielen steuerte er zwei Tore und zwei Vorlagen bei, unter anderem die entscheidende Kopfballverlängerung im Relegations-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg, die Filip Bilbija zum 1:1-Ausgleich nutzte.
Sein eigentliches Alleinstellungsmerkmal liegt jedoch im Spielaufbau. Brackelmann besitzt einen außergewöhnlich scharfen linken Fuß und nutzt ihn mutig: Er spielt vertikale Pässe durch das Zentrum, findet Mitspieler punktgenau zwischen den Linien und verfügt auch bei Seitenverlagerungen über eine hohe Qualität. Ex-Coach Lukas Kwasniok, unter dem Brackelmann in Paderborn seinen Durchbruch erlebte, attestierte ihm eine bemerkenswerte Entwicklung: Er sei mit der Fitness eines Bezirksligaspielers angekommen, habe sich aber unglaublich entwickelt.
Der deutlichste Kritikpunkt ist Brackelmanns Verletzungsanfälligkeit. Allein in der Saison 25/26 fehlte er wegen einer Rückenverletzung (Oktober bis November 2025), einer Oberschenkelverletzung (November 2025) und einer Gehirnerschütterung nach einem Sturz in Kiel (Januar bis Februar 2026) insgesamt rund zehn Wochen. Diese Häufung kostete ihn in einer wichtigen Aufstiegssaison Spielzeit und Rhythmus. Für einen Innenverteidiger ist physische Verfügbarkeit eine Grundvoraussetzung. Sollte er auf Bundesliga-Niveau eine ähnliche Verletzungsdichte aufweisen, wird es schwer, gegen die Konkurrenz im FCA-Kader Fuß zu fassen.
Calvin Brackelmann verkörpert den Typ des spät gereiften Spielers, der eine unkonventionelle Karrierebiographie in ein klares Stärke-Schwäche-Profil übersetzt hat. Seine Kombination aus Statur, Geschwindigkeit, sauberem Linksfuß und Spielintelligenz ist in der Innenverteidigung tatsächlich selten – kein Zufall, dass gleich mehrere Bundesligisten Interesse hatten.